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| 19:03 Uhr

VfB Herzberg 68
Ex-Profis gewähren interessante Einblicke

Die von Jürgen Schulze zusammengetragene Ausstellung, die in der Sporthalle aufgebaut war, vermittelte ein gutes Bild in die mittlerweile 111-jährige Geschichte des Fußballs in Herzberg mit zahlreichen Fotos auch aus den Anfangszeiten.
Die von Jürgen Schulze zusammengetragene Ausstellung, die in der Sporthalle aufgebaut war, vermittelte ein gutes Bild in die mittlerweile 111-jährige Geschichte des Fußballs in Herzberg mit zahlreichen Fotos auch aus den Anfangszeiten. FOTO: Sven Gückel
Herzberg.. Der VfB Herzberg feierte 111 Jahre Fußball mit Ausstellung, Podiumsdiskussion, Familien-Olympiade und dem Legenden-Spiel. Von Sven Gückel und Birgit Rudow

Der VfB Herzberg hat an diesem Wochenende „111 Jahre Fußball und 60 Jahre Kegeln“ gefeiert. Einen verdienstvollen Rückblick auf die Vereinsgeschichte und eine interessante Diskussion rund um das Thema Fußball bot der VfB interessierten Gästen am Freitagabend. Dass dieser Einladung weniger Zuhörer folgten als angenommen, schmälerte das Dargebotene aber in keiner Weise.
Vielmehr erfreuten sich die Anwesenden an historischen Fotos und Texten, die einen umfassenden Einblick in die Historie des Vereins gaben. So sah man unter anderem in ausdrucksstarke Gesichter von Spielern, die vor einem Jahrhundert den Fußball in Herzberg salonfähig machten und dabei durchaus Erfolge aufweisen konnten. Dieser Rückblick bot dem Journalisten Sven Bock einer willkommene Brücke zur Überleitung in eine Podiumsdiskussion, die er mit Bernd Hobsch (50) und Hans-Jörg Leitzke (58) führte. Beide spielten zu DDR-Zeiten bei Leipziger Clubs und pflegen eine fundierte Freundschaft. Während Leitzke mit Blick auf seine aktive Spielzeit vor allem an Oberligaspiele oder sein Tor gegen Borussia Dortmund im Europokal denkt, absolvierte Hobsch noch spannende Jahre bei Werder Bremen, Stade Rennes (Frankreich), 1860 München oder dem 1. FC Nürnberg. Besonders die Jahre in Bremen prägten seine Karriere, sagte er rückblickend. Unter Otto Rehagel wurde Hobsch Deutscher Meister und Pokalsieger, spielte in der Champions League und wurde unter Berti Vogts sogar für ein Spiel Nationalspieler. „In Bremen fühlte ich mich wie in einer großen Familie”, betonte Hobsch nach den Gründen für diese Erfolge befragt. Man war ein Team. Diese Einstellung hätte die deutsche Nationalmannschaft bei der WM in Russland völlig vermissen lassen, waren sich beide Fußballer einig. Wenngleich Leitzke in seiner Analyse noch schonungsloser war und auch einen Rücktritt des Bundestrainers für notwendig gehalten hätte.
Mit Begeisterung sprachen Bernd Hobsch und Hans-Jörg Leitzke aber nicht nur über ihre aktive Karriere, sondern auch die Verbindungen nach Herzberg. Beide besitzen eine A-Lizenz und sind als Trainer befähigt. Leitzke nutzte diese Qualifikation, um den VfB Herzberg ein Jahr lang zu trainieren, Hobsch unterhält inzwischen eine Fußballschule, die seit 2011 jeden Sommer hier Station macht.

Am Samstag hatte der VfB zu einem Familienfest und am Abend zur großen Party eingeladen. Die Familien-Olympiade hatten die Leichtathleten des Vereins vorbereitet. Ob das Werfen mit Schaumstoffspeeren, Torwandschießen, Quiz, Weitsprung, Kegeln oder Ballparcours  – Groß und Klein waren gleichermaßen gefordert. Trotz des schlechten WM-Abschneidens war der Hauptpreis – ein mit den Unterschriften der Nationalmannschaft signierter Ball – sehr begehrt.

Sportlicher Höhepunkt des Samstages war das Spiel der Herzberger Allstars gegen Lausitz-Legenden wie Detlef Irrgang, Toralf Konetzke oder Frank Seifert. Die Lausitzer gewannen mit 6:1. Doch das war eigentlich Nebensache. 

Bernd Hobsch, Hans-Jörg Leitzke und Sven Bock (v.l.) führten eine interessante Diskussion.
Bernd Hobsch, Hans-Jörg Leitzke und Sven Bock (v.l.) führten eine interessante Diskussion. FOTO: Sven Gückel
Bei der Familien-Olympiade versuchte sich Moritz beim Wurf mit dem Schaumstoffspeer.
Bei der Familien-Olympiade versuchte sich Moritz beim Wurf mit dem Schaumstoffspeer. FOTO: Dieter Müller