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Feldarbeit nähert sich dem Ende

Mit der aktuell laufenden Maisernte nähern sich die Feldarbeiten ihrem diesjährigen Ende. Die Pflanzenproduzenten in den landwirtschaftlichen Betrieben der Region hoffen noch einmal auf gute Erträge. Der Mais steht überwiegend gut da und verspricht gute Qualität und Quantität.
Mit der aktuell laufenden Maisernte nähern sich die Feldarbeiten ihrem diesjährigen Ende. Die Pflanzenproduzenten in den landwirtschaftlichen Betrieben der Region hoffen noch einmal auf gute Erträge. Der Mais steht überwiegend gut da und verspricht gute Qualität und Quantität. FOTO: DMU1
Gräfendorf. In der Gräfendorfer Agrargenossenschaft ist die Maisernte in vollem Gange. Die Landwirte rechnen mit einem guten Ertrag. Für das Erntejahr selbst vergeben sie aber dennoch nur das Prädikat durchschnittlich. Sylvia Kunze

Die Hächsler drehen momentan auf den Maisfeldern Runde um Runde. Seit der Vorwoche ist die Ernte in vollem Gange. Die Bauern der Region hoffen auf gute Erträge. Die Pflanzen auf den Feldern stehen gut und versprechen Quantität und Qualität. Nur Dauerregen könnte den erhofften guten Abschluss der Maisernte noch schmälern, ist von Wolfgang Korbin, Verantwortlicher Pflanzenproduktion in der Agrargenossenschaft Gräfendorf, zu hören. Allerdings würde zu viel Nass von oben in diesen Tagen weniger den Ertrag der Ernte selbst schmälern als vielmehr die Befahrbarkeit der Böden in Gefahr bringen.

Der Regen in den vergangenen Wochen sei zumindest schon mal immer dann zur Stelle gewesen, wenn die Maispflanzen nach neuem Wasser dürsteten. Deshalb ständen sie jetzt auch so gut da, sagt Korbin. Lediglich der Maiszünsler, der wirtschaftlich bedeutendste Schädling an Mais, bereitet den Gräfendorfern einige Sorgen. Die von den Raupen des Falters besetzten Stängel brechen oft ab, was die Standfestigkeit der Maispflanzen verringert und dadurch die Ernte erschwert. Auch wird die jeweilige Maispflanze in ihrer Entwicklung geschwächt, da das Stängelmark im Herbst für die Energieeinlagerung in den Kolben nicht mehr zur Verfügung steht. Der Befall des Schädlings, so beobachten die Landwirte, sei leider zunehmend.

Dennoch, schätzt Korbin ein, dürfe man mit einem guten Ertrag rechnen. Bestenfalls sogar leicht über dem langjährigen Durchschnitt. Die ersten Tage lassen dies erhoffen. "Wir haben noch mindestens 20 Tage zu tun", rechnet der Pflanzenbauchef. So, wie die Wetterprognosen aussehen, werde man auch am kommenden Wochenende arbeiten und voraussichtlich auch am übernächsten. Ansonsten gehen die Arbeitstage für die Mitarbeiter auf den Feldern derzeit bis 19 Uhr. Manchmal auch länger, wenn eine Fläche unbedingt noch fertig werden soll.

Parallel dazu laufe die Herbstbestellung. Nächste Woche soll mit dem Drillen begonnen werden. "Bis Ende Oktober haben wir auf unseren Feldern gut zu tun. Nach der Maisernte kommt noch der vierte Grünschnitt. Auch der dürfte in der Menge nicht so schlecht werden", berichtet Wolfgang Korbin.

Der Mais sei gut, der Grünschnitt reiche, aber das Getreide fehle, zieht er Bilanz für das Erntejahr und erinnert an die unterdurchschnittliche Getreideernte. Korbin hat Zahlen parat: Man habe in diesem Sommer im Betriebsdurchschnitt nicht ganz 40 Dezitonnen vom Hektar holen können. "In guten Jahren lagen wir bei zehn Dezitonnen mehr", relativiert er. Insbesondere beim Roggen, der Hauptanbaukultur der Gräfendorfer, sei mit 33 Dezitonnen pro Hektar ein schlechter Ertrag zu verbuchen. "Wir werden nicht umhinkommen und zukaufen müssen", sagt Korbin, denn der Landwirtschaftsbetrieb ist so ausgerichtet, dass er das Futter für seine Tiere selbst anbaut.

Beim Getreide habe eindeutig Regen gefehlt. "Die schlechtesten Erträge hatten wir im Herzberger Bereich. Etwas besser war es hingegen im Uebigauer Gebiet, in dem wir ebenfalls Flächen bewirtschaften. Was heißt, dass es rund um Herzberg wohl noch weniger als rund um Uebigau geregnet hat, denn vom Boden her sind die Felder gleich", erläutert der Pflanzenproduzent.

Für das Erntejahr möchte er in Schulnoten auf einer Skala von 1 bis 5 deshalb nicht mehr als eine 3 vergeben.

Zum Thema:
2200 Hektar Anbaufläche bewirtschaftet die Agrargenossenschaft Gräfendorf. Auf 1000 Hektar wird Getreide angebaut und auf 700 Hektar Mais (ein Drittel als Futter für die Tiere, zwei Drittel zum Bestücken der beiden Biogasanlagen). Auf den restlichen 500 Hektar wächst Grünland.