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| 16:55 Uhr

Wenn es dunkel wird in Falkenberg
Nachtjäger mit dem Netz gefangen

Vorbereitungen für die Fledermausnacht in Falkenberg. Maik Korreng (l.) beim Zusammenbau vorgefertigter Fledermauskästen. Alexander Rankl und Sohn Tom-Niclas (Bildmitte) helfen ihm dabei und schrauben sich danach selbst ein Häuschen zusammen.
Vorbereitungen für die Fledermausnacht in Falkenberg. Maik Korreng (l.) beim Zusammenbau vorgefertigter Fledermauskästen. Alexander Rankl und Sohn Tom-Niclas (Bildmitte) helfen ihm dabei und schrauben sich danach selbst ein Häuschen zusammen. FOTO: Dieter Lehmann
Falkenberg. Fledermausnacht in Falkenberg kommt bei den Besuchern gut an, doch zu wenige sind dabei. Von Dieter Lehmann

Fledermäuse sind die einzigen Säugetiere, die fliegen können. Tagsüber und in den Wintermonaten schlafen sie in ihren Verstecken. Doch wenn die Dunkelheit kommt, dann beginnt ihr aktives Leben. Bei ihren nächtlichen Jagdflügen stoßen sie artspezifische Ultraschallrufe aus, die man mit speziellen Detektoren hörbar machen kann. Durch ihre besonderen Lebensraumansprüche gehören die Fledermäuse zu den gefährdeten Tierarten. In Deutschland fliegen 25 Fledermausarten durch die Nächte, im Land Brandenburg sind es nur 19 verschiedene Arten.

Am vergangenen Sonnabend ging im Falkenberger Haus des Gastes die „11. Fledermausnacht Elbe-Elster“ über die Bühne. Diese Veranstaltung wurde von Maik Korreng aus Massen bei Finsterwalde organisiert. Fledermäuse sind seit mehr als 15 Jahren seine Leidenschaft. Für seinen ehrenamtlichen Einsatz für die nachtaktiven Säuger wurde er im Oktober des vergangenen Jahres mit dem Brandenburger Landes-Naturschutzpreis geehrt.

Maik Korreng ist im Nabu-Regionalverband Finsterwalde engagiert. Seine vielfältige Arbeit für die Fledermäuse ist nicht nur rein praktischer Natur, sondern wird auch von konzeptioneller Naturschutzforschung geprägt.

Die Fledermausnacht im Falkenberger Haus des Gastes und im angrenzenden Stadtpark war ein Erlebnisangebot. Die teilnehmenden Interessenten und Gäste bekamen die Möglichkeit, den verborgenen „Jägern der Nacht“ ganz nahe kommen“. Zuerst wurde gebastelt. Vorgefertigte Fledermauskästen sind  zusammengebaut worden.

Im Foyer des Hauses lagen nicht nur Broschüren zum Fledermausschutz aus, es gab auch einen Infostand „Projekt BIRKE“. Das ist eine Bildungsoffensive zur Pionierbaumart Birke, die vom Forschungsinstitut für Bergbaufolgelandschaften und dem Forstlandesbetrieb Brandenburg betrieben wird. Lucas Landenberger und Christoph Ertle informierten über die wirtschaftlichen und ökonomischen Potenziale der Baumart Birke. Sogar aus Birkenholz angefertigte Kugelschreiber wurden kostenlos verteilt.

Nachdem Maik Korreng seinen einführenden Vortrag über das Leben der Fledermäuse gehalten hatte, übergab er dem anwesenden Pfarrer Andreas Bechler als Anerkennung dafür, dass in der Falkenberger evangelischen Kirche Fledermauskästen angebaut werden durften, die Nabu-Ehrentafel „Lebensraum Kirchturm“.

Nachdem sich die Teilnehmer der Fledermausnacht mit einem kleinen Imbiss gestärkt hatten, der von Helma Kaiser und Doris Hensel von der Falkenberger Gartensparte „West“ serviert wurde, ging es hinaus in den nun nächtlichen Stadtpark. Dort hatte Maik Korreng bereits drei Fledermaus-Fangnetze zwischen den Bäumen gespannt. Insgesamt neun Fledermäuse hatten sich schließlich darin verfangen: je eine Mopsfledermaus, ein Graues und ein Braunes Langohr sowie sechs Zwergfledermäuse. Die gefangenen Jäger der Nacht wurden beäugt, bestaunt und anschließend wieder freigelassen – ein Erlebnis für alle, die in dunkler Nacht noch dabei waren.

An anderer Stelle im Stadtpark hatte Mathias Krüger aus Herzberg eine lichtbestrahlte Leinwand für den Insektenfang aufgestellt. Doch der Erfolg war äußerst bescheiden. Nur wenige Insekten hatten sich auf der Leinwand niedergelassen. Die Nacht war zu kalt. Außerdem ist deutschlandweit ein enormer Insektenschwund eingetreten, hieß es.

Maik Korreng war über die Resonanz auf seine mit so viel Mühe vorbereitete Veranstaltung ein wenig enttäuscht. Nur etwa 20 Teilnehmer waren gekommen. Darunter auch Alexander Rankl mit seinem Sohn Tom-Niclas. Sie waren wegen der 11. Fledermausnacht Elbe-Elster aus dem bayerischen Ebersberg angereist. Die beiden zeigten sich sehr zufrieden mit dem, was sie in Falkenberg erleben konnten.