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Führungskader aus fast 40 Nationen in Holzdorf

Von erfahrenen Controllern ließen sich die Führungskräfte die moderne Luftraumüberwachung erläutern.
Von erfahrenen Controllern ließen sich die Führungskräfte die moderne Luftraumüberwachung erläutern. FOTO: Sven Gückel/svg1
Schönewalde/Holzdorf. Die Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg gilt als Kaderschmiede der deutschen Streitkräfte. Wer hier geschult wird, strebt zumindest eine höhere Militärlaufbahn an. svg1

Unterrichtet werden an der Akademie aber auch ausländische Offiziere, sofern sie nicht aus EU oder NATO-Staaten kommen. Der aktuelle Lehrgang besuchte vor wenigen Tagen den Standort Holzdorf.

Das Interesse an deutschem Know-how ist hoch. Auch die Bundeswehr steht spürbar im Fokus der internationalen Staatengemeinschaft. Jedes Jahr bewerben sich ranghohe Offiziere aus einer Vielzahl Länder an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg um einen der begehrten Ausbildungsplätze. Geboten wird den Aspiranten nach einem einjährigen Sprachkurs, in den Hörsälen der Führungsakademie wird ausschließlich Deutsch unterrichtet, ein zwölfmonatiger Lehrgang, der Facetten wie den Aufbau der deutschen Streitkräfte, deutsche Sicherheitspolitik, Führungsmanagement, aber auch Einblicke in Kultur, Soziales, Wirtschaft und Geschichte des Landes bereit hält.

Die Absolventen des aktuellen Lehrgangs, 17 deutsche und 62 ausländische Soldaten aus 37 Nationen, werden nicht nur theoretisch in die Lehrinhalte unterwiesen, sondern auch praxisnah. Teile dieser Ausbildung beinhalten unter anderem Besuche an Bundeswehrstandorten wie dem Fliegerhorst Schönewalde/Holzdorf. Hier wurden die Offiziere durch das DCRC geführt, der verlegefähigen Variante des im Schönewalder Bunker untergebrachten Controll and Reporting Center. An den Bildschirmen ließen sich die Lehrgangsteilnehmer Formen der modernen Luftraumüberwachung sowie des Jägerleiteinsatzes aufzeigen und erklären.

Oberst Achim Neitzert, Tutor des Hörsaales Luftwaffe und Vertreter des Lehrgangsleiters, zeigte sich mit dem Gesehenen sichtlich zufrieden. "Einem ausführlichen Briefing durch den Standortältesten und Kommandeur des Einsatzführungsbereiches 3, Oberst Mario Herzer, folgte ein interessanter Einblick in eine sicherheitsrelevante Arbeit, die maßgebend für die Sicherheit des deutschen Luftraumes ist”, betonte Neitzert. "Ich finde es gut, dass uns die Bundeswehr die Möglichkeit gibt, an ihrem Wissen teilzuhaben”, ergänzte Major Raul Järviste, als Este einziger EU-Bürger unter den Ausländern des Lehrgangs.

Nur etwas mehr als zwei Stunden dauerte der Aufenthalt in Holzdorf. Noch am selben Tag fuhr die Gruppe weiter nach Laage, um sich am Stationierungsort des Kampfjets Eurofighter weitere Eindrücke vom Alltag der Luftwaffe zu holen.