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| 19:45 Uhr

Falkenberg
Motorboote auf dem Kiebitz-See?

 Fahren demnächst etwa — abgesehen vom Rettungsboot der Wasserwacht — Motorboote auf dem Falkenberger Kiebitz-See? Es wird jedenfalls darüber diskutiert. Beschlossen ist aber noch nichts.
Fahren demnächst etwa — abgesehen vom Rettungsboot der Wasserwacht — Motorboote auf dem Falkenberger Kiebitz-See? Es wird jedenfalls darüber diskutiert. Beschlossen ist aber noch nichts. FOTO: Semachkovsky/Shutterstock.com
Falkenberg. Ein entsprechender Vorschlag liegt in Falkenberg auf dem Tisch. Die Diskussion ist eröffnet. Entschieden ist bisher noch nichts. Von Sylvia Kunze

Die „Ordnungsbehördliche Verordnung über den Strand-, Bade- und Wasserfahrzeugbetrieb im Erholungsgebiet ,Kiebitz’“ soll eine Änderung erfahren. Dabei geht es um Wasserfahrzeuge mit Elektromotor. Die sind bis jetzt nach seit 2014 geltender Verordnung verboten. Weil aber zu Jahresbeginn auf Landesebene eine Brandenburgische Elektro-Motorbootverordnung in Kraft getreten ist, sieht die Falkenberger Ordnungsamtsleiterin Andrea Wagenmann für die Falkenberger Kiebitz-Regelung Änderungsbedarf. „Das absolute Verbot motorgetriebener Wasserfahrzeuge, auch solcher mit Elektromotor, ist nicht mehr haltbar“, drängt sie auf eine klarstellende Änderung.

Der Vorschlag: In einer den Stadtverordneten in der zurückliegenden Sitzung vorgelegten Beschlussvorlage soll das Befahren des Kiebitz-Sees „mit kleinen Fahrzeugen, die mit elektrischer Motorkraft angetrieben werden“, mit Einschränkungen zugelassen werden - in erster Linie für die Angler.  Die Einschränkungen beziehen sich unter anderem auf die Befahrbarkeit des Bade- und des Angelbereichs, auf die Größe der Fahrzeuge und deren Motorleistung. Außerdem werden einige Details von vornherein nicht gestattet. Dazu zählen neben dem Befahren des Renaturierungsgebietes zum Beispiel das Baden vom Boot aus oder auch das Mitnehmen von Getränken.

Die Diskussion: Sie lief auf zwei Varianten hinaus. Ablehnen bzw. Vertagen. „Motorgetriebene Boote auf so einem kleinen Gewässer sind unsinnig. Noch dazu sind viele Fragen ungeklärt“, argumentierte der Falkenberger Stadtverordnete Heinz Blochwitz. Zu den Fragen, die er auf die Schnelle einwarf, gehörten unter anderem: Wo dürfen die Boote anlegen? Bleiben die Boote immer im Wasser? Wie wird der Strand durch solche Boote beansprucht? Welche Konflikte könnten dadurch mit den Badegästen entstehen und wie gehen wir damit um? Wer kontrolliert und ahndet Verstöße? Wie kann der Badebereich rundum sauber vom Bootsbetrieb abgesperrt werden?

Auf den Großteil der Fragen hat die Ordnungsamtschefin keine Antwort parat. Noch dazu, muss sie eingestehen, seien zu diesem Thema auch noch keine Rücksprachen mit übergeordneten Behörden geführt worden.

Für den Abgeordneten Holger Ulbricht steht damit fest: „Ich bin für das Vertagen der Diskussion und der Beschlussfassung. Zuerst einmal sollte bei den Behörden angefragt werden, wie die zu diesem Thema Position beziehen — bevor wir hier etwas beschließen, was wir womöglich kurz darauf wieder zurücknehmen müssen.“ Diesem Vorgehen hat auch die Stadtspitze zugestimmt.

Wie geht es weiter?  „Wir werden uns jetzt erst einmal bei der unteren Wasserbehörde rückversichern und gegebenenfalls das Ansinnen neu als Beschluss vorlegen“, beschreibt Andrea Wagenmann das weitere Vorgehen. Sie gehe davon aus, dass das prüfende Amt dabei auch die Naturschutzbehörde mit einbeziehe, weil sich der Kiebitz-See in einem Landschaftsschutzgebiet befinde. Gegebenenfalls solle es auch einen Termin geben, bei dem die Entscheidungsträger vor Ort noch einmal ein klareres Bild von den Gegebenheiten machen könnten.

Für die aktuell anstehende Badesaison dürfte das Thema damit jedoch erst einmal wieder vom Tisch sein. „Also, in diesem Sommer wird das nicht mehr“, bestätigt Bürgermeister Herold Quick. Auch die Amtsleiterin sieht das nicht anders.

 Fahren demnächst etwa — abgesehen vom Rettungsboot der Wasserwacht — Motorboote auf dem Falkenberger Kiebitz-See? Es wird jedenfalls darüber diskutiert. Beschlossen ist aber noch nichts.
Fahren demnächst etwa — abgesehen vom Rettungsboot der Wasserwacht — Motorboote auf dem Falkenberger Kiebitz-See? Es wird jedenfalls darüber diskutiert. Beschlossen ist aber noch nichts. FOTO: Semachkovsky/Shutterstock.com