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Etwa 200 Hobbyastronomen in ihrem Element

Michael Möckel (r.) beim Fachsimpeln mit Ronny Stoffregen. Der Doberschützer gehört dem Astroteam an und war bei jedem Treffen bisher dabei. Mit seinem Spiegelteleskop betreibt er Astrofotografie.
Michael Möckel (r.) beim Fachsimpeln mit Ronny Stoffregen. Der Doberschützer gehört dem Astroteam an und war bei jedem Treffen bisher dabei. Mit seinem Spiegelteleskop betreibt er Astrofotografie. FOTO: ru
Jeßnigk. Auf dem Gelände an der Sternwarte in Jeßnigk fand am Wochenende das 17. Herzberger Teleskoptreffen statt. Hier begegnen sich alljährlich zahlreiche Hobbyastronomen. Nur das Wetter spielte diesmal nicht ganz so mit. Birgit Rudow

Das 17. Herzberger Teleskoptreffen (HTT) am Wochenende in Jeßnigk stand unter einem nicht ganz so guten Stern. Das traf allerdings nur auf das Wetter zu. Dem zumeist bewölkten Himmel war es zu "verdanken", dass sich statt der wie üblich 300 "nur" etwa 200 Astrofreunde auf den Weg zum Gelände an der Sternwarte in Jeßnigk machten. Wer allerdings schon am Donnerstag angereist war oder bis Sonntag aushielt, der wurde mit Sonnenstunden einer klaren Nacht belohnt.

Es war das erste Treffen nach dem Tod des Begründers des HTT Ralf Hofner im vergangenen Jahr. Jetzt führt Michael Möckel aus Chemnitz den Verein. "Uns ist es gelungen, einen Asteroiden nach Ralf Hofner zu benennen und ihn so zu ehren. Der Asteroid Ralfhofner wurde am 14. Oktober 2007 von Martin Fiedler vom Astroclub Radebeul e.V. an der Volkssternwarte Adolph Diesterweg in Radebeul entdeckt", sagt Michael Möckel.

Der Herzberger Verein hat 14 Mitglieder. Nur wenige sind in der direkten Region beheimatet. Die Mitglieder kommen auch aus Dresden, Radebeul, Coswig und Chemnitz. Das Astroteam Elbe-Elster arbeitet eng mit dem Radebeuler Astroklub zusammen, der die Sternwarte in Radebeul betreibt. Sein Vorsitzender Martin Fiedler ist in beiden Vereinen vertreten. Außer zum HTT treffen sich viele der Hobbyastronomen zu Beobachtungen an allen klaren Neumond-Wochenenden des Jahres.

In den Süden Brandenburgs, speziell in den Schönewalder Ortsteil Jeßnigk, führen sie jedes Jahr wieder die besonders guten meteorologischen Bedingungen für Hobbyastronomen. Südbrandenburg ist eine außergewöhnlich wolkenarme und nur dünn besiedelte Region. "Das bedeutet für uns wenig Streulicht. Die Stadt Schönewalde unterstützt uns, indem sie in einigen Bereichen nachts die Straßenbeleuchtung ganz abschaltet. In Herzberg wird die Beleuchtung zum Teleskoptreffen um zwei Drittel reduziert. Am Horizont ist kein Licht zu sehen. Das einzige, was auch in 85 Kilometern Entfernung noch wahrgenommen wird, ist die Lichtglocke von Berlin", so Michael Möckel.

Etwa 90 Prozent der Sonnen- oder Sternengucker, die nach Jeßnigk kommen, sind reine Amateurastronomen. Viele haben Selbstbauteleskope dabei, nicht selten auch mehrere. "Hinter diesem Hobby stecken einfach die Neugier an der Wissenschaft und das Interesse an Dingen, die außerhalb unseres Planeten passieren", sagt der Vereinsvorsitzende. Und so gibt es neben den eigenen Beobachtungen auch stets gut besuchte Fachvorträge. In diesem Jahr waren gleich zwei Fachreferenten zu Gast: Dr. Ruth Titz-Weider vom Institut für Planetenforschung Berlin und Ulrich von Kusserow von der Olbers-Gesellschaft Bremen, deren Ziel es ist, in wissenschaftlicher und volkstümlicher Weise Fragen der Astronomie zu bearbeiten.