Der Legende nach war es der englische Fabrikbesitzer Thomas Rawlinson, der 1725 den bis heute legendären Kilt erfand. Obgleich das in Schottland nur den Männern vorbehaltene Kleidungsstück schon wesentlich früher zum Einsatz kam. Nur halt etwas länger und anders gewickelt. Was jedoch erhalten blieb, war sein typisches Karomuster. Genau darauf wollte man am Sonntagnachmittag auch in Malitschkendorf nicht verzichten. Traditionell gekleidet, marschierte hier eine Gruppe deutscher Freizeit-Schotten in die Arena ein, um auf vier Stationen verteilt im Wettstreit den besten Kämpfer zu ermitteln. Genauer gesagt das beste Team. Denn nicht auf den Einzelnen kam es ihnen an, sondern auf die Mannschaftsleistung.
Die dabei zu bewältigenden Aufgaben verlangten von allen Teilnehmern Geschicklichkeit und manchmal auch Mut. Etwa an der letzten zu meisternden Hürde, der Whisky-Station. Zehn Mal galt es sich dort um die eigene Achse zu drehen, um anschließend mit Schwung die Richtung zu einem wenige Meter entfernten Glas, gefüllt mit echt schottischem Whisky zu finden. Warum gerade die Männer dabei weniger Probleme hatten als Frauen, blieb bis zum Schluss ein Rätsel. Geschafft haben es aber schließlich alle, das kostbare Nass in die trockene Kehle zu spülen. Mehr Teamwork war hingegen beim Stangenlauf gefragt, als es darum ging, ein fast vier Meter langes Rundholz möglichst schnell durch einen engen Stangenparcours zu bewegen. Punkte konnte dabei nur sammeln, wer sich mit klaren Kommandos möglichst präzise vorwärts bewegte. Hingegen waren beim Heusackwerfen und Armbrustschießen wieder Individualisten mit s icheren Auge und starken Oberarmen gefragt.
Die beste Mischung aus allen Vorzügen hatten schließlich Irena und Henry Starick und Ralf Schemmel vorzuweisen. Nach zwei absolvierten Durchgängen ließen sie das Team um Harald Kutscher, Uwe Höse und Lutz Keile hinter sich und durften sich gemeinsam über den Sieg freuen. Ob das Event in dieser Form beim nächsten Dorffest wiederholt wird, steht noch nicht fest. Die Tendenz geht aber deutlich in diese Richtung. Denn bereits jetzt sind sich die Malitschkendorfer Schotten darin einig, im September eine "Weiterbildungsveranstaltung" in Machern bei Leipzig zu besuchen und das Nähen von Kilts in Auftrag zu geben. Übernehmen werden diese Serienproduktion voraussichtlich Seniorinnen des Dorfes.
Neben den Highland-Games der Schotten galt es am Sonntag aber auch die Milchkannenweitwerfer und Papierflieger zu ehren. Dabei kamen bei den Werfern unter anderem Markus Schemmel mit 11,65 Meter, Nancy Kirschner mit 9,10 Meter und Johannes Mönnich mit 6,80 Meter in ihrer Wertungsklasse zu Ehren, während bei den Fliegern Johannes Mönnich mit einer Flugzeit von neun Sekunden den Siegerlorbeer ergriff.
Siegreich brachten sich übrigens auch die Fußballer der SG Malitschkendorf in das Dorffest ein. Mit 5:2 servierten sie im letzten Kreisligaspiel die Gäste vom SV Lausitz ab und bewiesen einmal mehr, dass man in Malitschkendorf keineswegs knauserig beim Austeilen ist.