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| 15:22 Uhr

Uebigau
Gartenbau verschafft sich Gehör

Klaus-Peter Manig (rechts) hat den Gästen am Dienstag seine Staudengärtnerei vorgestellt.
Klaus-Peter Manig (rechts) hat den Gästen am Dienstag seine Staudengärtnerei vorgestellt. FOTO: LR / Rudow
Uebigau. Michael Stübgen mit Vertretern des Zentralverbandes und des Landesverbandes Gartenbau in Uebigau. Von Birgit Rudow

Autoindustrie, Handwerk oder Landwirtschaft – stets und ständig sind sie in aller Munde. Doch wer fragt nach den Gartenbauern, den vielen Gartenbaubetrieben oder Gärtnereien? „20 Prozent der Arbeitskräfte in der Landwirtschaft sind im Gartenbau beschäftigt. Wir sind ein wichtiger Faktor im ländlichen Raum. Aber die Branche findet viel zu wenig mediale Beachtung“, sagt der Geschäftsführer des Gartenbauverbandes Berlin Brandenburg Dr. Andreas Jende.

Der Zentralverband Gartenbau e. V. hatte deshalb am Dienstag den Parlamentarische Staatssekretär des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft Michael Stübgen (CDU) in die Staudengärtnerei von Klaus-Peter Manig nach Uebigau eingeladen, um aktuelle gartenbaupolitische Themen zu diskutieren. „Gartenbau ist ein sehr wichtiger Bereich. Ich war in der vergangenen Woche zu Gast bei der Bundesverbandstagung. Da kam der Gedanke, sich bei mir im Wahlkreis zu treffen. Ich nutze solche Gespräche vor Ort gern, um mich auch auf diesem Gebiet einzuarbeiten“, so Stübgen, der seit März dieses Jahres Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium ist.

Zu dem Treffen am Dienstag sind auch der Präsident des Zentralverbandes Gartenbau Jürgen Mertz, der Generalsekretär des Zentralverbandes Bertram Fleischer und der Präsident des Gartenbauverbandes Berlin-Brandenburg Dr. Klaus Henschel gekommen. In kleiner Runde haben sie über die Probleme der Gartenbauer beraten. Dabei war unter anderem ein Thema das Risikomanagement in der Branche, so Andreas Jende. Auch die Gartenbaubetriebe hätten nach dem Blütenfrost 2017 in diesem Jahr unter der Dürre gelitten. Bei der Suche nach Unterstützung stünden sie immer als Bittsteller da. „Das tut unserem Image nicht gut. Sich gegen solche Ereignisse zu versichern, ist schwer. Es muss aber Mechanismen geben, wie die Betriebe sich absichern können. In anderen europäischen Ländern geht das“, so der Geschäftsführer. Das sieht Michael Stübgen ebenso. Wie eine Lösung aussehen könnte, könne er aber konkret derzeit noch nicht sagen, meinte er zur RUNDSCHAU und verwies darauf, dass auch Gartenbaubetriebe Dürrehilfen beantragen könnten.

Bei einem Rundgang durch die Staudengärtnerei Manig kam auch das Problem Alternativen zu Torfsubstraten im Gartenbau zur Sprache. Hier müsse es langfristige Strategien geben, gab Stübgen den Gartenbauern recht. Einen Ausstieg allein auf dem Binnenmarkt sei nicht machbar, sagte er. Dazu müsse man aber mit dem Umweltministerium übereinkommen, so der Staatssekretär.