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| 02:37 Uhr

Gelungene Premiere: Donauwalzer an der Elster

Saathain. Saathain an der Elster wird zum Wien an der Donau: Die Musiker der Cappella Musica Dresden haben mit hinreißenden Vorträgen für einen schwungvollen Auftakt im Musikjahr auf Gut Saathain gesorgt. Stephan Creuzburg

Eine jauchzende Geige, ein im Walzerrhythmus sich bewegender Kontrabass, ein singendes Cello, jubelnde Streicher und eine meisterliche Trompete - diese Erinnerung bleibt dem Publikum, das das schon traditionelle Neujahrskonzert auf Gut Saathain am 8. Januar im noch jungen 2017 erleben durfte.

Mit Susanne Branny, Jörg Kettmann, Michael Schöne, Andreas Priebst, Helmut Branny und Mathias Schmutzler waren wieder Künstler nicht nur zu hören, sondern auch zu erleben, die man, ohne zu übertreiben, in ganz Deutschland suchen kann!

Cellist Andreas Priebst, der zusammen mit dem bestaufgelegten Solotrompeter Mathias Schmutzler mit interessanten Wortbeiträgen durch den Abend führte, hat hoffentlich nicht recht, wenn er das zu Beginn dargebotene sehr besinnliche schöne Andante aus dem Divertimento B-Dur von Mozart als mögliches Leitmotiv des begonnenen Jahres bezeichnete. Soll es doch besser das Alleluja aus dem "Exultate jubilate" - den Sopran übernahm meisterlich die von Schmutzler großartig geblasene Trompete - sein, das danach folgte.

Es spricht für diese Künstler. Die, geführt von Helmut Branny, der an der Hochschule für Musik Dresden eine Professur für Barockspiel auf modernen Streichinstrumenten inne hat, sammeln mit Interpretationen barocker Meister europaweit Erfolge und zauberten hier in Saathain mit hör- und sichtbarer Freude ebenso meisterlich Wiener Blut in unsere Region.

Strauss-Vater und -Sohn erklangen, ganz großartig, sehr effektvoll und launig interpretiert, Brahms mit seinem Ungarischen Tanz Nr. 5 (nicht der andere, danke, Andreas Priebst, für diese humorvolle Wissensbereicherung) und Joseph Lanners Schönbrunner Walzer. Das reizvolle Wechselspiel Geige-Cello wurde durch Susanne Branny und Andreas Priebst zum besonderen Erlebnis.

Und wenn nach der Pause Mathias Schmutzler mit betörenden mexikanischen Tönen und einer Blume Susanne Branny den musikalischen Hof machte, war das nicht nur humorvoll, sondern auch verdient! Susanne Branny ist die großartige für die Zuhörer sicht- und hörbare künstlerische Führerin des Ensembles. Zusammen mit ihren Mitstreitern - "unser" Jörg Kettman war ein ganz toller Partner bei einem Tango für zwei Streicher - ist die Freude bei der Darbietung musikalischer Genüsse Unterpfand der Erfolge.

Saathain an der Elster wurde zum Wien an der Donau. Erstmalig erklang hier der berühmte Walzer vor dem begeisterten Publikum, das bei der letzten Zugabe, dem Radetzkymarsch, gekonnt im Takt mitklatschte.

Nach einem hoffentlich guten Jahr 2017 sollen diese beiden Meisterwerke am 7. Januar wieder so erklingen!