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| 14:44 Uhr

Ist Falkenberg altersfreundlich?
Das leidige Problem mit den Gehwegen

 Das kleine Pflaster, wie hier in der Jahn-Straße in Falkenberg, ist für in der Mobilität eingeschränkte Personen oft eine echte Herausforderung.
Das kleine Pflaster, wie hier in der Jahn-Straße in Falkenberg, ist für in der Mobilität eingeschränkte Personen oft eine echte Herausforderung. FOTO: Sven Gückel
Falkenberg. Wie altersfreundlich ist die Stadt Falkenberg? Welche Probleme sehen die Einwohner in dieser Hinsicht? Eine Umfrage liefert dazu interessantes Datenmaterial. Von Sylvia Kunze

In einer Informations- und Diskussionsrunde hat man sich am gestrigen Mittwoch in Falkenberg des Themas „Falkenberg auf dem Weg zur altersfreundlichen Gemeinde“ angenommen. Wesentlicher Punkt war dabei das Vorstellen der Ergebnisse einer Umfrage, die in der Stadt und ihren Ortsteilen durchgeführt worden ist und im Nachgang nun eine tiefgründige Auswertung erfahren hat.

Starke Einschränkungen bei der Mobilität

Barbara Erjauz, wissenschaftliche Mitarbeiterin der BTU Cottbus/Senftenberg, die das Projekt „Altenfreundliche Gemeinde“ sowohl in Falkenberg als auch in Herzberg, Schlieben und Schönewalde betreut, spricht davon, dass die 84 ausgefüllten Umfragebögen nicht unter den Tisch zu kehren sind — zumal zwei Drittel der Antwortenden das Rentenalter erreicht haben und somit auch wirklich den Blick der älteren Generation auf die Probleme in der Stadt darstellen. Weiterhin wichtig: Ein Drittel ist davon nicht (mehr) mit einem Auto unterwegs, sondern auf andere Fortbewegungsangebote angewiesen, die Hälfte der Antwortenden körperlich in irgendeiner Form in der Mobilität eingeschränkt.

Auch wenn viele der Befragten zum Ausdruck bringen, dass Falkenberg ein guter Ort ist, um alt zu werden, zeigt die Umfrage einige deutliche Schwachstellen auf.  Ganz vorn an steht dabei das leidige Problem mit den (Pflaster)Gehwegen, das, so der Hinweis von Annemarie Gundermann, beim Landkreis mit dem Thema Pflege betraut, auch in den anderen drei Kommunen mit die meiste Kritik erntete. Weil Veränderungen an den nach historischem Stadtbild angelehnten und dafür geförderten Neubauten nicht bzw. kaum möglich seien, empfiehlt sie in erster Linie zum Beispiel massiver an Hersteller von Rollatoren heranzutreten und diese für dieses Problem zu sensibilisieren und technische Veränderungen zu erreichen.

Kommune sieht sich in der Pflicht

Doch die Kommunen sind damit dennoch nicht aus der Pflicht. Wollen sie auch gar nicht, wie der Falkenberger Bürgermeister Herold Quick bekräftigt. Man wolle sich sehr wohl den aufgezeigten Problemen stellen, nach und nach, wie es die Kraft der Stadt zulassen. Denn außer an den Gehwegen wurde zum Beispiel auch Kritik geübt: an nicht ausreichenden Möglichkeiten, gefahrlos stark befahrene Straßen zu überqueren, an fehlenden Radwegen, an fehlenden öffentlichen Toiletten, an fehlenden regelmäßigen Sitzmöglichkeiten, an mangelnden öffentlichen Beförderungsangeboten, an preiswerten altersgerechten Wohnungen und an langen Wartezeiten bei Hausärzten.

Für den Bürgermeister bringt die Umfrage „ein sehr ernüchterndes Ergebnis. Ich hätte mir selbstverständlich noch mehr Positives gewünscht“, sagt er. Das war natürlich auch dabei, zum Beispiel mit dickem Pluspunkt für die Möglichkeit der gesellschaftlichen Teilhabe für ältere Menschen, das umfangreiche Angebot an medizinischen, sozialen und hauswirtschaftlichen Dienstleistungen sowie die gute Unterstützung pflegender Angehöriger. Aber das Positive hat insgesamt nicht überwogen. „Wir werden aktiv daran arbeiten, dass sich das ändert“, hat Quick versprochen.

Beispiel Sitzmöglichkeiten

Zur Bekräftigung seines soeben Gesagten pickt sich Bauamtsleiterin Gundula Manigk die angesprochenen fehlenden Sitzgelegenheiten heraus. Insgesamt 55 hat eine „Inventur“ im Stadtgebiet aufgelistet. 43 davon allein in Falkenberg. Der Rest in den Ortsteilen, wobei Großrössen mit null den Minusrekord aufstellt. Marode Bänke will man weiter aufarbeiten. Zusätzliche Sitzgelegenheiten werden in der Torgauer Straße auf dem Weg zum Friedhof ins Auge gefasst. Die im Park sollen im Komplex Stadtpark erneuert werden, kündigt sie an. Weitere Vorhaben sind bereits im Integrierten Stadtentwicklungskonzept hinterlegt, wie Rainer Lehmann vom Sanierungsträger ews berichtet.