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| 18:11 Uhr

Elbe-Elster
Esskastanie: Es gibt sie hierzulande scheinbar doch sehr viel häufiger

Nicht nur wie hier in Gruhno ist die Ess-Kastanie im Landkreis zu finden.
Nicht nur wie hier in Gruhno ist die Ess-Kastanie im Landkreis zu finden. FOTO: Daniel Friedrich / LR
Elbe-Elster. Reaktionen von Lesern auf den Beitrag „Die Esskastanie ist rar im Elbe-Elster-Land“ Von Sylvia Kunze

Die Aussage von Karl-Ulrich Hennicke, Vorsitzender des NABU-Regionalverbandes Finsterwalde, dass die Esskastanie, Baum des Jahres 2018, in Elbe-Elster sehr rar sei und seines Wissens nur in Gruhno (Gemeinde Schönborn) wachse, hat mehrere Leser zum Telefon greifen lassen, um von weiteren Exemplaren zu berichten.

Zuerst meldete sich Brunhilde Lehmann aus Jeßnigk, vor deren Haus zwei weitere Exemplare dieser Baumart wachsen. „Wir haben sie aus Samen selbst gezogen und dann hier draußen auf der Wiese gepflanzt, damit jeder was davon hat“, berichtet die Jeßnigkerin, die sich seit drei Jahren nun auch schon über Früchte freuen kann.

Anruf Nummer zwei kam von Eckhard Schaar, Mitglied des Vorstandes der Forstbetriebsgemeinschaft Südbrandenburg. „Diese Aussage von Herrn Hennicke entspricht nicht den Tatsachen“, kommt er auch gleich zur Sache und erläutert, dass in den Wäldern der Forstbetriebsgemeinschaft rund um Freileben, Lebusa und Striesa inzwischen etwa 1500 solcher Ess-Kastanien wachsen. Alle in den vergangenen Jahren neu gepflanzt. Hinzu kämen in dieser Region „noch Altbestände, die bis zu 50 Bäume ausmachen“, rechnet Eckhard Schaar vor und ärgert sich dabei über die Unkenntnis der regionalen Vertreter des Naturschutzbundes: „Die wollen die Welt retten und wissen nicht mal in Elbe-Elster ausreichend Bescheid“, moniert er.

Auch Gustav Lehmann aus Werenzhain verweist auf zwei stattliche Exemplare: direkt vor seiner Haustür. „Die habe ich noch vor der Wende als kleine Pflänzchen vom Niederrhein mitgebracht. Heute sind sie groß und stattlich“, berichtet er. Die Früchte seien leckeres Futter für die Rehe im Winter. „Aber die Freundin meines Enkels hat in diesem Jahr auch welche mitgenommen, um sie zu braten und dann zu essen.“

Heinz Löbel hat als aufmerksamer Spaziergänger im Wald in Neuburx­dorf Exemplare des Baumes des Jahres 2018 gesichtet. Sie seien dort vor einigen Jahren neu angepflanzt worden, berichtet er, und hätten seit dem vorigen Jahr auch schon Früchte getragen.

In Mühlberg kennt Gottfried Schäfer den Standort einer solchen Rarität: zwischen Postsäule und der neu hergerichteten Schule am Rande „des immer sehr ordentich gepflegten“ Spielplatzes. Gleich neben einer Rosskastanie habe dort seit mehr als 30 Jahren auch eine Esskastanie ihren Platz. „Ein echter Hingucker“ versichert Schäfer und meint damit nicht nur den Baum des Jahres 2018, sondern das gesamte Ensemble mit Spielplatz und angrenzender Schule.