Klasse, welche organisatorische Meisterleistung der 170 Einwohner zählende Ort an diesem Wochenende erbrachte. Bis ins Detail war alles ausgearbeitet und vorbereitet. Ein Großteil der Bernsdorfer war im Einsatz. Er sorgte für Ordnung und Sicherheit. Aber auch die Polizei und ein zehnköpfiges Rotkreuz-Jugendteam aus Bernsdorf waren mit vor Ort. Gegen 19 Uhr „rollten“ die ersten Besucher an. An den Autokennzeichen war zu erkennen, dass sie nicht nur aus dem gesamten Elbe-Elster-Kreis angefahren kamen, sondern auch aus Wittenberg, Berlin, Cottbus oder Spremberg.
Einen Einsatz besonderer Art fuhren die drei Feuerwehren aus Herzberg, Schönewalde und der Bundeswehr. Sie sicherten die Wasserversorgung für die schwimmende Anlage der „Leuchtenden Fontänen“ ab, die eine Abmessung von 25 mal 27 Meter aufwies, aus 65 speziell gefertigten Schwimmbehältern bestand und auf dem See platziert war. Über 600 Düsen formten die Figuren der „Leuchtenden Fontänen“ . Bis zu 200 000 Liter Wasser werden in einer Vorführung von rund 40 Minuten umgewälzt. Die Wasserversorgung wurde durch drei Feuerlöschkreiselpumpen mit einer Leistung von 1600 Liter pro Minute sichergestellt. Um diese Wassermenge zu verteilen, wurden 1400 Meter Feuerwehrschläuche verlegt. Um auch die Scheinwerfer optimal ansteuern zu können, waren 1000 Meter mehradriges Kabel notwendig.
All dies bewerkstelligte das 16-köpfige Feuerwehrteam aus Soltau. Seit 1955 gibt es dort nicht nur die Feuerwehr sondern auch diese Art von Vorführungen. Jürgen Nohdurft, Chef der Truppe, erzählte: „Mittlerweile haben wir 300 solcher Veranstaltungen ausgerichtet. 2001 zog es uns sogar nach Amerika. Doch so prima, wie wir hier von den Bernsdorfern aufgenommen wurden - das passiert uns äußerst selten.“ Er schwärmte von der Gegend, den Menschen und dem Badesee, der seiner Meinung nach äußerst gute Bedingungen für die Fontänen lieferte.
Das Publikum erlebte einen herrlichen Sonnenuntergang. Doch alle waren gespannt, was sich auf dem Badesee abspielen sollte. Gegen 22.30 Uhr wurden die ersten Fontänen lautstark mit Beifall und Blitzlichtgewitter begrüßt. Passend dazu ausgesuchte Musik vermischte sich mit Wasser und Licht zu einem harmonischen Spiel. Doch die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr ließen nicht einfach eine vorgefertigte CD abspielen. Sie bedienten die Mischpulte selbst. Sowohl ein Walzer als auch moderne Melodien erklangen. Die dazugehörigen Wasserpirouetten versetzten so manchen ins Staunen. Da Petrus den Bernsdorfern hold war und das schöne sommerliche Wetter auch in der Nacht anhielt, fühlten sich die Gäste sichtlich wohl. Nur mit dem Getränkenachschub haperte es vor allem am Ufer der Liegewiese. Da niemand lange anstehen wollte, verzichteten viele sogar auf das Bier. Der Begeisterung über die Vorführung der „Leuchtenden Fontänen“ tat das jedoch keinen Abbruch. Denn am Ende reagierte das Publikum mit lautem Beifall und anerkennenden Pfiffen.
Und obwohl auf der Straße das Nadelöhr bei der Heimfahrt für Stau sorgte, lief alles ordnungsgemäß ab. „80 Prozent der Kraftfahrer haben sich an die für diese Veranstaltung herabgesetzte Geschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde gehalten“ , so Polizeihauptmeister Wolfgang Friedrich.