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| 01:29 Uhr

Fest liegt jetzt in den Händen der Stadt

Schönewalde.. Seit der Wende wird das Heimat- und Schützenfest in Schönewalde unter der Regie der Schützengilde durchgeführt. Das wird sich künftig ändern. Ab dem kommenden Jahr hat die Stadt Schönewalde den Hut für das Fest auf. Das erklärte Bürgermeisterin Irene Kluge auf der Stadtverordnetenversammlung (SVV). Von Birgit Rudow

Es hatte schon eine Weile geknirscht im Gebälk. Nicht erst in diesem Jahr hatte Albert Kiehl, Vorsitzender der Schönewalder Schützengilde, gefordert, dass sich die Stadt Schönewalde finanziell besser in das Fest einbringen müsse. „Die Zuversicht über das Fortbestehen des Festes schwindet auf Schützenseite“ , sagte er nach dem Veranstaltungswochenende zu Pfingsten in diesem Jahr.
Vor einigen Tagen wurde das Fest mit Vertretern der Stadt und der Gilde in Schönewalde gemeinsam ausgewertet. Irene Kluge dankte dort als auch in der SVV allen Akteuren, vornweg den Schützen, und hob den Anteil der Schule und der Schönewalder Vereine bei der Gestaltung des Höhepunktes hervor. Das Programm für den Sonntagnachmittag habe die Stadt mit den Vereinen vorbereitet, und auch der Fotowettbewerb sei eine gelungene Sache gewesen. Man musste sich aufgrund der Äußerung der Schützen aber die Frage stellen, wie man weiter verfahren wolle. Es sei schwierig gewesen, einen gemeinsamen Nenner zu finden so die Bürgermeisterin. Sie erklärte, das Fest künftig in die Hände der Stadt zu legen. Damit wolle sie aber auf keinen Fall die Verdienste der Schützen schmälern.
Als Knackpunkt dürften sich die Finanzen darstellen. Die Schützengilde ist nicht bereit, ihre finanziellen Mittel offen zu legen. „Frau Kluge fordert das, aber dazu hat die Stadt kein Recht“ , sagt Albert Kiehl zur RUNDSCHAU. „Feuerwerk, Kapellen, alle Genehmigungen, die Plakatierung, Wasser, Strom, Müllabfuhr – alles haben wir organisiert und auch finanziert. Was wir an Standgebühren und im Zelt verdienen, geben wir an anderer Stelle gleich wieder aus. Ohne finanzielle Unterstützung der Stadt geht es nicht mehr. Denn auch die Schausteller zahlen nicht mehr so viele Gebühren wie bisher.“
Man habe bei der Auswertung sehr sachlich diskutiert und auch Kritik angebracht, so Kiehl. Deshalb sei man überrascht gewesen, dass die Bürgermeisterin das Fest in die Hände der Stadt legen möchte. Die Schützen werden sich künftig aber nicht ausklinken. „Umzug, Königsschießen und Königsproklamation führen wir weiter durch“ , sagt Albert Kiehl.
Irene Kluge sieht der Zukunft des Festes optimistisch entgegen. „Die Stadt ist Eigentümerin des Festplatzes und der Erschließungsanlagen. Die vertraglichen Regelungen werden über die Stadt laufen. Es gibt schon Anfragen von Schaustellern“ , so die Bürgermeisterin. „Das 143. Fest kann vorbereitet werden. Die Zuversicht muss bei niemandem schwinden.“
Albert Kiehl will den Optimismus niemandem absprechen, gibt aber schon mal zu bedenken, dass die Schützengilde Eigentümerin der Stromversorgungsanlage für das Fest ist. „Die steht im Waffenraum der Gilde. Dort kann sie nicht bleiben, denn für den Raum können wir keinem Fremden oder Unbefugten über Tage Zutritt gewähren“ , so Kiehl. Außerdem sieht er noch weitere umfangreiche Aufgaben auf die personell nicht gerade üppig ausgestattete Stadtverwaltung zukommen.