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Falkenberger Eisenbahnromantik lockt trotz des Regens viele Gäste

Im Führerstand einer Lok mitfahren – das Angebot zieht immer. Wer warten musste, harrte auch im Regen aus.
Im Führerstand einer Lok mitfahren – das Angebot zieht immer. Wer warten musste, harrte auch im Regen aus. FOTO: sk
Falkenberg. Die Erlebnistage vom Eisenbahnmuseum im ehemaligen Bahnbetriebswerk in Falkenberg hatten das Jubiläum der Aufnahme des Diesellokbetriebs im Dienstort Falkenberg im Jahr 1966, also genau vor 50 Jahren im Blick. Eigens dazu waren Lokomotiven herangeholt worden, die diesen Weg sinnbildlich nachvollziehen lassen sollten, und eine Sonderausstellung aufgebaut. Sylvia Kunze

Ein wenig die Schau gestohlen hat ihnen allerdings der ebenfalls eigens für die Erlebnistage heranorganisierte ehemalige Regierungszug der DDR, der von 1961 bis 1971 im Einsatz war.

Im heutigen Lichte besehen freilich nur bescheidener Luxus, der da auf den Schienen der Republik unterwegs war und im Vergleich zu heutigen modernen Reisezügen auch nicht mehr als bessere Holzklasse. Aber die Möglichkeit, dort einmal einzusteigen, wo einst die Oberen saßen, ließ sich am Wochenende wohl nicht ein einziger Besucher entgehen. So mancher Gast nahm gleich noch im Mini-Speiseabteil Platz und ließ sich einen Imbiss reichen. Bezahlt wurde aber nicht mit Mark, sondern mit Euro.

Ebenso wie bei den Gastgebern vom Förderverein des Eisenbahnmuseums, die an der nachgebauten "Kleinen Sperre" reichlich zu tun hatten, ihre Gäste zu verköstigen. Der Grill schmauchte in einer Tour. (Hungrige) Gäste hatten sich trotz des Regens viele eingefunden.

Und nachdem schon der ehemalige Regierungszug der DDR vorgefahren war, wunderte es keinen, als am Sonntag zum Frühschoppen auch noch Erich Honecker zum Kurzbesuch vorbeikam, wie schon so viele Male zuvor wieder gelungen von Manfred Müller nachgespielt. Die Rede, klasse zugeschnitten auf den Tag und die Bemühungen der Falkenberger Eisenbahnnostalgiker, erhielt viel Beifall. Auch Auszeichnungen für die Fleißigen und Beförderungen für die Ausdauernden durften nicht fehlen, bevor sich der "hohe" Gast unter lauten Jubelrufen mit einem "Vorwärts immer, rückwärts nimmer!" verabschiedete.