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| 18:15 Uhr

Aktuelle Pläne in Falkenberg
Friedpark soll erweitert werden

Falkenberg. Pflegeleicht soll die Grabpflege sein. Der Trend hält an. In Falkenberg sind deshalb seit einiger Zeit Bestattungen unter Bäumen möglich. Und der Platz wird schon knapp. Von Sylvia Kunze

Im seit zehn Jahren bestehenden Friedpark auf dem Falkenberger Friedhof wird der Platz knapp – und das, obwohl er zwischendurch noch einmal eine deutliche Erweiterung erfahren hat und über 175 Baumgrabstellen verfügt. „Die Bestattungsform ist gefragt“, weiß Friedhofsmitarbeiter Andy Löppen. „Es gibt nur noch ganz wenige freie Grabstellen – aber deutlich mehr Anfragen.“

Deshalb wird jetzt in der Stadtverwaltung über eine erneute Erweiterung nachgedacht. Der Friedpark, der jetzt schon etwa ein Drittel des gesamten Falkenberger Friedhofs ausmacht, soll um ein weiteres Areal im nordöstlichen Bereich vergrößert werden. Entgegen den bisher recht aufgelockerten Pflanzungen aber nach einem akkurateren Pflanzplan. Die zukünftigen Baumstandorte sind mittels in der Wiese eingeschlagener Stöckchen bereits sichtbar gemacht. Etwa 25 Bäume finden Platz.

Über das weitere Verfahren herrscht noch Unklarheit. In der zurückliegenden Sitzung des städtischen Bauausschusses ist über das Vorhaben erstmals mit den Abgeordneten diskutiert worden. Stephan Golda, Inhaber der Rehfelder Gärtnerei, stellte Überlegungen vor, wie die neue Fläche aussehen könnte. Ziel sei es, so Andy Löppen erklärend, dass aufeinander abgestimmte Bäume das gesamte Jahr über immer wieder neue Blüh- und Farbakzente setzen. „Es soll ja nach was aussehen“, sind sich Löppen und der in der Stadtverwaltung für den Friedhof zuständige Mitarbeiter Volker Möbius einig.

Unklar ist noch, ob die Fläche in einem Zug bepflanzt wird oder ob man bei der bisherigen Verfahrensweise bleiben will. Bei der wurde nach und nach gepflanzt, so, wie sich Interessenten für die Grabstellen fanden. Für beide Varianten listen sich Vor- und Nachteile auf. Jedoch tendierte man im Ausschuss eher zur Erweiterung in einem Zug.

Gundula Manigk, Leiterin des Stadtbauamtes, umreißt den weiteren Fahrplan: Nach der Klärung der Finanzierung wolle man eine Ausschreibung, um die man nicht umhin komme, für das Erstellen eines Pflanzkonzeptes und die Pflanzung selbst anschieben. Sie hofft, dass man den Herbst bereits nutzen könne, um das Vorhaben in die Tat umzusetzen.

Außerdem müsse die Friedhofssatzung eine Änderung in der Art erfahren, dass die gewählte Fläche als eine für Baumgrabstellen ausgewiesen wird. „Vielleicht spricht man in dem Zug auch gleich mal über die Liegezeit. Laut aktueller Satzung sind das 30 Jahre. Viele Bürger wünschen sich jedoch eine kürzere Zeit“, weiß Andy Löppen aus vielen Gesprächen.

Eine Prognose, wie lange die neu dazukommenden Grabstellen unter den Bäumen reichen werden, wagt er nicht abzugeben. Er vermutet, dass sie weiter gefragt sein werden, denn sie sind pflegeleicht. Genau das sei derzeit zunehmend gefragt. Ähnlich wie die „amerikanische Beerdigung“, bei der nur ein Grabstein aufgestellt werde. „Aber“, das sagt Löppen deutlich, „wir wollen nicht alle frei werdenden Flächen zu Friedpark umwandeln, sondern wir wollen auf unserem Friedhof auch in Zukunft noch die herkömmlichen Grabstellen anbieten.“

Eine Möglichkeit für eine nochmalige Erweiterung des Friedparkgeländes in der Zukunft sieht er deshalb momentan nicht. Man habe die Idee damals aufgegriffen, weil auf dem Friedhof so viel Fläche ungenutzt gewesen sei. Für die herkömmlichen Bestattungsformen hätte die Hälfte der Fläche gereicht, blickt Löppen zurück. Mit dem inzwischen umgesetzten Mix vieler verschiedener Beisetzungsarten erreiche man inzwischen eine fast hundertprozentige Nutzung. Aktuell tun sich nur noch wenige ungenutzte Splitterflächen auf.

Im nordöstlichen Bereich des Falkenberger Friedhofs soll der Friedpark erweitert werden. Die eingeschlagenen Hölzer markieren die Pflanzstellen.
Im nordöstlichen Bereich des Falkenberger Friedhofs soll der Friedpark erweitert werden. Die eingeschlagenen Hölzer markieren die Pflanzstellen. FOTO: Sylvia Kunze / LR
Anhand des Pflanzplanes können die Friedhofsmitarbeiter die einzelnen Grabstellen vergeben.
Anhand des Pflanzplanes können die Friedhofsmitarbeiter die einzelnen Grabstellen vergeben. FOTO: Sylvia Kunze / LR