Anlässlich der Friedensdekade hatte sie das Ensemble „Shoshana“ in die Kreisstadt eingeladen, dessen Repertoire durchweg jüdische Volksmusik sowie jüdische Gedichte und Tänze bestimmen. Zu „Shoshana“ , was aus dem Hebräischen übersetzt Lilie oder volkstümlich auch wilde Rose bedeutet, gehören Leonid Narinsky, dessen Tochter Ina sowie die Geigerin Larisa Faynbirk.
„Bei mir bist du scheen“ titelten die drei ihr Programm, was treffender nicht sein könnte. Denn Klezmer, von den Juden Osteuropas gespielte instrumentale Musik, beginnt zwar oftmals mit einer gewissen Traurigkeit, entfacht aber schon nach wenigen Augenblicken ein wahres Feuerwerk an Heiterkeit und Frohsinn. Kein Wunder also, dass es die auf jüdischen Festen am häufigsten gespielte Musik ist.
Die von „Shoshana“ dargebotenen Stücke entspringen durchweg traditionellem Ursprungs. „Je nach dem wie der Funke auf das Publikum überspringt, bieten die Melodien auch viel Raum zum Improvisieren“ , verriet Leonid Narinsky. Eine Möglichkeit, die das 2004 gegründete Ensemble während seines Herzberger Gastspiels voll ausschöpfte. Bereichert wurde das Programm darüber hinaus durch Ina Narinska und deren Erläuterungen zur Geschichte der jüdischen Musik sowie einzelne, von ihr vorgetragene Gedichte.
Klezmer, eine Musikform, die gegenwärtig in Deutschland wieder zu neuem Leben erwacht, hat nicht zuletzt dank des sympathischen Trios aus Dessau seine Feuertaufe in Herzberg bestanden. (gü)