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Fast 20 Brandherde binnen weniger Stunden

Viele weitere kleine Brandherde mussten außerdem noch bekämpft werden - bis in den Samstag hinein.
Viele weitere kleine Brandherde mussten außerdem noch bekämpft werden - bis in den Samstag hinein. FOTO: Feuerwehr Herzberg
Region. Freitag und Samstag haben Feuerwehrkräfte aus den Bereichen Herzberg, Schlieben und Schönewalde fast 20 Brandherde binnen weniger Stunden zu bekämpfen gehabt. Die Einsatzorte waren über ein größeres Gebiet verteilt und befanden sich zum Beispiel bei Buckau, Mahdel, Frauenhorst, Bernsdorf, Jeßnigk, Polzen, Kolochau und Malitschkendorf. Sylvia Kunze

Das Wochenende hat es für die Feuerwehren der Region wieder in sich gehabt. In der Nacht von Freitag zu Samstag waren Kameraden aus den Bereichen Herzberg, Schönewalde und Schlieben im Großeinsatz. Fast 20 Brandherde, alle in Waldgebieten und auf Ödland, waren innerhalb von 24 Stunden zu bekämpfen. Ganz kleine, aber auch große. "Der größte Brand war nahe des Gestüts am Schappin. Dort standen 1,6 Hektar in Flammen - nicht nur am Boden, wie es in unserer Region meist üblich ist, sondern manche Bäume brannten bis in die Kronen", beschreibt Marc Wille, Stadtbrandmeister in Schönewalde und Einsatzleiter dort vor Ort. 60 Einsatzkräfte und 15 Fahrzeuge aus den Städten Herzberg und Schönewalde sowie aus dem Amt Schlieben bekämpften allein dieses Feuer.

"Es brannte kreuz und quer in der Region. Wir waren noch nicht mit einer Brandbekämpfung fertig, da wurde schon der nächste Einsatzort durchgegeben", beschreiben der Schönewalder Stadtbrandmeister Marc Wille, der Schliebener Amtsbrandmeister Guido Schmidt, sowie Björn Horn, Pressesprecher der Herzberger Feuerwehr, die kräftezehrende Nacht.

Gegen 20 Uhr ging es los. Bis etwa ein Uhr nachts waren mehr als 80 Kameraden pausenlos beschäftigt, gegen Glutnester und Flammen anzukämpfen. Am Samtagvormittag mussten einige von ihnen noch mal raus, um nachzulöschen und weitere neue Herde zu ersticken. Und auch am Sonntag wurde die Runde wieder gefahren, um zu kontrollieren, dass sich nichts neu entzündet hat. Der Boden sei durch den Wind und die Sonne der Vorwochen sehr trocken. Der wenige Regen am Freitag habe daran wenig geändert, schätzt der Schliebener Amtsbrandmeister ein. Der Wind habe zudem noch das Feuer immer wieder weitergetragen, beschreibt Marc Wille, wie schwierig es war, die Brände unter Kontrolle und letztlich zum Erliegen zu bringen.

Die Polizei hat umgehend Ermittlungen aufgenommen. Der Verdacht der Brandstiftung liege nahe, hieß es auf Anfrage. Weitere Details waren noch nicht in Erfahrung zu bringen.

Dankeschön in Falkenberg

In Falkenberg gab es einen Einsatz anderer Art: die Jahreshauptversammlung der Stadtfeuerwehr, bei der die Brandserie in einem mehrgeschossigen Wohnblock im Vorjahr Am Stadtpark in Falkenberg mit eine zentrale Rolle spielte. Die Polizei arbeitet noch immer an der Ermittlung des Täters oder der Täter. Die Sanierungsarbeiten im Gebäude nähern sich dem Ende. Aber die Angst, dass demnächst vielleicht das nächste Feuer lodern könnte, ist geblieben, versichert Petra Mattern. Sie wohnt in diesem Block und hat die Versammlung genutzt, um sich bei Kameraden und anderen Helfern zu bedanken. "40 Mietparteien haben der Feuerwehr zu verdanken, dass ihnen vier Mal das Leben gerettet wurde", sagte sie. Ganz persönlichen Dank richtet sie zudem an Kamerad Martin Winzer, der ihren Hund aus der verqualmten Wohnung holte, an Monika Mietsch vom Erholungsgebiet Kiebitz, die sofort eine Ausweichunterkunft bereithielt und an den Elektrofachhändler Große, der kostenlos einen Sattelitenreciver zur Verfügung stellte. "Diese Anteilnahme hat uns sehr berührt und verdient öffentlichen Dank", so Petra Mattern.