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| 01:35 Uhr

Gebälk-Einbruch richtet in Ahlsdorfer Kirche großen Schaden an

Ahlsdorf. Die Ahlsdorfer Kirche hat am Sonnabend schweren Schaden genommen. Martin Wehner, ein Nachbar und am Gotteshaus interessierter Bürger des Dorfes, zeigt sich entsetzt und erleichtert. KaWe/sk

"Mehrere schwere Dachbalken in L-Form sind aus etwa zehn Metern Höhe auf den Altarbereich gestürzt. Gott sei Dank befand sich niemand in der Kirche. Es hätte Tote geben können", sagt Martin Wehner.

Auch der wertvolle Altar sei der unwiederbringlichen Zerschlagung nur knapp entgangen. Mit einigem Aufwand, so zeigt sich der Ahlsdorfer sicher, ist dieser wieder herstellbar. Zur Notsicherung der Kirche waren erst am Donnerstag vergangener Woche Entscheidungen getroffen worden. "Das Konzept muss um einiges umfangreicher werden als bisher geplant", schätzt Wehner nach dem neuen Schaden am Gotteshaus ein. "Das Betreten des ungesicherten Altarbereiches ist lebensgefährlich", warnt er. Der Altar selbst müsse sehr schnell geborgen werden. "Ich biete einen Raum zur trockenen Einlagerung an", sagt Martin Wehner. Dass der Dachstuhl weiter einfallen könne, müsse in den nächsten Tagen verhindert werden. "Die Statik ist zerstört", schätzt er ein. "Alle Verantwortlichen sind zum beherzten Handeln aufgefordert. Ein wertvolles Kulturgut ist in größter Gefahr", erklärt der Ahlsdorfer.

Architekt Onno Folkerts wird seine Zusage, dass das für den 10. September geplante Benefizkonzert im Rahmen der Reihe "Musikschulen öffnen Kirchen" in der Patronatskirche stattfinden kann, sehr wahrscheinlich revidieren müssen. Schüler der Kreismusikschule "Gebrüder Graun" wollen unter Leitung von Siegfried Frische auch Geld für die Sanierung der Orgel einspielen. "Das Instrument ist leider schon seit längerer Zeit nicht mehr funktionstüchtig", bedauern die Mitglieder des Gemeindekirchenrates. Laut erster Berechnungen werden etwa 20 000 Euro benötigt, um das erste der beiden Manuale in Ordnung zu bringen und die 1908 von Marie Wiegand (geborene Siemens) gestiftete Orgel wieder bespielbar zu machen. Das erklärt Hans Werner Unger, der die Königin der Instrumente gern regelmäßig für die Dorfbewohner und ihre Gäste erklingen lassen will. Doch für die Ahlsdorfer heißt es noch fleißig zu sparen.