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| 20:43 Uhr

Fördermittelbescheide übergeben
Geldsegen für neue Gerätehäuser in Stolzenhain und Jeßnigk

Jeßnigks Ortswehrführer Hartmut Luther und sein Stolzenhainer Kollege Karsten Brockfeld freuen sich mit Schönewaldes Bürgermeister Michael Stawski und Stadtbrandmeister Steffen Karschunke (v.l.) über die Fördermittel für die Gerätehäuser, die Staatssekretärin Katrin Lange (Mitte) mit nach Schönewalde gebracht hat.
Jeßnigks Ortswehrführer Hartmut Luther und sein Stolzenhainer Kollege Karsten Brockfeld freuen sich mit Schönewaldes Bürgermeister Michael Stawski und Stadtbrandmeister Steffen Karschunke (v.l.) über die Fördermittel für die Gerätehäuser, die Staatssekretärin Katrin Lange (Mitte) mit nach Schönewalde gebracht hat. FOTO: LR / Rudow
Schönewalde. Brandenburgs Innenstaatssekretärin Katrin Lange hat am Dienstag zwei Fördermittelbescheide über insgesamt 640 000 Euro übergeben. 2019 soll der Bau beginnen. Von Birgit Rudow

In der Aula der Grundschule Schönewalde hatte man es sich am Dienstagabend vorweihnachtlich gemütlich gemacht mit belegten Brötchen und einem Glas Sekt. Gekommen waren vor allem Stadtverordnete, Feuerwehrkameraden und Vertreter der Verwaltung. Schließlich gab es einen Grund zum Feiern. Brandenburgs Innenstaatssekretärin Katrin Lange hatte zwei Zuwendungsbescheide aus dem Kommunalen Infrastrukturprogramm (KIP) im Gepäck. Das Land fördert den Neubau eines Feuerwehrgerätehaues im Schönewalder Ortsteil Stolzenhain mit fast 324 000 Euro und das neue Gerätehaus im Ortsteil Jeßnigk mit mehr als 316 000 Euro.

Bevor Katrin Lange Schecks und Bescheide übergab, würdigte sie den Einsatz der Feuerwehrleute in diesem schwierigen Jahr mit vielen Stürmen und 470 Waldbränden allein in Brandenburg. Sie informierte über vorgesehene Veränderungen im „in die Jahre gekommenen“ Brand- und Katastrophenschutzgesetz. Sie ging ein auf das Prämiensystem für aktive Kameradinnen und Kameraden ab 2019, auf Verbesserungen bei der Ausbildung und auf die Aufnahme von Stützpunktfeuerwehren sowie Kinder- und Jugendfeuerwehren in das Gesetz. Auch das Fördersystem wolle man „auf die Füße stellen“, sagte sie. Mit den Kreisbrandmeistern stehe man dazu in ständigem Austausch. Besonders froh sei sie über das Kommunale Infrastrukturprogramm des Landes für die Bildungs- und Feuerwehrstruktur, das noch einmal auf insgesamt 35 Millionen Euro aufgestockt wurde.

Aus diesem Topf stammen die Fördermittel für die beiden Gerätehäuser in Stolzenhain und Jeßnigk. Schönewaldes Bürgermeister Michael Stawski dankte der Staatssekretärin. „Wir werden etwa 1,2 Millionen Euro in die beiden Gerätehäuser verbauen“, sagte er.

In Stolzenhain soll im nächsten Jahr ein Feuerwehrgerätehaus für insgesamt rund 588 000 Euro gebaut werden. Es ersetzt das vorhandene Feuerwehrhaus, das zu klein ist und den heutigen Anforderungen nicht mehr entspricht. Der Wehr Stolzenhain/Hartmannsdorf gehören insgesamt 28 aktive Kameradinnen und Kameraden. Sie werden künftig genügend Platz haben. Der Neubau hat eine Nutzfläche von 224 Quadratmetern und verfügt über eine Fahrzeughalle, Sanitär- und Umkleideräume sowie einen Schulungsbereich. Das neue Gerätehaus wird laut Schönewalder Stadtverwaltung aber an einem neuen Standort entstehen, da der Platz am jetzigen Gerätehaus dafür nicht ausreicht. Die Stadt favorisiert den Dorfanger. Der Bürgermeister hat sich am Donnerstag dazu mit dem Ortsbeirat in Stolzenhain verständigt.

Das neue Gerätehaus in Jeßnigk, die Wehr hat 18 aktive Kameradinnen und Kameraden, wird die gleiche Größe und Ausstattung haben wie das in Stolzenhain. Sein Bau soll 575 000 Euro kosten. Das alte Gerätehaus wurde in diesem Jahr abgerissen. Es stand auf einer privaten Fläche, deren Eigentümer das Grundstück selbst nutzen möchte.

Trotz der hohen Fördersummen vom Land muss die Stadt selbst für die restlichen etwa 523 000 Euro aufkommen. Diese Differenz soll laut Stadtverwaltung möglichst mit Mitteln aus dem Finanzausgleichsgesetz beglichen werden. Anträge sind gestellt.

In der Kernstadt Schönewalde und in den Ortsteilen gibt es zehn Ortsfeuerwehren. Bis auf Dubro sind in allen Ortsteilen Feuerwehren aktiv. Sie alle verfügen auch über Gerätehäuser. Erst 2016 konnte ein neues Feuerwehrhaus in Bernsdorf in Betrieb gehen. Das Gerätehaus der Schönewalder Wehr ist ebenfalls sehr gut ausgerüstet. In Wildenau, Brandis und Grassau ist der Zustand der Häuser laut Bauamt nicht optimal. Besser sieht es in Ahlsdorf, Knippelsdorf und Wiepersdorf aus. Ein Neu- oder Umbau weiterer Häuser ist in Schönewalde erst einmal nicht vorgesehen. Es wird aber weitere Investitionen in die Fahrzeugausstattung geben. So ist für die Stolzenhainer Wehr ein Löschfahrzeug 10 bereits bestellt. Für die Wehr in Brandis soll ein Tragkraftspritzenfahrzeug angeschafft werden.

Die Stadt Schönewalde investiert als Träger des Brandschutzes kontinuierlich in die Ausrüstung ihrer Feuerwehren. Und die beschränkt sich nicht nur auf Gerätehäuser und Spezialfahrzeuge. Im Haushaltsentwurf für das Jahr 2019 plant die Stadt 20 000 Euro ein für die Unterhaltung der Geräte sowie für Ausstattungs- und Ausrüstungsgegenstände. Für Feuerwehrbekleidung, Fortbildungen und Seminare sind 16 000 vorgesehen, für den Erwerb von so genannten geringwertigen Geräten und Ausstattungen sind es 9360 Euro.

Auch wenn das noch vorläufige Zahlen sind, weil der Haushalt noch nicht beschlossen ist, darf man davon ausgehen, dass die Stadtverordneten ihnen zustimmen werden. Vor allem das Geld für die Feuerwehrbekleidung wird dringend benötigt. Die Schönewalder Wehren haben in den letzten Monaten nämlich deutlich Zuwachs bekommen. Am Truppmannlehrgang, der am 17. November begonnen hat und an diesem Wochenende abgeschlossen wird, haben 21 neue Kameraden teilgenommen.