Uwe Voigt und seine Frau Jutta sind längst im Modus der närrischen Zeit. Wegen eines passenden Kostüms müssen sie sich nicht die Köpfe zerbrechen. Er als Schatzmeister und sie als Schriftführerin werden beide in die Uniform des Falkenberger Carneval Clubs schlüpfen. Heißt also: Schuhe bereitstellen, Hose und Hemd bügeln, Jacke abstauben und Orden richten, Fliege zurechtlegen und letztlich noch an die Kappe denken.

Vom Faschingsvirus schon vor Jahren infiziert

Die beiden Großrössener hat das Faschingsvirus schon vor Jahren erfasst und bis heute nicht losgelassen. Dass Uwe Voigt aber einmal sozusagen zum Inventar des Vereins gehört, war nicht vorn vornherein abzusehen. Als Ton- und Lichttechniker hat der junge Fernmeldemechaniker noch einst im Falkenberger Kulturhaus der Eisenbahner erste Kontakte mit den Faschingsverrückten gehabt. Voigt ist auch dabei geblieben, als er dann längst nichts mehr mit Licht, Ton und Technik zu tun hatte. Über 30 Jahre hält er nun schon dem Verein die Treue. Etwa die Hälfte davon als Schatzmeister. „Als die Posten zu vergeben waren, lag mir das mit dem Geld am ehesten“, erinnert er sich, wie er dazu kam.

Und auch seine Frau kann und will nicht ohne FCC und närrische Zeit sein. „Als Jugendliche bin ich immer nach Falkenberg zum Fasching rübergefahren und habe mich gefragt, wie ich in den Verein kommen könnte. Dann habe ich meinen Mann kennengelernt...“

Der sei genau der Richtige auf dem Posten, ist Jutta Voigt überzeugt: „Der Umgang mit Zahlen und das sparsame Wirtschaften sind genau sein Ding“, weiß sie um die Stärken ihrer besseren Hälfte.

Ohne Sparsamkeit stünde es schlecht um den Verein

Die diese auch Jahr für Jahr aufs Neue ausspielen muss, „denn an Gewinn ist nicht zu denken“, macht Uwe Voigt deutlich, dass die Vereinskasse längst nicht so üppig gefüllt ist, wie man sich das vielleicht wünschen würde. Gerade jetzt, so kurz vor dem Faschingswochenende scheint das Geld nur so durch die Finger zu rinnen. „Da ist die Miete für das Haus des Gastes zu zahlen, will der DJ sein Geld, fordert die Gema ihren Anteil ein, kommen eventuell noch Rechnungen für zu reparierende oder zu reinigende Kleidung der Vereinsmitglieder“, benennt er nur einige Posten, die unmittelbar mit den Karnevalsveranstaltungen zu tun haben.

Außerdem kommen noch Ausgaben für den Kauf von Orden, die Getränkerechnung, Kosten für Strom und Wasser, Süßigkeiten, Spiel- und Dekomaterial für den Kinderfasching und einiges mehr hinzu. So manches Mal muss Uwe Voigt die Vereinsmitglieder bremsen: Muss jetzt nicht! Geht jetzt nicht! - Oder sowas in der Art bekommen diese dann zu hören.

Volles Haus am Samstagabend gewünscht

Ein volles Haus zur Prunksitzung am Samstagabend sei nicht nur wünschenswert, weil es sich in der Masse besser feiere. Es werde auch zum Stabilisieren der finanziellen Situation des Vereins dringend benötigt, weiß Präsident Mario Sandmann. „Wir haben ja nicht nur das Wochenende zu bestreiten, sondern das gesamte Jahr über laufen Kosten, unter anderem für unser Vereinsdomizil am Markt und für die Miete der Turnhalle, in der unser Nachwuchs regelmäßig trainiert, auf“, fügt er hinzu.

Nach wie vor dürfe sich der Verein über guten Zuspruch von interessierten Kindern freuen. „Für unsere Trainerinnen wird es zwischenzeitlich richtig anstrengend, alle Funken gut zu betreuen. Besonders in der Altersgruppe ab drei Jahren ist die Nachfrage groß und die Arbeit sehr anspruchsvoll. Ich staune immer wieder, was da für tolle Ergebnisse rauskommen“, lobt Sandmann das Engagement von Jara Lea Sandmann und Gina-Maria Jehnichen.

Auch in diesem Jahr werden die kleinen und großen Funken, die sogar mit männlicher Verstärkung, wieder gehörig in Aktion zu erleben sein. Jungs „in der Jugendabteilung der Funken sind fast untypisch. Deshalb sind wir mächtig froh, dass wir sie haben“, sagt der Präsident. „auch mit Blick darauf, dass sie unser Männerballett, an dem wir auch dieses Jahr wieder festhalten wollen, verjüngen helfen.“

Der FCC startet eine Städtereise um die Welt

Unter dem Motto „Der FCC hat sich aufgestellt für eine Städtereise um die Welt“ wird jede Menge Spaß versprochen. Jutta Voigt hofft, dass sie dem Kapitel 41. Session nur gute Notizen hinzufügen kann. „Im Anker (also im Kulturhaus der Eisenbahner/Anm.d.Red.) war es zum Fasching immer knackevoll“, erinnert sie sich. „Und erst mal die 1. Veranstaltung hier im Haus des Gastes, die gleichzeitig als Eröffnung des Hauses galt. Da war ein Andrang“, erinnert man sich gern.

Dass es nun auch einige Jahre eine merkliche Flaute in den Besucherreihen gab, stimmt traurig, schmälert den Spaß am närrischen Treiben aber nicht. „Wir versprechen wieder ein abwechslungsreiches Programm“, lässt der Präsi wissen.

Bürgermeister muss sich Rathausschlüssel zurückverdienen

Zu dem gehört natürlich auch die Rückgabe des Rathausschlüssels, den sich der neue ehrenamtliche Falkenberger Bürgermeister Stephan Bawey „zurückverdienen“ muss. Es werde nicht die schwierigste Aufgabe auf ihn warten, hat der FCC vorab verlauten lassen, aber einfach so gebe es den Schlüssel auch nicht zurück.

Einladung zum Karneval nach Falkenberg


Der 41. Karneval in Falkenberg wird am Samstag, 22. Februar, ab 20.11 Uhr mit einer Prunksitzung und am Sonntag, 23. Februar, ab 15 Uhr mit einem Kinderfasching (beides im Haus des Gastes in Falkenberg) gefeiert.

Karten dafür gibt es im Vorverkauf (Tel. 035365 35414 oder 0162 1058733) sowie an der Abend- bzw. Tageskasse.