Von Birgit Rudow

30 Grad im Schatten und die Sonne knallt erbarmungslos. Für viele Herzberger ist der Besuch im Schwimmbad an solchen Tagen eine willkommene Alternative. Derzeit 23, 24 Grad Wassertemperatur (Tendenz steigend) sorgen (noch) für eine willkommene Abkühlung. Nach dem unterkühlten Start in die Saison sind die Schwimmmeister mittlerweile mit den Besucherzahlen zufrieden, auch, wenn man bedenkt, dass die Schulferien erst in der nächsten Woche beginnen. „Wenn das Wetter anhaltend gut ist, kommen die Leute auch. Zwischen 200 und 400 Besucher sind es dann täglich. Am Donnerstag waren es 200, am Mittwoch 280. Der Spitzentag war bisher der 2. Juni mit 500 Badegästen“, sagt Schwimmmeister Gerald Thäle.

Bei der Stadt Herzberg sitzt der Stachel noch tief, dass es mit den Fördermitteln für die Schwimmbadsanierung aus dem Bundesprogramm zur Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur nicht geklappt hat. Mit einer Förderung wäre die Stadt alle Sorgen los gewesen. Denn aus dem vor 50 Jahren eingeweihten Bad auf eigene Kosten für 4 bis 5 Millionen Euro ein modernes Spiel- und Spaßbad zu machen, ist für die Stadt finanziell utopisch.

Spendenkonto eingerichtet

Sie muss nun den Weg der kleinen Schritte gehen und will dabei die Herzbergerinnen und Herzberger einbeziehen. Die Stadt hat zu einer Spendenaktion für das Freibad aufgerufen und wirbt dafür auf Facebook per Video mit dem Bürgermeister als Protagonisten höchst selbst. 1800 Euro sind bereits auf dem Spendenkonto eingegangen. „Das ist schon eine tolle Summe. Aber es ist natürlich klar, dass wir mit diesen Spenden das Bad nicht sanieren können“, sagt Stadtoberhaupt Karsten Eule-Prütz. Vielmehr sieht er in den Zuwendungen ein Bekenntnis der Herzberger für ihr Bad. Wenn das Bad, auf welchem Weg auch immer, für viel Geld saniert werden soll, müsse man wissen, ob die Verbundenheit der Herzberger zu der Einrichtung überhaupt besteht, meint er. Die Besucherzahlen und die Beteiligung an der Spendenaktion sprechen jedenfalls schon dafür.

Sonnensegel und Klettergerüst

Nach der Fördermittelabsage vom Bund will die Stadt erst einmal den Kinder- und Spielbereich aufwerten. „Für die Kinder fehlen ein Wasserspielbereich und eine Rutsche. Daran können wir vorerst auch nichts ändern. Aber wenn wir schon an den Becken nichts machen können, dann soll wenigstens das Umfeld und so die Aufenthaltsqualität aufgewertet werden“, sagt der Bürgermeister.

So könnte das Babybecken mit einem Sonnensegel überspannt werden. Ein neues tolles Klettergerüst ist vorgesehen und es wird einen Beach-Bereich geben. Dafür haben Herzberger Firmen bereits bunte Liegestühle gespendet, die am Dienstag um 9 Uhr im Freibad aufgestellt werden.

Die Geldspenden der Bürgerinnen und Bürger könnten zum Beispiel für das Klettergerüst genutzt werden, sagt Karsten Eule-Prütz. Was die grundlegende Umgestaltung des Freibades betrifft, so wird die Stadt nur schrittweise vorgehen können. Eine Klein-Klein-Sanierung wie etwa im Tierpark macht hier aber wenig Sinn. Die Fachleute der Stadt haben noch einmal mit den Planern, die schon das grobe Konzept für die Fördermittelbeantragung erstellt hatten, zusammengesessen. „Wir können die Sanierung maximal in drei Abschnitte teilen“, sagt der Bürgermeister. Zwingend muss zuerst die Wasseraufbereitungsanlage erneuert werden. Die Stadt bemüht sich jetzt um Fördermittel, erst einmal für die Planung.

Der zweite Abschnitt betrifft die Umgestaltung des Badbereiches mit dem 50-Meter-Becken. Im dritten Abschnitt soll das kleine Becken zurück gebaut und für die Kleinsten ein Matsch- und Spielbereich entstehen. „Wir werden über das Thema Schwimmbad noch viele Jahre reden“, sagt der Bürgermeister. Wichtigste Voraussetzung ist für ihn aber, dass sich die Herzberger nicht nur mit Worten und Geldspenden zu ihrem Freibad bekennen, sondern es auch wirklich nutzen. Natürlich ist das auch wetterabhängig, aber momentan sehen die Zahlen ganz gut aus – bei 30 Grad im Schatten.

Spendenkonto: IBAN DE43 1805 1000 3300 100 177, Kennwort „Schwimmbadsanierung“