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| 19:31 Uhr

Betriebsbesuch bei Rahmen-Spezialisten
Vom Soldaten auf Zeit zum Unternehmer

Jens Zwanzig, Geschäftsführer der Regionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaft Elbe-Elster, Landrat Christian Heinrich-Jaschinski, Frame Design Inhaber Mathias Mende und Mitarbeiter Rayk Bräutigam bei Betriebsrundgang in Jeßnigk.
Jens Zwanzig, Geschäftsführer der Regionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaft Elbe-Elster, Landrat Christian Heinrich-Jaschinski, Frame Design Inhaber Mathias Mende und Mitarbeiter Rayk Bräutigam bei Betriebsrundgang in Jeßnigk. FOTO: LR / Wirtschaftsförderung Elbe-Elster
Jessnigk. Frame Design Mende aus Jeßnigk ist als Unternehmensnachfolger seit 2011 erfolgreich am Markt.

Im Rahmen der 1. NEOpreneurs-Tour, dem Neu- und Jungunternehmernetzwerk für Südbrandenburg, haben kürzlich der Geschäftsführer der Regionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaft Elbe-Elster, Jens Zwanzig und Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (CDU) sogenannte NEOpreneurs besucht, um einen Einblick in das Business ausgewählter junger Unternehmer zu bekommen. Ein wiederkehrendes Thema war, was genau unsere Region für junge Unternehmer so attraktiv macht. Landkreisverwaltung und Wirtschaftsförderung besuchen regelmäßig Firmen im Landkreis, um vor Ort zu erfahren, wo der Schuh drückt und wo mit Kreishilfe womöglich Probleme ausgeräumt werden könnten. Der Besuch bei Frame Design Mende im Schönewalder Ortsteil Jeßnigk war besonders spannend.

In der Region gibt es viele mittelständische Unternehmen mit Nachwuchs- und Nachfolgeproblemen. Nicht alle davon haben es geschafft, einen Nachfolger zu finden, der nicht unmittelbar aus der Familien stammt. Doch Frame Design Mende – Inhaber Mathias Mende – wusste genau, was er wollte, als er zum 1. Januar 2011 die Unternehmensnachfolge für den vorher bestehenden Betrieb GRAF`S Bilderrahmen übernahm und mit dem Neuaufbau begann. Damals mit einem Angestellten. Heute sind es 25 Mitarbeiter und mit Erschließung neuer Geschäftsfelder soll es auch weiter gehen.

Der Bau von Holz-, Alu- sowie Kunststoffrahmen für Bilder, Spiegel, Pinnwände und andere Rahmen sowie den Handel mit diesen und anderen Produkten der Fotoindustrie einschließlich Service rund um den Rahmenbau haben sich von Jeßnigk aus in halb Europa etabliert und sind dank des Online-Handels gefragt. Und man ist mit Digitalisierung und Automatisierung von Produktion und Versand auf dem besten Weg, um noch attraktiver für Abnehmer und Handelsketten zu werden.

Alles zusammen mit einer Firmenphilosophie die den Teamgedanken belebt, die Mathias Mende als ehemaliger Bundeswehrangehöriger vom Bundeswehrstandort Holzdorf und als studierter Wirtschaftswissenschaftler mit nach Jeßnigk nahm. „Für mich ist das mit meinen Mitarbeitern ein Geben und Nehmen“, meint Mathias Mende, „um auch meiner Fürsorgepflicht gerecht zu werden.“ Ohne motivierte Mitarbeiter läuft nicht viel, aber ohne neue Ideen für das Geschäftsmodell erst recht nicht, so sein Credo. Er erinnerte sich aber auch an die Anfangsjahre, als er sich die Hacken ablief, um Kunden zu akquirieren.

Beginnend mit dem stationären Handel bis zum erfolgreichen Start des Onlinevertriebes 2013. Dazu Onlinemarktplätze wie Ebay oder Amazon. Aber auch über die sozialen Medien versucht das Unternehmen neue Kanäle aufzutun. So versucht Frame Design Mende eine Community aufzubauen, die sich mit der Marke verbunden fühlt und dann eventuell im zweiten Schritt über die Vertriebskanäle kauft.

„Eine Existenzgründung und die Weiterentwicklung eines Unternehmens ohne Vernetzung funktioniert heute nicht mehr“, ist sich Mathias Mende sicher und erinnerte an die Zusammenarbeit mit der IHK. 2014 begann die Digitalisierung. Diese wird in allen Bereichen fortgesetzt, um wettbewerbsfähig zu sein. Musste man früher neben der eigentlichen Herstellung eines Produktes viel Zeit und Arbeitskraft für Verpackung und Vertrieb aufbringen, geht das heute mit über 100 000 Artikel auch ohne entsprechende Lagerlogistik nicht mehr. Landrat Christian Heinrich-Jaschinski war begeistert, „wie leistungsstark ein Nachfolgeunternehmen sein kann, wenn man sich mit viel Selbstvertrauen und realistischen Ideen auf den Weg macht, um Verantwortung zu übernehmen. Das alles macht die Region lebenswerter und den Standort Elbe-Elster attraktiver.“