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| 18:50 Uhr

Geld „verschenkt“
Finanzschock für Herzberg

Herzberg. Die HWAZ-Teilentschuldung aus dem Jahr 2013 könnte die Stadt viel Geld kosten. Von Birgit Rudow

Die Teilentschuldung des Herzberger Wasser- und Abwasserzweckverbandes (HWAZ) im Jahr 2013 könnte die Stadt Herzberg teuer zu stehen kommen. Bürgermeister Karsten Eule-Prütz (parteilos) hat während der Stadtverordnetenversammlung in der vergangenen Woche über den Stand der Haushaltsprüfungen informiert. Seit der Einführung der doppischen Haushaltsführung 2010 hat die Stadt Herzberg noch keinen geprüften Jahresabschluss.

Jetzt lägen die Jahresabschlüsse für 2010 und 2011 vor, so der Bürgermeister. Der Abschluss für 2012 soll im Oktober fertig sein, kündigte er an. Den Abschluss für 2013 bis zum Jahresende zu schaffen, werde aber sehr eng, sagte Eule-Prütz. Das ist insofern relevant, weil die Ergebnisse der 2013er-Abschlüsse der Verbandskommunen des HWAZ ausschlaggebend dafür sind, ob sie die Umlagen für die Teilentschuldung an das Land zurückzahlen müssen oder nicht. Die Abschlüsse sollen bis Jahresende 2018 vorliegen.

Der Verband wurde 2013 mit 10,365 Millionen Euro teilentschuldet. 2014 hatte die Verbandsversammlung dafür zähneknirschend Umlagen für die Mitgliedskommunen beschließen müssen. Für Herzberg sind das zum Beispiel  3,932 Millionen Euro; für Schönewalde 1,354 Millionen Euro; für Falkenberg 2,789  Millionen Euro und für Uebigau-Wahrenbrück 1,064 Millionen Euro. Weil Falkenberg per Abschluss 2013 nicht zahlungsfähig ist, muss die Stadt die Umlage nicht an das Land zurück zahlen.

Anders könnte es bei Herzberg aussehen. Der Abschluss 2012 weise einen großen positiven Betrag aus. Ein erster Überblick über 2013 lasse darauf schließen, dass die Stadt viel Geld zurückzahlen müsse, so Eule-Prütz zu den Abgeordneten. „Wir haben einen Haufen Geld verschenkt und uns saublöd angestellt“, sagte er, was durchaus als Kritik an seinen Vorgänger verstanden werden dürfte.

Wie viel der 3,932 Millionen Euro die Stadt zurückzahlen muss, steht erst fest, wenn der Jahresabschluss 2013 vorliegt. Karsten Eule-Prütz will zum Thema Haushalt zu gegebener Zeit eine Sonder-Stadtverordnetenversammlung ansetzen.