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| 13:34 Uhr

20. Internationales Puppentheaterfestival
Fast alle kreativen Köpfe an einem Tisch

Mit über 50 Puppenspielern hat die Lange Nacht der Puppenspieler in der Nacht zum Donnerstag in Friedersdorf einen neuen Teilnehmerrekord aufgestellt.
Mit über 50 Puppenspielern hat die Lange Nacht der Puppenspieler in der Nacht zum Donnerstag in Friedersdorf einen neuen Teilnehmerrekord aufgestellt. FOTO: Veit Rösler
Friedersdorf. Mit mehr als 50 teilnehmenden Puppenspielern und Puppen hat die Lange Nacht der Puppenspieler in der Nacht zum Donnerstag im Schullandheim Täubertsmühle in Friedersdorf einen neuen Rekord aufgestellt. Von Veit Rösler

Die Lange Nacht der Puppenspieler, eine Veranstaltungsreihe innerhalb des 20. Internationalen Puppenspielfestivals, hat einmal mit zwölf Teilnehmern in der Hasenschenke in Bad Liebenwerda begonnen. Meist fehlten dabei aber immer aus organisatorischen Gründen mehrere Teilnehmer des Festivals. Diesmal ist es durch einen ausgeklügelten Ablaufplan gelungen, nahezu alle Mitwirkenden gleichzeitig an einen Tisch zu bekommen.

Der Auftakt dieses Treffens begann bereits am Nachmittag mit einer Rundreise durch den Elbe-Elster-Kreis, bei der diesmal das Schloss Lillliput bei Steffen Modrach in Naundorf und der Kräuterhof von Kerstin Matausch in Bönitz besucht wurden. Auch das Kennenlernen der Kulturgüter in Elbe-Elster gehört zu den Bausteinen der Veranstaltung.

Die 69 Aufführungen des 20. Internationalen Puppentheaterfestivals in Elbe-Elster mit 19 Puppenbühnen aus Deutschland, Taiwan und Großbritannien finden zeitgleich in 30 verschiedenen Ortschaften statt. Weil sich die Puppenspieler selber dabei untereinander kaum begegnen, ist die Lange Nacht der Puppenspieler hinter den Kulissen fern der Öffentlichkeit seit Jahren zur Tradition geworden. Einige der Puppenspieler sehen sich bei diesem Treffen das erste und letzte Mal im Leben. Um so wichtiger ist der Erfahrungsaustausch untereinander. In gemütlicher Runde wird dabei über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Puppenspiels debattiert.

Das 20. Jubiläum des Festes war für Kulturamtsleiter Andreas Pöschl Grund, die Geschichte des Festivals noch einmal Revue passieren zu lassen. Das Marionettentheatermuseum Bad Liebenwerda und das Festival gibt es, weil Historiker Ralf Uschner einst die Geschichte der wandernden Puppenspieler in der Elbe-Elster-Region erforscht hat. Nach der Einrichtung der Sonderausstellung im Museum Bad Liebenwerda kam der Kurator Dr. Olaf Bernstengel aus Dresden auf die Idee, die „leblose“ Ausstellung mit einem jährlichen Festival mit Leben zu erfüllen. Die Erfolgsstory findet nun zum 20. Mal statt! Noch einmal wurde die Arbeit des seit Anfang an als künstlerischer Leiter des Festivals erfolgreich agierenden Dr. Olaf Bernstengel gewürdigt. Bernstengel wird diese Aufgabe zum Ende des diesjährigen Festivals an Puppenspieler Ulli Voland abgeben und danach am Aufbau der neuen Kasper-Puppenausstellung im Museum Bad Liebenwerda mitwirken, die im Herbst 2019 eröffnet werden soll.

Am Mittwochabend wurde der Name der entstehenden Ausstellung bekannt gegeben: Kaspers Welten. Die bis Ende September im Bundesfreiwilligendienst im Museum tätige Annabell Schultze sei auf diesen Namen gekommen, erzählte Dr. Olaf Bernstengel. Kaspers Welten sollen ab 2019 die Geschichte der schillerndsten Figur des Puppenspiels vom Mittelalter bis zur Gegenwart beschreiben, ohne eine Epoche auszulassen, verriet Bernstengel.

Gegenwärtig zeichne sich bereits ab, dass der Platzbedarf mit Kernstücken der im vergangenen Jahr angekauften Sammlung von Karin und Uwe Brockmüller im Museum Bad Liebenwerda nicht ausreichen werde. Übrigens: Nicht zu verwechseln ist die „Lange Nacht der Puppenspieler“ mit der „Langen Nacht des Puppenspiels“, die am Samstag, 22. September, ab 19 Uhr im Bürgerhaus Bad Liebenwerda stattfindet.