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| 18:44 Uhr

Im Blickpunkt
Für selbstbestimmtes Wohnen im Alter

Elbe-Elster-Kreis. Im Elbe-Elster-Kreis steigt die Zahl der Angebote stetig. Aber es gibt immer noch weiße Flecken. Von Sylvia Kunze

Selbstbestimmtes Wohnen bis ins hohe Alter muss heute keine Seltenheit mehr bleiben. Schließlich hat sich eine Vielzahl von entsprechenden Angeboten auch für jene Senioren etabliert, die aus verschiedenen Gründen nicht mehr allein zurechtkommen und auf mehr oder weniger regelmäßige Hilfe angewiesen sind. Wie Anne-Marie Gundermann aus der Verwaltung des Landkreises einschätzt, ist der Landkreis Elbe-Elster mit diesbezüglichen neuen Wohnformen „sehr gut bestückt“ und „ziemlich gleichmäßig verteilt“. Sie zählt zum Beispiel 16 Wohngemeinschaften (14 davon Pflegewohngemeinschaften), die mehr als 100 Plätze bieten. „Wir sind da gut vorangekommen, wobei sicherlich immer noch Bedarf besteht“, schätzt sie grob ein.

„Hier im Süden Brandenburgs ist man jedenfalls weiter als in anderen Teilen des Landes“, weiß die SPD-Landtagsabgeordnete Barbara Hackenschmidt, die erst unlängst mithilfe der Friedrich-Ebert-Stiftung zu einer Gesprächsrunde über solche neuen Wohnformen im Alter eingeladen hatte. Vielleicht sei das auch so, weil man mit der Niederlausitzer Kreishandwerkerschaft einen Gesundheitsdienstleister sozusagen „an der Hand“ habe, der aufzeige, dass es nicht nur ein Pflegebett gibt, sondern dass man Wohnen im Alter mit vielen anderen Maßnahmen erleichtern bzw. überhaupt möglich machen könne, so Barbara Hackenschmidt. Der Elbe-Elster-Kreis sei mit diesem Modell jedenfalls Vorreiter im Land. Und der Pflegestützpunkt mit seiner fachkundigen Beratung leiste ebenfalls seinen Teil. Selbst wenn das häusliche Umfeld verlassen werden müsse, blieben noch andere Angebote, die selbstbestimmtes Wohnen befördern.

Dass inzwischen viele Anbieter an dem Strang ziehen, weiß Anne-Marie Gundermann und zählt unter anderem auf: ambulante Dienste, Tagespflegeeinrichtungen, vollstationäre Einrichtungen, die Wohngruppen aufbauen, ambulante Wohnformen. Selbst in den Kommunen wird das Problem intensiv beleuchtet und begleitet. So berichtet zum Beispiel der Falkenberger Bürgermeister Herold Quick über mehrere Einrichtungen im Stadtgebiet, die alle ausgelastet seien und man sich deshalb Gedanken mache, wie bei steigenden Bedarfen regiert werden könne. Da ist nicht nur von einer Erweiterung bei den AWO-Angeboten vor Ort die Rede, sondern auch von weiteren Aktivitäten. Zu diesen zählen zum Beispiel die Bemühungen des Falkenberger Immobilienverwalters Stephan Bawey. Der macht deutlich, dass auch bei ihm ältere Leute immer mehr in den Fokus rücken, er aber keine 08/15, sondern individuelle Lösungen anbieten wolle. Doch: Dazu fehle es ihm bisher an Feedback. Er hofft auf die Auswertung der aktuell laufenden Befragung im Zuge des Projektes „Leben und Wohnen im Alter“.

Anders als in Falkenberg muss Renate Rziha, Ortsvorsteherin in Schönewalde, noch immer auf derartige Angebote in ihrem Stadtbereich warten. „Wir versuchen schon lange einen Träger zu finden. Immobilien wären da, aber es bewegt sich bislang nichts“, berichtet sie enttäuscht, weil sie entsprechenden Bedarf durchaus sieht. Kontakte zur AWO hat sie bereits geknüpft. Ob die zum Erfolg führen, bleibt abzuwarten.