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Flachgewässer ist ein Vogelparadies geworden

Falkenberg. Für die Mitglieder des Falkenberger Naturschutzvereins ist klar: Es sollte ein Alarmsignal sein, wenn ein Drittel der in Deutschland vorkommenden Brutvogelarten in ihren Beständen abnehmen. Dabei seien Arten, die in Agrarlandschaften leben, am stärksten betroffen, schreibt Dieter Lehmann im Auftrag des Vereins. red/sk

Und weiter: "Besonders negativ ist die Situation der typischen Grünlandbewohner. Rebhühner zum Beispiel sind in unserer Region schon so gut wie ausgestorben. Es gibt verschiedene Gründe, warum die Zahl der Vögel in den letzten Jahren so dramatisch abnimmt. Die wichtigsten sind die eingetretenen Veränderungen in den Lebensräumen und die dadurch bedingten Verringerungen des Nahrungsangebotes. Denn auch die vorkommenden Insekten sind sowohl arten- wie auch zahlenmäßig zurückgegangen."

Diese besorgniserregende Entwicklung war für den Naturschutzverein Anlass, in den Falkenberger Bruchwiesen ein Flachgewässer anzulegen. Im Januar und April dieses Jahres wurde mit einem Bagger des Bauunternehmers Jörg Schulze (Gräfendorf) ein Flachgewässer mit einer Größe von 40 mal 50 Meter ausgehoben. Rund 1500 Euro musste der Naturschutzverein dafür bezahlen. "Dankenswerterweise fanden sich mit der Linden-Apotheke Falkenberg und der UESA GmbH Uebigau zwei Sponsoren, die uns mit Teilbeträgen zur Seite standen", so Lehmann.

Das neu geschaffene Flachgewässer, gut besonnt und mit schwankendem Wasserstand, hat sich nach seiner Einschätzung inzwischen zu einem wertvollen Kleinbiotop entwickelt. Es bietet neue Lebensräume für viele Tier- und Pflanzenarten und ist zu einem als Nahrungshabitat für bisher nachgewiesene 22 Vogelarten, außerdem für Frösche, Libellen und zahlreiche Insektenarten geworden. Ein Kranichpaar nutzt das Flachgewässer inzwischen als seinen Schlafplatz, haben die Naturschützer beobachtet.