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Es war ein "Engelmonat" zum Vergessen

Der Platzhirsch betritt die Bühne ...
Der Platzhirsch betritt die Bühne ... FOTO: Dieter Lehmann/dlh1
Falkenberg. Eine alte Bauernregel besagt: "September schön in den ersten Tagen, will den ganzen Herbst ansagen." Je nach Wetterlage lässt sich also zu Beginn des Septembers eine unterschiedlich starke Aussage für den restlichen Monat machen. dlh1

Am 1. und 2. September dieses Jahres war es in unserer Region wettermäßig weniger schön: Lufttemperatur gerade mal 20 Grad, der Himmel bewölkt, ziemlich windig und teilweise Regen. Diese negative Wettertendenz setzte sich fast im gesamten Monat fort. Die genannte Bauernweisheit hatte also diesmal ihre volle Berechtigung.

Historische deutsche Namen für den September sind Herbstmond, Holzmonat und Engelmonat. Im Vergleich zum September des Vorjahres bescherte uns der diesjährige September wettermäßig das glatte Gegenteil. Denn der September 2016 war einer der wärmsten Septembermonate seit Aufzeichnungsbeginn.

Am 22. September erlebten wir die Tagundnachtgleiche. Die Sonne stand in der Äquatorebene der Erde und ging an diesem Tag genau im Osten auf und genau im Westen unter. Damit begann, astronomisch gesehen, der Herbst. Die dafür typisch nebligen Tage hatten schon am 18. des Monats begonnen. Und damit auch die Zeit der Hirschbrunft, die ich in diesen Tagen in den Falkenberger Bruchwiesen erleben konnte. Ein alljährliches Erlebnis der besonderen Art!

Aber wir sollten uns nicht über das diesjährige schlechte Septemberwetter beklagen. Die Tropenstürme "Irma" und "Maria", die in der Monatsmitte auf mehrere Karibikinseln trafen und diese schwer verwüsteten, sind von ganz anderer zerstörerischer Qualität. Die Zusammenhänge sind bekannt. Höhere Temperaturen an der Meeresoberfläche führen dazu, dass die Hurrikane mehr Energie aufnehmen. Ernstzunehmende Forscher sind sich einig, dass der beginnende globale Klimawandel diesen Effekt schon heute verstärkt.