Von Rico Meißner

Eine ökologischere Variante für einen Mähdrescherantrieb kann man sich vermutlich nicht ausdenken. Zumindest nicht am vergangenen Sonntag beim Dorffest in Polzen. Warum denn fahren, wenn man das Vehikel auch ziehen kann?

Für insgesamt sechs Teams galt es, das Gefährt an zwei Seilen über eine Strecke von zwanzig Metern zu ziehen. „Wir machen das zum ersten Mal“, erklärte Organisator Lothar Lehmann. „Aber wenn es gut läuft, dann werden wir es nächstes Jahr zum 600. Dorfjubiläum auf alle Fälle wiederholen. Dann wollen wir  das ganze Dorffest ohnehin wesentlich größer organisieren. Vielleicht finden sich ja dann auch noch andere Teams, die beim Mähdrescherziehen mitmachen wollen.“

Gezogen wurde nach Zeit, aber Lehmann machte gleich zu Beginn deutlich: „Das Ganze  soll hauptsächlich Gaudi sein, wir richten hier keine Weltmeisterschaft aus.“

Gleichwohl strengten sich die gegeneinander angetretenen Teams natürlich an. Neben der „LPG Brigade“ oder „VC Strammes Euter“ waren auch eine Frauen- und eine Kindermannschaft am Start, die „Dorfpüppis“ und die „Kids 4 win“. Dass gerade ihnen einige Männer vielleicht doch hilfreich zur Seite standen oder einige Personen mehr am Seil zogen, tat dem Spaß auf gar keinen Fall einen Abbruch. Und für den Nachwuchs am Zugseil durfte der Mähdrescher ruhig schon einmal den ersten Gang bemühen. Ein Eis gab es auf alle Fälle für alle als Belohnung.

Den Sieg heimste schließlich das sechste Team „Team 7“ ein, indem sie die Strecke in 15,7 Sekunden bewältigten. Bei der sengenden Sonne eine reife Leistung, zumal der Mähdrescher selbst 12,5 Tonnen wiegt. Ohne Fahrer! Aber der musste auch noch mitgezogen werden.