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| 14:04 Uhr

Etwa 60 Kameraden halten Brandwache
Feuer in der Annaburger Heide ist unter Kontrolle

Großbrand in der Annaburger Heide - Teil 2 FOTO: Johanniter SEG F.L.I.G.H.T.
Herzberg/Cottbus. Ein Großaufgebot an Einsatzkräften kämpft seit Freitagabend in der Annaburger Heide gegen einen Waldbrand an. Das Feuer ist inzwischen weitgehend unter Kontrolle. Aber es besteht die Gefahr, dass angekündigte Windböen noch vorhandende Glutnester neu entfachen. Von Sylvia Kunze und Frank Hilbert

Gegen 17 Uhr war der Brand bemerkt und der Alarm ausgelöst worden. Ging man zuerst von einer Größe des Feuers von etwa 50 Hektar aus, musste man sich im Verlauf der Löscharbeiten korrigieren. „Das Feuer hat sich nach Schätzungen der Bundesforst auf rund 70 bis 80 Hektar Wald ausgebreitet“, berichtet der Herzberger Stadtwehrführer Ralf Becker am Samstagmorgen. Er war die gesamte Nacht mit vor Ort und war gerade abgelöst worden.

Seit dem frühen Samstagmorgen hatte man begonnen, für die in der Spitze bis zu 160 tätigen Einsatzkräfte aus Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt ausgeruhten Ersatz nachzuordern. Wie Becker weiter berichtet, verlangte der Einsatz einiges ab. Das mit Munition belastete Gebiet gilt als sehr gefährlich. Es soll beim Brand auch Munition hochgegangen sein, ist zu erfahren.

Zudem habe man mit dem Wind zu kämpfen gehabt. Der blies immerhin so stark, „dass wir die Feuerfront zuerst nicht halten konnten“, so Becker. Die breitete sich von Sachsen-Anhalt kommend, wo der Hauptteil des Feuers wütete, Richtung Brandenburg und damit Richtung Mahdel aus. „Es gab sogar Überlegungen, dass man schlimmstenfalls das Dorf evakuieren muss“, sagt der Herzberger Stadtwehrführer. Aber dazu sei es nicht gekommen. Man habe das Feuer doch noch aufhalten können.

Am Samstagmorgen hatten die Einsatzkräfte, zu denen auch die Feuerwehr des Fliegerhorstes Holzdorf mit zwei Speziallöschfahrzeugen gehörte, das Feuer nach Angaben von Becker „einigermaßen unter Kontrolle“. Er schränkt aber sofort ein: „Es gibt noch zahlreiche Glutnester, und es ist zu befürchten, dass die angekündigten Windböen diese neu entflammen können.“

Von der Wittenberger Leitstelle war auf Nachfrage zu erfahren, dass um 12 Uhr noch immer 120 Feuerwehrleute mit 20 Fahrzeugen vor Ort im Einsatz waren. Unterstützt wurden sie durch einen Löschhubschrauber der Bundeswehr vom Typ C53. Der Wind wehte das Feuer in südöstliche Richtung auf die alte Brandstätte zurück. Die Größe der Brandfläche belief sich inzwischen auf rund 80 Hektar.

Um das Feuer auf diesem riesigen Areal einschätzen zu können, wurden am Freitagabend die Schnelleinsatzgruppe F.L.I.G.H.T. (Facheinheit LuftinformationsGewinnung Hochauflösend Thermografisch) der Johanniter in Cottbus in die Annaburger Heide beordert. „Wir waren mit zwei Multicoptern im Einsatz. Teilweise handelt es sich dort um Sperrgebiet, das durch die Feuerwehr nicht betreten oder befahren werden darf“, sagt Johanniter-Regionalvorstand Andreas Berger-Winkler. Auch am Samstag stiegen die beiden Drohnen noch einmal in die Luft, um das für die Lagebesprechung der Einsatzleitung notwendige Bildmaterial anzufertigen.

Am Samstagnachmittag war es den Einsatzkräften vor Ort gelungen, das Feuer einzukreisen und unter Kontrolle zu bekommen. Die Kameraden aus Elbe-Elster konnten abrücken, die aus dem Bereich Sachsen-Anhalt blieben zur Brandwache über Nacht und am Sonntag da. Etwa 60 Feuerwehrleute sind bis jetzt immer noch in der Annaburger Heide im Einsatz, um stetig neu aufflammende Glutnester zu bekämpfen.

Großbrand in der Annaburger Heide - Teil 2 FOTO: Johanniter SEG F.L.I.G.H.T.