ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 15:29 Uhr

Ist-Analyse und Zukunftspläne
Blick voraus mit vielen Facetten

Eines der leerstehenden Eisenbahnerhäuser in der Friedrich-Engels-Straße. Welche Weichen können für deren Zukunft gestellt werden? Auch darüber muss im Zuge der Konzepterstellung nachgedacht werden.
Eines der leerstehenden Eisenbahnerhäuser in der Friedrich-Engels-Straße. Welche Weichen können für deren Zukunft gestellt werden? Auch darüber muss im Zuge der Konzepterstellung nachgedacht werden. FOTO: LR / Sylvia Kunze
Falkenberg. In Falkenberg wird an einem Integrierten Stadtentwicklungskonzept gearbeitet. Auch die Bürger sind aufgerufen mitzudiskutieren und mitzudenken. Von Sylvia Kunze

Es braucht Zeit, bis es sich herumspricht, dass Mitdenken und Mitplanen ausdrücklich erwünscht ist. Aber zur zweiten Bürgerbeteiligung hat sich die Zahl der interessierten Gäste immerhin schon verdoppelt. Die Einladenden, neben der Stadtverwaltung die mit dem Erstellen des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (INSEK) betrauten Partner von den Planungsbüro ews und BSQB aus Berlin, schauen schon mal zufriedener in die Runde. Sie freuen sich über das steigende Interesse an einem an sich erst einmal recht trockenen, für manchen Gast nur schwer zu durchschauenden Planungsprozess.

Denn mehrfach wird in der Diskussion deutlich, dass manche Erwartungen dabei nicht erfüllt werden können. Wenn beispielsweise der Abgeordnete und Kölsaer Ortsvorsteher Holger Ulbricht auf Ideen wartet, „wie ich die guten Aspekte unserer Stadt zukünftig besser vermarkten kann“, dann müssen die Planer passen. „Ein Stadtmarketing kann das INSEK nicht leisten. Aber es kann aufzeigen, welche Handlungs- und Ansatzpunkte es gibt, damit sich Angebote vor Ort verstetigen, verbessern oder gar erst wachsen“, benennt Rainer Lehmann vom ews-Büro das Ziel der aktuellen Diskussion.

Acht Themenfelder sind gesetzt: Wirtschaft, Gewerbe und Beschäftigung; Stadtentwicklung; Stärkung der Innenstadt; Gesundheit, Pflege und Senioren; Erziehung, Bildung und Qualifikation; Kultur, Sport, Freizeit und Tourismus; Mobilität, Klimaschutz und Gefahrenabwehr sowie Kommunalverwaltung. Jedes einzelne Thema birgt eine Unzahl von Facetten und Details, die es ausmachen. „Ich denke, wir werden etwa um die 100 konkrete Maßnahmevorschläge zusammenbekommen“, macht Eckhard Hasler vom Berliner Planunhgsbüro BSQB deutlich, was da noch kommen wird.

Aktuell sei man dabei, Ideen und Aufgabenstellungen zusammenzutragen. Auch deshalb die erneute Einladung an die Bevölkerung mitzureden. Und das tun die Falkenberger auch. Da kommen zum Beispiel die mangelnden gastronomischen Angebote zur Sprache. Da wird über marode Gehwege in den Hufen hin zum Medizinischen Versorgungszentrum geschimpft. Da wird zu befürchtender Leerstand beklagt. Da werden ungenügende Zugtaktungen bzw. zu lange Fahrzeiten Richtung Leipzig und Berlin moniert. Da gibt es Pro und Contra für eine Bühne im Stadtpark. Und es wird darüber diskutiert. So intensiv, dass längst nicht alles, was vielleicht noch auf den Nägeln brennt, zur Sprache kommt.

„Deshalb betrachten wir die Diskussion auch nicht als abgeschlossen. Einwohner aus der Stadt und den Ortsteilen, die sich einbringen wollen, können sich gern weiterhin mit ihren Hinweisen an das Bauamt wenden“, lässt Bauamtsmitarbeiterin Gundula Manigk wissen. Außerdem werde es auch eine weitere Runde mit den Bürgern sowie in den Abgeordnetengremien geben, wenn der Entwurf für das Konzept vorgelegt worden sei. Damit werde im Spätsommer gerechnet, ist zu hören.