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| 12:12 Uhr

Pläne reifen für neue Baustelle
Neuer Rewe-Markt bald auf Gartenland?

 Der aktuelle Standort des Rewe-Einkaufsmarktes in Falkenberg wäre im Zuge einer geplanten Erweiterung zu klein. Es wird nach einem Ausweichplatz im Süden der Stadt gesucht. Findet der sich nicht, hat der Discounter angekündigt, sich zurückzuziehen.
Der aktuelle Standort des Rewe-Einkaufsmarktes in Falkenberg wäre im Zuge einer geplanten Erweiterung zu klein. Es wird nach einem Ausweichplatz im Süden der Stadt gesucht. Findet der sich nicht, hat der Discounter angekündigt, sich zurückzuziehen. FOTO: LR / Sylvia Kunze
Falkenberg. Die Falkenberger Stadtverordneten haben grünes Licht gegeben: Das Planungsverfahren kann angeschoben werden. Es soll klären, ob die Erweiterung des Supermarktes am ausgesuchten Standort möglich ist und ob eine Einigung mit den Kleingärtnern erzielt werden kann. Von Sylvia Kunze

Die Nachricht hat sich in der Stadt herumgesprochen wie ein Lauffeuer: Rewe will neu bauen. Und dann auch noch auf dem Gelände der Kleingartensparte „Gute Hoffnung“. Vorwürfe in Richtung Rathaus werden laut. Von Verschleierung der Absichten ist die Rede. Vom Abwarten bis nach der Wahl, bis man die Botschaft verkünde, die so manchem Kleingärtner schwer auf dem Herzen liegt.

Doch Bürgermeister Herold Quick weist diese Vorwürfe von sich. Entschieden sei letztlich noch gar nichts. Mit den Planungsverfahren, die nach einstimmiger Zustimmung der Abgeordneten am Donnerstagabend angeschoben werden können, wolle man zum einen nur erst einmal abklopfen, ob die Idee so umsetzbar sei. Zum anderen sei der Investor erst Ende Mai an die Stadtverwaltung mit seinem Ansinnen herangetreten – und von Anfang an hätten Vertreter der Gartensparte bei den Gesprächen mit am Tisch gesessen.

Quick zur Ausgangslage: Der Discounter will das Sortiment vergrößern. Ein Umbau wird aus Kostengründen verworfen. Deshalb wird nach einem neuen Standort gesucht. Die landwirtschaftliche Fläche, die zwischen Gartensparte und Ortsbebauung Schmerkendorf in den Augen vieler Falkenberger zuerst einmal als optimal erscheint, steht nicht als Bauland zur Verfügung. Ein Planverfahren, bei dem eine Änderung angestrebt werden könnte, würde nicht nur immens teuer für die Stadt werden, es sei auch sehr umfangreich, dauere deshalb lange – und habe einen ungewissen Ausgang hinsichtlich des Baurechts.

Deshalb ist die Gartenanlage „Gute Hoffnung“ ins Blickfeld gerückt. Es sei allen bewusst, dass es für die Nutzer, die im ins Auge gefassten Bereich noch Gärten bewirtschaften, einen großen Einschnitt bedeuten würde, macht der Bürgermeister deutlich. Aber er sagt auch: „Wir haben als Stadt eine Versorgungsverpflichtung. Wir können einen Discounter wie Rewe im Süden unserer Stadt nicht ziehen lassen. Und Rewe will im Süden bleiben. Ansonsten würde er sich aus Falkenberg zurückziehen.“

Nicht ganz zwei Drittel der sechs Hektar großen Gartenanlage  werden aktuell für das Bauvorhaben „belegt“ Aber die werde man vermutlich gar nicht zur Gänze brauchen. Man wolle nach der Variante suchen, die so wenig wie möglich Gärten in Anspruch nehme, hat Quick versichert.

Die Sparte selbst ist von hohem Leerstand gekennzeichnet. Er liegt bei rund 40 Prozent. Über ein Drittel der Nutzer sind älter als 70. Von den rund 40 Parzellen, die das überplanende Gebiet umfasst, werden gut ein Drittel jetzt noch bewirtschaftet. Was es für deren Pächter heißt, hat Heidi Lehmann mit Nachdruck in der zurückliegenden Sitzung des städtischen Bauausschusses aufgezeigt. Da hänge Herzblut dran, das nicht mit Geld aufgewogen werden könne.

Dennoch sieht auch sie wie andere Kleingärtner der Sparte die Notwendigkeit des Handelns. Halbe-Halbe teilen sich die Meinungen gerade auf, weiß Vorsitzender Hartmut Richter: „Wenn alles korrekt läuft, sind wir bereit mitzugehen. Wir warten ab, wie sich das entwickelt.“ Korrekt laufen, das heißt für ihn nicht nur, das im Planverfahren festgeschrieben wird, dass die verbleibende Fläche eine Sondernutzung mit Kleingärten erfährt, sondern zum Beispiel auch, dass man sich in Sachen Entschädigung und Umzugshilfe von Gartenbesitzern, die ihre liebevoll gepflegten und gehegten Kleinode für den Supermarktneubau aufgeben müssen, sowie in anderen Details einig wird.

Eine Blockade des Ansinnens wäre purer Unsinn, signalisiert Peter Müller, Regionalvorsitzender des Kleingartenverbandes für den Bereich Herzberg, dass auch er mit der Idee grundsätzlich erst einmal mitgehen kann und „keine zusätzlichen Hindernisse“ aufbauen will. Er kündigt jedoch an: „Wir werden rausholen, was für die Kleingärtner möglich ist — und wir werden da nicht bescheiden sein.“

Bereits am heutigen Samstag wird dem Thema eine weitere Zusammenkunft, diesmal direkt in der „Guten Hoffnung“, gewidmet. Der Planer ist dann vor Ort und stellt sowohl Vertretern der Stadt als auch des Gartenvereins erste Entwürfe und Ideen für das Bauvorhaben vor. Rathausspitze und Abgeordnete haben versprochen, dass bei allen weiteren Schritten immer auch auf die Belange der Kleingärtner  geachtet werden soll.

Auch die Nachnutzung des jetzigen Marktes sei eine wichtige Prämisse und soll vertraglich festgeschrieben werden. Derzeit sei dafür ein Baumarkt im Gespräch.

 Gleich gegenüber vom jetzigen Markt befindet sich die Gartensparte "Gute Hoffnung". Sie ist von großem Leerstand geprägt.
Gleich gegenüber vom jetzigen Markt befindet sich die Gartensparte "Gute Hoffnung". Sie ist von großem Leerstand geprägt. FOTO: LR / Sylvia Kunze
 Der aktuelle Standort des Rewe-Einkaufsmarktes in Falkenberg wäre im Zuge einer geplanten Erweiterung zu klein. Es wird nach einem Ausweichplatz im Süden der Stadt gesucht. Findet der sich nicht, hat der Discounter angekündigt, sich zurückzuziehen.
Der aktuelle Standort des Rewe-Einkaufsmarktes in Falkenberg wäre im Zuge einer geplanten Erweiterung zu klein. Es wird nach einem Ausweichplatz im Süden der Stadt gesucht. Findet der sich nicht, hat der Discounter angekündigt, sich zurückzuziehen. FOTO: LR / Sylvia Kunze
 Gleich gegenüber vom jetzigen Markt befindet sich die Gartensparte "Gute Hoffnung". Sie ist von großem Leerstand geprägt.
Gleich gegenüber vom jetzigen Markt befindet sich die Gartensparte "Gute Hoffnung". Sie ist von großem Leerstand geprägt. FOTO: LR / Sylvia Kunze