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| 17:09 Uhr

Herzberger Innenstadt
Für 1,6 Millionen: Kreis saniert Haus 1

Herzberg. Ehemaliges Gymnasiumgebäude in Herzberg soll als Verwaltungssitz und für die Volkshochschule genutzt werden. Von Birgit Rudow

Seit dem Umzug des Herzberger Philipp-Melanchthon-Gymnasiums vor gut einem Jahr an den Standort des ehemaligen Oberstufenzentrums in der Anhalter Straße stehen die beiden Gymnasiums-Häuser in der Innenstadt so gut wie leer. Beide gehören dem Kreis. Festgelegt war, dass dieser das Haus 1 an der Kirche übernimmt und das Haus 2 der Stadt zur Nutzung anbietet. Während es zum Haus 2 bis auf ein knapp mehrheitliches Bekenntnis der Herzberger Stadtverordenten bis heute keine Entscheidung gibt, soll es mit dem Haus 1 jetzt vorangehen.

Der Kreisausschuss des Kreistages hat dem Ansinnen der Verwaltung zugestimmt, das Gebäude in der Rosa-Luxemburg-Straße für 1,6 Millionen Euro zu einem Verwaltungs- und Volkshochschulgebäude umzubauen.

Die Mittel sind im Investitionshaushalt des Landkreis für 2017/18 eingestellt. Der Kreis bekommt für den Umbau zudem 723 600 Euro Fördermittel aus dem Kommunalinvestitionsförderungsgesetz und 80 400 Euro aus dem Brandenburgischen Finanzausgleichsgesetz.

Wie Kämmerer Peter Hans im Kreisausschuss erläuterte, soll das Gebäude die Platzprobleme innerhalb der Kreisverwaltung vor allem in der Grochwitzer Straße entspannen und künftig das Amt für Jugend, Familie und Bildung beherbergen. Für das Kreisgebäude in der Grochwitzer Straße steht die Verwaltung noch in Verhandlung mit der Bundesagentur für Arbeit, die beabsichtigt hatte, ihren Sitz von der Uebigauer Straße in das Verwaltungsgebäude Grochwitzer Straße umzuverlegen. Die Verhandlungen sind noch nicht abgeschlossen, so Peter Hans.

Sollte die Agentur Räume in der Grochwitzer Straße anmieten, müssten andere Bereiche, sprich das Amt für Jugend, Familie und Bildung, sowieso anderweitig untergebracht werden. Aber auch wenn der Umzug der Agentur nicht zustande käme, würde künftig Bedarf an Büroflächen in der Rosa-Luxemburg-Straße bestehen, so der Kämmerer. Das Verwaltungsgebäude in Grochwitz ist nämlich bereits überbelegt. Grund sind der Personalzuwachs im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise und der Neuregelung in den Bereichen Vormünder sowie Unterhaltsvorschuss. Deshalb musste die Stabsstelle „Strategie, Prävention, Netzwerke“ schon in die Ludwig-Jahn-Straße und die Wirtschaftsförderung nach Bad Liebenwerda umziehen. Darüber hinaus bestehe in den kommenden Jahren zur Umsetzung gesetzlicher Änderungen beispielsweise beim Bundesteilhabegesetz oder beim Pflegestärkungsgesetz ein personeller Mehrbedarf von elf Stellen. Eine weitere Stelle käme durch die verwaltungstechnische Abwicklung des beitragsfreien Kita-Jahres hinzu, so der Kämmerer.

In anderen Verwaltungsstandorten des Kreises in Herzberg seien keine Platzkapazitäten mehr vorhanden. Ohne eine Sanierung des Gebäudes in der Rosa-Luxemburg-Straße müssten Räumlichkeiten in Herzberg angemietet werden, erläuterte Peter Hans.

Die Herzberger Abgeordnete Sandra Nauck (SPD) fragte beim Kämmerer nach, ob die Wirtschaftsförderung wieder nach Herzberg zurückkehren könne, wenn die Arbeitsagentur nicht in der Grochwitzer Straße einzieht. Dann müsse man sehen, wie das Haus ausgelastet ist, so der Kämmerer. Gerd Rothaug (CDU) hat noch einmal darauf hingewiesen, dass die Herrichtung des Hauses 1 des Gymnasiums ein Versprechen des Kreises an die Stadt Herzberg gewesen ist. Uve Gliemann (LUN) blieb bei der schon früher geäußerten Meinung, dass seine Fraktion das gesamte Vorhaben mit Skepsis betrachte. In der Abstimmung im Kreisausschuss enthielten sich die Abgeordneten der LUN/BVB/BfF/Hz-Fraktion dann auch der Stimme. Alle anderen stimmten für eine Sanierung.

Die Bauarbeiten am ehemaligen Gymnasiumhaus müssen 2020 abgeschlossen sein. Nach Erteilung der Baugenehmigung sollen die Bauleistungen ausgeschrieben werden.