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Existenz hängt vom Brandschutz ab

Die Schlossherberge in Uebigau. Sie bietet einen schönen Anblick und ist eine über Stadtgrenzen hinaus bekannte Lokalität, mit der die Stadt Uebigau-Wahrenbrück gern für sich wirbt. Doch um ihre Zukunft zu sichern, muss einiges getan werden. Die Pläne dafür liegen auf dem Tisch.
Die Schlossherberge in Uebigau. Sie bietet einen schönen Anblick und ist eine über Stadtgrenzen hinaus bekannte Lokalität, mit der die Stadt Uebigau-Wahrenbrück gern für sich wirbt. Doch um ihre Zukunft zu sichern, muss einiges getan werden. Die Pläne dafür liegen auf dem Tisch. FOTO: sk
Uebigau. In der Stadt wird über die brandschutztechnische Ertüchtigung und das Ausbaukonzept der Schlossherberge in Uebigau diskutiert. Die Pläne sind in Abstimmung mit der Stadt, der Herbergsleitung, dem Sanierungsträger ews und einem Fachbüro aus Riesa erarbeitet worden. Sylvia Kunze

Sie sollen die kommunale Immobilie zukunftsfähig aufstellen.

Die Mängel: Vordringlich gilt es, brandschutztechnische Mängel zu beseitigen. Außerdem fordern der Arbeitsschutz und die Hygienevorschriften Veränderungen.

Die Pflicht: In Sachen Brandschutz werden ein zweiter Rettungsweg, der Einbau von Brandschutztüren und die Entrauchung des Treppenhauses sowie der Einbau einer aufschaltbaren Brandmeldeanlage gefordert. Diese Veränderungen müssen erfolgen, um die Betriebserlaubnis der Schlossherberge nicht in Gefahr zu bringen. Dafür sind Gesamtkosten von etwa 600 000 Euro kalkuliert.

Die "Kür": Es wäre aber auch wichtig, andere Veränderungen vorzunehmen, um das Haus moderner aufzustellen. Da ist unter der Maßgabe des Erhalts der maximalen Bettenzahl die Rede von Verbesserungen bei sanitären Bedingungen und einigen räumlichen Veränderungen, die die Attraktivität der Herberge ebenso steigern wie Arbeitsbedingungen für das dort tätige Personal verbessern. Alle baulichen Vorhaben sollen - über mehrere Jahre verteilt - in den Wintermonaten stattfinden, um den Betrieb nicht zu beeinträchtigen. Weitere 900 000 Euro sind dafür veranschlagt.

Die Argumente dagegen: Hier wird von Abgeordneten insbesondere auf die Wirtschaftlichkeit des Hauses geschaut. Es ist bislang ein städtisches Zuschussgeschäft und eine freiwillige Aufgabe, die sich die Stadt leiste. Außerdem bringen die Kritiker vor, dass über die Jahre ausreichend Mittel nach Uebigau geflossen und nun auch die anderen Ortsteile an der Reihe seien.

Die Argumente dafür: Fördermittel seien rar, und wenn es sie gebe, solle man sie nutzen. Noch dazu, wenn die Förderbedingungen im Rahmen der Stadtsanierung so gut seien. 80 Prozent der Bausumme würden gefördert, 20 Prozent wären städtischer Anteil, wobei ab dem nächsten Jahr dieser sogar auf 10 Prozent minimiert werden könne. Da Uebigau-Wahrenbrück in den letzten Monaten die bereitgestellten Fördermittel für die Stadtsanierung nicht in ausreichendem Maße abgerufen habe, bestehe die Gefahr, dass die jährliche Zuschusssumme reduziert würde, warnt Bürgermeister Andreas Claus. Kämmerin Cornelia Gmerek sieht eine positive städtische Finanzentwicklung und bescheinigt der Kommune die Kraft, das Vorhaben zu stemmen, die Städtebaufördermittel künftig wieder komplett ausschöpfen und gleichzeitig für die Ortsteile etwas tun zu können.

Schlossleiterin Silke Linke spricht in der Herberge von einer positiven Entwicklung. Eine weitere Steigerung sei absehbar. Anfragen und Vormerkungen würden schon bis 2019 reichen.

Bürgermeister Claus sieht die Städtebauförderung, bei der jeder Förder-Euro sieben Euro private Investitionen nach sich ziehe, als Wirtschaftsmotor für die Stadt und die Region. Die Herberge selbst sei auch ein solcher. Durchschnittlich 5000 Übernachtungen pro Jahr, da bliebe Geld in der Stadt und davon würden auch andere touristische Einrichtungen profitieren. Schließen sei für ihn keine Option. Die Stadt bleibe bei stetig laufenden Kosten trotzdem weiter für das Objekt verantwortlich.

Die Entscheidung: Nach Beratung in den städtischen Gremien steht am kommenden Mittwoch in der Stadtverordnetenversammlung (ab 19 Uhr im Verwaltungsgebäude in Wahrenbrück) die Beschlussfassung über die brandschutztechnische Ertüchtigung und das Ausbaukonzept der Schlossherberge auf der Tagesordnung.

Zum Thema:
1. Bauabschnitt: Schaffen eines zweiten Rettungsweges, Einbau von Brandschutz-Türen, Entrauchung der Treppenhäuser2. Bauabschnitt: Rück-/Neubau Kellertreppe, Aus-/Umbau Wintergarten3. Bauabschnitt: Umbau Herbergszimmer, Umbau Sanitäranlagen4. Bauabschnitt: Umbau der Gästetoilette im Keller, Umbau Empfang und Vorbereitung im Erdgeschoss5. Bauabschnitt: Bau eines Aufzuges, Bau einer Rampe, Behinderten-WC im Erdgeschoss, Bad im Obergeschoss