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| 13:01 Uhr

Bibliothek erregt weiter die Gemüter
Falkenberger Bibliothek: Bücherbus oder neuer Standort?

Falkenberg. Am Donnerstag sollen die Stadtverordneten eine Entscheidung treffen. Von Birgit Rudow

Die Bibliothek in Falkenberg erregt weiter die Gemüter. Die Stadtverwaltung erwägt, die Einrichtung in der Schule zum Jahresende zu schließen und die Fahrbibliothek des Kreises als Alternative anzubieten. Gründe dafür gibt es mehrere. Erstens: Die Schule braucht die Räumlichkeiten. Zweitens: Die Zahl der Bibliotheksnutzer geht zurück und liegt laut Bürgermeister Herold Quick nur noch bei knapp 200. Drittens: Die Bibliothekarin wird aus dem Dienst ausscheiden. Die Vertretung mache ihre Sache zwar sehr gut, sei aber keine ausgebildete Fachkraft, so Herold Quick. Und viertens: Im einmal als Ausweichvariante für die Bibliothek angedachten Backsteinbau am Verwaltungsstandort sind noch Kita-Kinder untergebracht. Dann werden die Räume für das Verwaltungsmodell der Kurstadtregion benötigt.

Als Ersatz für die Bibliothek bringt die Stadt den Bücherbus des Landkreises ins Spiel, der Falkenberg im Drei-Wochen-Rhythmus anfahren könnte. Leserbriefe an die Rundschau-Redaktion haben gezeigt, dass die Falkenberger Bibliotheksnutzer mit dieser Alternative nicht einverstanden sind. In den vergangenen Tagen haben sich auch der Ausschusses für Bildung, Jugend, Soziales, Kultur und Tourismus und der Hauptausschuss mit dem Thema beschäftigt. Am Donnerstag soll die Stadtverordnetenversammlung (SVV) eine Entscheidung treffen.

„Im Bildungsausschuss gab es dazu eine sachliche Diskussion. Die Verwaltung wurde beauftragt, neben dem Bücherbus noch eine andere Alternative aufzuzeigen“, so der Bürgermeister. Das habe sie getan, sagt Herold Quick. Die Stadt habe sich mit der Herzberger Wohnungsbaugesellschaft abgestimmt. Es gebe eine Möglichkeit für Räumlichkeiten für die Bibliothek in der Nähe des Bahnhofs, so Quick. Dabei verwies der Bürgermeister aber auch auf die Kosten, die auf die Stadt zukommen würden wie Miete, Betriebs- und Personalkosten. Bei den Räumen in der Schule habe man eine gesonderte Vereinbarung mit dem Landkreis als Schulträger gehabt. Der Bücherbus hingegen sei praktisch mit der Kreisumlage bereits bezahlt. „Der Bücherbus ist nicht schlechter als das, was wir jetzt haben“, so Herold Quick. Die CDU-Fraktion wollte im Hauptausschuss, dass die Debatte über das Thema Bibliothek noch weiter geführt wird. Das sei aber abgelehnt worden, so der Bürgermeister.

Die Verwaltung legt der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag also zwei Möglichkeiten vor, entweder den Bücherbus oder die angesprochenen Räumlichkeiten in der Nähe des Bahnhofs. Die Verwaltung drängt auf eine Entscheidung in der SVV, denn demnächst werden die Routen für den Bücherbus 2019 zusammengestellt. Sollten sich die Abgeordneten für den Bücherbus entscheiden, könnte Falkenberg dort mit aufgenommen werden. Die Stadt hat den Kreis auch gebeten, am Donnerstag einen Bücherbus vor dem Tagungsort der SVV am Haus des Gastes zu positionieren. Der kann nach der Eröffnung der Sitzung um 19 Uhr von Abgeordneten und Gästen besichtigt werden.

Einige Nutzer der Falkenberger Bibliothek geben die Hoffnung auf den Erhalt der Einrichtung nicht auf. So schrieb Sabine Loges Ende vergangener Woche noch einmal an die Rundschau, dass die Schließung der Bibliothek also noch nicht „beschlossene Sache“ sei. „In einer Bibliothek mit besseren räumlichen Bedingungen würden auch wieder Leseveranstaltungen für alle Lesealtersklassen stattfinden. Vielleicht auch einmal organisiert von leidenschaftlichen Lesern, welche nicht nur aus Falkenberg, sondern aus allen Ortsteilen kommen, und die den Erhalt dieser Institution zu schätzen wüssten. Wir sollten uns nun auch mehrheitlich engagieren, zu Wort melden und sowohl Kritik als auch konstruktive Vorschläge einbringen“, schreibt Sabine Loges. Und Marion Weigel, ebenfalls eifrige Nutzerin der Bibliothek, ruft alle, die etwas für den Erhalt des Bibliotheksstandortes in Falkenberg tun möchten, dazu auf, am Donnerstag zur SVV zu kommen.