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| 02:46 Uhr

Finanzverteilung spaltet mehr und mehr die Reihen

Die Stadtsanierung in Uebigau – hier im Bild die aktuelle Parkgestaltung – ist für einige Uebigau-Wahrenbrücker Abgeordnete zu einem roten Tuch geworden. Immer öfter wird sie infrage gestellt.
Die Stadtsanierung in Uebigau – hier im Bild die aktuelle Parkgestaltung – ist für einige Uebigau-Wahrenbrücker Abgeordnete zu einem roten Tuch geworden. Immer öfter wird sie infrage gestellt. FOTO: dmu1
Uebigau-Wahrenbrück. Wenn Kämmerin Cornelia Gmerek erste Prognosen für die 2014er-Stadtfinanzen vorstellt, dann geht ein Raunen durch die Reihen der Stadtverordneten von Uebigau-Wahrenbrück. Ein Großteil der Investitionsmittel ist wieder an das Stadtsanierungsprogramm in Uebigau gebunden. Aber das wird immer kritischer betrachtet und in frage gestellt. Andere Orte fühlen sich vernachlässigt. Sylvia Kunze

Andere Orte fühlen sich vernachlässigt. Ob es direkt um Finanzprognosen für das vorliegende Jahr oder ganz einfach nur um das Thema Stadtkasse geht — die Diskussion kocht inzwischen bei verschiedenen Gelegenheiten immer wieder hoch. "Es kann nicht sein, dass wir bewegungslos verharren, weil Maßnahmen in wenigen Orten, für die es Fördermittel gibt, die knapp bemessenen städtischen Eigenmittel binden und dass in den anderen Orten, die keine Fördermittel erhalten, nichts passiert", verteilte beispielsweise der in Prestewitz wohnende Abgeordnete Marco Hollmig einen Hieb gegen das seit Jahren laufende Stadtsanierungsprogramm in Uebigau. Er setzte enttäuscht nach: "Von der Ehe Uebigau und Wahrenbrück haben nur zwei oder drei Orte wirklich was."

Ähnlich Kritik wurde auch in der jüngsten Wahrenbrücker Einwohnerversammlung laut: "Die Bürger sind unzufrieden, dass so viel Geld in Uebigau landet und hier vor Ort kaum etwas ankommt. Der Gehweg in der Bahnhofstraße befindet sich schon seit Monaten in einem katastrophalen Zustand", fasst Ortsvorsteher Kurt Tranze zusammen. Von den ehrgeizigen Plänen für das Graun-Zentrum ganz abgesehen.

Weder der Uebigauer Ortsvorsteher Ulrich Jachmann noch Bürgermeister Andreas Claus (parteilos) wollen derartige Kritik unkommentiert lassen. "Schiebt doch nicht Uebigau den Schwarzen Peter zu, dass das Geld in der Stadtkasse so knapp ist", kontert Jachmann und erinnert daran, dass kontinuierlich auch anderenorts Geld ausgegeben werde. Dem pflichtet der Bürgermeister bei. Er erinnert Stadtbrandmeister Marco Hollmig daran, das allein in Sachen Brandschutz alljährlich nicht unbeträchtliche Summen ausgegeben werden, zum Beispiel für Fahrzeuge, Technik, Bekleidung und Gerätehäuser — flächendeckend im gesamten Stadtgebiet und keineswegs nur punktuell.

"Das Problem liegt doch ganz woanders", versucht Claus zu argumentieren. Bei der Zuteilung der Mittel vom Land seien weiterhin die Einwohner entscheidend. Ein Flächenfaktor, wie er ihn schon seit Langem fordere, komme nicht zum Einsatz. Eine Kommune mit 21 Ortsteilen stehe vor ganz anderen Herausforderungen als eine mit weitaus weniger Orten. Andererseits macht er deutlich, dass es fatal wäre, auf Fördermittel zu verzichten. So manches städtische Vorhaben ließe sich ohne sie längst nicht mehr umsetzen.

Der Finanzknatsch schwelt weiter. Die Kämmerin wird mit Sicherheit noch einiges zu hören bekommen, wenn sie die 2014er-Zahlen auf den Tisch legt und die Abgeordneten abstimmen sollen.