„Ein fragwürdiger Hundestrand“ beginnt Dieter Lehmann einen Brief an die Rundschau, in dem er seinem Ärger über den neu ausgewiesenen Hundestrand am Falkenberger Kiebitz-See Luft macht. Dabei sind es nicht allein die neu aufgestellten Hinweisschilder und die Tatsache, dass da, wo bisher „unbekleidete Menschen lustvoll gebadet haben, sollen nun also Hunde baden“, die den Frust bei dem Naturfreund hochkochen lassen. Vielmehr ist es die Tatsache, dass an diesem Strandbereich Schilf abgemäht worden sei, „obwohl dort der Brutplatz des Schilfrohrsängers war“.
Für Lehmann stellt solcherlei Tun ganz klar einen Verstoß gegen die naturschutzrechtlichen Bestimmungen dar, wonach es verboten sei, Ufervegetation in der Zeit vom 15. März bis 15. September abzuschneiden.

Falkenberger Hundestrand: Zu viel Schilf zwischen dem Grünzeug?

„Es waren nur ein paar Halme Schilf, in der Hauptsache Grünzeug, was gemäht werden darf“, entgegnet Rocco Jungnickel, Teamleiter im Falkenberger Erholungsgebiet „Kiebitz“. Zudem habe man im Vorfeld der Aktion extra mit Vertretern des Falkenberger Naturschutzvereins gesprochen und grünes Licht dafür bekommen.
Was Viola Simon, Vorsitzende des Vereins, auch bestätigt. Nur sei über keinen Zeitpunkt gesprochen worden, und mit dem, wo die Arbeiten nun ausgeführt wurden, ist auch sie nicht glücklich. Das sei definitiv nicht die richtige Zeit dafür gewesen. Eine Anzeige ziehe sie wegen der geringen Menge des Eingriffs jedoch nicht in Erwägung, lässt sie auf Rundschau-Anfrage wissen.

Falkenberger Hundestrand: Unterschriftensammlung bisher unbeantwortet

„Aber das alles ist für die Verantwortlichen unserer Stadt offenbar völlig nebensächlich. Sie glauben scheinbar in selbstherrlicher Art, dass nur sie bestimmen können, was in diesem Strandbereich zu geschehe hat. Selbst die Unterschriftensammlung einer Bürgerinitiative gegen den Hundestrand blieb bisher unbeantwortet“, zeigt sich Dieter Lehmann mehr als enttäuscht vom ausbleibenden Dialog.