Im Zusammenhang mit dem beabsichtigten Bau eines neuen Rewe-Marktes)$ im südlichen Bereich der Stadt Falkenberg sind inzwischen schon Gespräche geführt und Abstimmungen vorgenommen worden. Mit Spannung wurde nun die entscheidende, letzte Positionierung erwartet: die der Kleingärtner der Sparte „Gute Hoffnung“, auf deren Gelände nach aktuellen Planungen der neue Einkaufsmarkt gebaut werden soll.

Ganz klare Entscheidung der Kleingärtner

Klarer hätte das Votum kaum ausfallen können. Mit 51 Ja- und nur zwei Nein-Stimmen hat sich die überdeutliche Mehrheit der bei der Mitgliederversammlung anwesenden Pächter für die jetzt angestellten Überlegungen ausgesprochen und für das Bauvorhaben erst einmal generell grünes Licht gegeben.

Ein Bauvorhaben, das immerhin etwa ein Drittel der jetzigen Spartenfläche, die sich im Eigentum der Stadt befindet, beanspruchen wird. Heißt: Die dortigen Gärten sind künftig keine Gärten mehr. Etwa zehn davon sind aktuell noch bewirtschaftet. Und darüber sind sich alle klar: Für deren Besitzer müssen ganz individuelle Angebote und Lösungen auf den Tisch.

Heidi Lehmann, die selbst einen dieser Gärten (noch) bewirtschaftet, zweifelt jedoch, dass die betroffenen Kleingärtner, die ihre Parzellen im Zuge des Bauvorhabens aufgeben müssen, auch wirklich Kleingärtner bleiben. Stattdessen verweist sie auf die viele Arbeit, die in so einem Garten stecke, auf zerstörte Nachbarschaftsverhältnisse und auf das Alter der Gartennutzer. Auch sie selbst überlege, nach rund 25 Gartenjahren, lieber das Handtuch zu werfen, als noch einmal von vorn zu beginnen, berichtet sie.

Vorstand macht noch Forderungen auf

Hartmut Richter vom Vorstand des Kleingartenvereins kennt diese Sorgen und Bedenken. Er kann sie auch sehr gut nachvollziehen. Aber als Vorstand müsse er im Sinne der ganzen Anlage denken, hofft er auf Verständnis seiner Kleingartenkollegen. „Und genau weil wir die Sparte erhalten, weil wir gegen Leerstand ankämpfen und weil wir das Areal attraktiver gestalten wollen, sagen wir Ja zu dem Vorhaben“, begründet er.

Wenn es gelänge, „einige bis jetzt leerstehende und unzureichend gepflegte Gärten wieder aufzumotzen, interessieren sich dafür vielleicht eher neue Pächter“, hofft er für das große Ganze. Der Vorstand wolle jedenfalls nicht einfach so Land abgeben, und das sei es dann gewesen. Im Sinne einer guten Zukunft für die Sparte wolle er stattdessen seine Wünsche und Hoffnungen klar formulieren.

Das werde in der Zeit passieren, in der die Planunterlagen für den Supermarkt-Neubau öffentlich ausliegen. „Unsere Wunschliste ist in Arbeit“, kündigt Hartmut Richter an und hofft auf viele Rückläufe seiner Spartenmitglieder. Jedenfalls seien alle aufgerufen, bei der Neugestaltung ein Wörtchen mitzureden. Dass diese gelingen kann, daran hegt Richter keinen Zweifel. Er weiß „die Unterstützung der Abgeordneten und des Bürgermeisters“ hinter sich.

Bürgermeister will Dialog mit allen Betroffenen weiterführen

Stadtoberhaupt Herold Quick zeigt sich ebenfalls zufrieden. Zufrieden mit dem Ausgang der Abstimmung bei den Kleingärtnern und „der sehr sachlichen Diskussion“. Dass der Vorstand einen Art Forderungskatalog aufmachen wolle, findet Quick in Ordnung. Das habe er von Anfang an im Blick gehabt und mit unterstützt. Er verspricht: „Wir wollen weiter den Dialog mit allen Betroffenen führen und das Vorhaben transparent gestalten.“

Heißt, dass auch die Sorgen der Südstraßen-Anwohner)$ weiter ernst genommen werden sollen. Die machen sich stark, dass sie künftig statt auf Grün und Natur nicht auf eine hohe (Supermarkt)Mauer schauen müssen. „Der Planer weiß jedenfalls schon Bescheid und will Varianten erarbeiten, wie man das Problem lösen könnte“, hat Quick angekündigt und ergänzt: „In einem städtebaulichen Vertrag werden wir genau formulieren, was wir vom Investor erwarten.“

Der Vorentwurf der Planungsunterlagen für den Neubau des Rewe-Einkaufsmarktes liegt vom 4. November bis 6. Dezember während der Öffnungszeiten in der Stadtverwaltung Falkenberg aus.