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Friedenskreis ruft zu Stopp der nuklearen Aufrüstung auf

Auch Friedenslieder animierten auf dem Markt zum Nachdenken.
Auch Friedenslieder animierten auf dem Markt zum Nachdenken. FOTO: Landkreis
Herzberg. Die Herzberger Friedensgruppe hat sich am 6. August, dem Jahrestag des ersten Atombombenabwurfes 1945, zu einer Willensbekundung auf dem Herzberger Markt getroffen, um zu einem Stopp der nuklearen Aufrüstung, zum Abzug und Verbot der Atomwaffen aus Deutschland aufzurufen. pm/blu

Bei der sehr gut organisierten Kundgebung begrüßte Mitinitiator Reinhard Straach rund 150 Besucher, denen das Anliegen des Tages durch mehrere Redner dargebracht wurde, immer wieder aufgelockert durch bekannte Friedenslieder. Die dadurch entstandene Atmosphäre animierte zum Nachdenken und erinnerte an einstige Friedensbewegungen. Bereits im Vorfeld hatten sich die Gruppenmitglieder während eines Informationsabends über die atomare Rüstung in Deutschland verständigt und festgestellt: "Wir sitzen auf einem gewaltigen Pulverfass! 15 000 Atombomben, jede mit einer größeren Sprengkraft als die Hiroshima- und Nagasakibomben stehen weltweit bereit, die menschliche Zivilisation zu zerstören." Reinhard Straach dazu näher: "Davon werden im Fliegerhorst bei Büchel in der Eifel 20 Atombomben gelagert und modernisiert. Deutsche Soldaten üben hier ihren Einsatz. Auch eine nur teilweise Anwendung kann bereits global einen atomaren Winter auslösen. Als Verteidigungswaffe ist die Atombombe undenkbar, auch wenn es Menschen gibt, die dies so diskutieren."

1,6 Billionen Dollar würden weltweit pro Jahr für die Rüstung ausgegeben werden. Dagegen stünden 800 Millionen Menschen auf der Erde, die Hunger leiden. Dies wolle der Herzberger Friedenskreis so nicht hinnehmen. Dem schlossen sich die Gastredner, darunter der ehemalige Mühlberger Ansgar Schmidt aus Zittau, Bürgermeister Dieter Herrchen aus Elsterwerda (Mitglied der mayors for peace) und Elbe-Elster-Landrat Christian Heinrich-Jaschinski an.

Ansgar Schmidt sagte: "Wir meinen, dass dieses Teufelswerk nicht mit der Weisheit ‚nichts hören - nichts sehen - nichts sagen' bewältigt werden kann. Angesichts der Entwicklung muss ein Aufschrei durchs Land gehen, damit unsere Regierung angehalten wird, bei der UNO mit den meisten Staaten für ein Atomwaffenverbot einzutreten." Aus diesem Grunde rief der Friedenskreis die Herzberger Einwohner dazu auf, sich an der bundesweiten Unterschriftenkampagne "Büchel ist überall! Atomwaffenfrei: jetzt!" zu beteiligen. Die Unterschriftslisten liegen weiterhin in der Bücherei am Markt und in der BücherKammer aus.