Die Zukunft der Region Lausitz-Spreewald wurde in einer Standortentwicklungskonferenz in der Elbe-Elster-Kreisstadt Herzberg diskutiert. Daran nahmen neben dem Chef der Staatskanzlei Clemens Appel, Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns, Infra strukturminister Frank Szymnaski, Arbeitsministerin Dagmar Ziegler, Agrarminister Dietmar Woidke, der Vorstand der regionalen Planungsgemeinschaft, Landräte, Bürgermeister, Amtsdirektoren und weitere Partner teil.
Im Mittelpunkt der Debatte standen die regionalen Wachstumskerne. „Wir haben mit den Städten in der vergangenen Zeit einen regen Schriftverkehr geführt“ , informierte Clemens Appel. Dabei habe es sich herausgestellt, dass es vor Ort teilweise konzeptionelle Engpässe und infrastrukturelle Wünsche gebe, auf die man reagieren müsse. Interessante Beobachtung für den Mann aus der Landeshauptstadt: „Wer nicht als so ein Wachstumskern ausgewiesen wurde, hat sich oftmals mit Nachbarn zusammengetan. Da wurden dann erstmals nicht Schwächen dargelegt, sondern Stärken hervorgearbeitet.“ Dies sei aus seiner Sicht eine ebenso begrüßenswerte Entwicklung wie die der Bildung von Netzwerken. „Natürlich wird sehr genau geprüft, ob der eine oder andere Wachstumskern noch dazukommen könnte“ , versprach er. „Die Kabinettsentscheidung am 22. November ist kein Abschluss einer Diskussion, sondern nur eine Weichenstellung. Auch danach kann es noch Auf- und Absteiger geben“ , kündigte er an.
„Selbst wenn Lausitz-Spreewald bei dem Konsensprozess schon ein Stück weiter ist als andere Regionen, heißt das nicht, dass wir schon am Ende der Diskussion angelangt sind“ , machte der Senftenberger Landrat Holger Bartsch als Chef der Regionalen Planungsgemeinschaft Lausitz-Spreewald deutlich und verwies auf den Gegenvorschlag für die zentralen Orte. „Er hat eine Rolle gespielt, weil er mit der Daseinsfürsorge für die Region zu tun hat. Wir halten ihn in der Diskussion“ , beschrieb er. Da aber diese Entscheidung bis 2007 reifen müsse, seien die Wachstumskerne jetzt vordringlich zu betrachten, bei denen es noch einige Differenzen und weiteren Gesprächsbedarf gebe.
In der Diskussion in Herzberg wurde auch Augenmerk auf die Zukunft der Kurorte in der Region gelegt. „Man muss bedenken, wie man mit ihnen umgeht“ , mahnte der Senftenberger Landrat.

Stimmen Geteilte Meinung
Wilfried Schrey, CDU-Landtagsabgeordneter: Es wurden leider noch keine Aussagen gemacht, wie dann konkret gefördert werden soll. Aber für unsere Region ist die Konferenz sehr gut gelaufen.
Michael Oecknigk, Bürgermeister in Herzberg: Ich habe ein sehr gutes Gefühl. Eine Vorentscheidung für Herzberg und Finsterwalde ist gefallen. Eventuell könnten noch Bad Liebenwerda/Elsterwerda hinzukommen. Angemahnt habe ich, dass nicht nur über Kreis-, sondern auch Ländergrenzen hinweg Zusammenarbeit möglich sein muss. Das ist für uns im Süden in vielen Belangen ganz wichtig.
Iris Schülzke, Amtsdirektorin in Schlieben: Ich habe kein gutes Gefühl. Für die größeren Orte sind das gute Absichten, aber sie gehen zu Lasten schwächerer und kleinerer Gemeinden. Was bleibt für die übrig?
Johannes Wohmann, Bürgermeister in Finsterwalde: Es gibt noch viel zu reden, aber ich bin nicht pessimistisch. Ich hoffe, dass es beim Motto „Stärken stärken“ bleibt.