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Fünf Sterne für das TraumHaus

Die Gruppe behinderter Menschen aus Heilbronn und ihre Betreuer vor dem TraumHaus, vorn rechts Rolli-Fahrer Thomas.
Die Gruppe behinderter Menschen aus Heilbronn und ihre Betreuer vor dem TraumHaus, vorn rechts Rolli-Fahrer Thomas. FOTO: Rudow
Herzberg. Zehn behinderte Menschen und deren Betreuer aus Heilbronn haben zehn Tage Urlaub in Elbe-Elster gemacht. Sie sind voll des Lobes über die Region und ihre Unterkunft im TraumHaus des Elsterparks. Birgit Rudow

Sie kommen aus Heilbronn, Stuttgart oder Reutlingen, die zehn behinderten Frauen und Männer, die mit ihren fünf Betreuern zehn Tage im Elbe-Elster-Land verbracht haben — 500 Kilometer und acht Stunden Autofahrt (mit vielen Pausen) von der Heimat entfernt. Sie haben schon öfter Reisen unternommen in Deutschland und auch ins Ausland. "Wir haben uns überall wohlgefühlt. Und auch in Herzberg hat es uns sehr, sehr gut gefallen. Das TraumHaus bekommt von uns fünf Sterne für die Unterkunft, die Betreuung, das Essen und die behindertengerechten Zimmer. Für unsere Annika hatte das Elsterpark-Team auch eine tolle Geburtstagsüberraschung parat. Hier war alles super", sagte die Leiterin der Gruppe Renate Lange.

Die Gäste aus dem Schwabenland hatten in den vergangenen Tagen ein volles Programm. Sie waren in Torgau, im Tierpark in Finsterwalde, in der Brikettfabrik "Louise", im Miniaturenpark Elsterwerda, in Dresden, in Lübbenau und in der Lutherstadt Wittenberg. Natürlich haben sie sich auch Herzberg angesehen. Der Oldtimer-Spezialist der Stadt Enrico Forker hat für den Oldtimerfan Thomas sogar einen alten DDR-Notarzt-Wartburg rausgefahren und Günther Schulze hat einen Filmabend für die Gäste organisiert. Auch die Angebote des Elsterparks wie Kanufahrten oder der Kletterpark wurden genutzt. "Ich tät gern für immer hier bleiben", meinte Rollstuhlfahrer Thomas scherzhaft in schönstem schwäbisch. Betreuer Michael Lange war vor allem von der Natur angetan. "Die vielen Wälder, Felder und Wiesen. Hier ist alles so schön ruhig. Und man bekommt Tiere zu Gesicht, die man bei uns gar nicht mehr sieht", sagt er.

Organisiert hat die Fahrt die Einrichtung "Offene Hilfen Heilbronn", die sich seit vielen Jahren um Freizeitaktivitäten für Menschen mit Handicap kümmert — von der Stadtrandfreizeit über Wochenendreisen bis zur Auslandsfahrt. Die "Offenen Hilfen" sind auch auf den Elsterpark in Herzberg gestoßen, und so gelangten die behinderten Menschen aus dem Schwabenland nach Elbe-Elster. Betreut werden sie von Ehrenamtlichen. Bei der Gruppe in Herzberg waren es neben Renate Lange, die sonst im Kindergarten arbeitet, unter anderem ihr Mann Michael, der schon im Rentenalter ist, Claudia Dankert, die eigentlich Tagesmutti ist, oder Mike, der sein Freiwilliges soziales Jahr bei den "Offenen Hilfen" leistet. "Diese Aufgabe muss man mit Herzblut machen und voll dabei sein. Der Aufenthalt im TraumHaus wird uns noch lange in Erinnerung bleiben. Wir werden den Elsterpark gern weiterempfehlen", sagt Michael Lange.

Das TraumHaus, die Beherbergung im Elsterpark mit 30 Doppel- bzw. Familienzimmern, weist einen hohen Standard auf und ist komplett behinderten- und rollstuhlgerecht eingerichtet. Am 1. Januar 2015 wurde es eröffnet. "Die Auslastung steigt von Jahr zu Jahr. Wir sind sehr zufrieden. Der Monat mit dem höchsten Auslastungsgrad ist in diesem Jahr der September", sagt der Leiter des Elsterparks Robert Haenzel. Zwei Drittel der Besucher müssen eine Hilfebedürftigkeit vorweisen. Laut Haenzel liegt der Anteil beim TraumHaus momentan bei 72 Prozent.

Die Einrichtung hat eine überregionale Ausstrahlung. Die Gruppen kommen aus vielen Ecken Deutschlands. Das Haus wird überregional beworben. "Die beste Werbung für uns ist aber die Mund-zu-Mund-Propaganda von Leuten, die schon einmal hier waren, wie jetzt bei dieser Gruppe aus Schwaben", sagt er. So ist es kein Wunder, dass für 2018 schon jetzt jede Menge Buchungen und Anfragen vorliegen. Seit einigen Tagen übrigens auch von den "Offenen Hilfen Heilbronn".