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| 01:05 Uhr

Es läuft gut: Bald ist Polzen fertig erneuert

Polzen.. „Tolles Bauwetter, besser als manchmal im Sommer“ , freute sich gestern Morgen Peter Lehmann, als er nach der kurzen Frühstückspause den Bauwagen wieder verließ und mit seinen Kollegen hinüber zur Dorfstraße ging. Gemeinsam mit Torsten Ließ und Jörg Hallbauer sind die drei Männer von der Firma Streubel gegenwärtig dabei, den Gehweg zu pflastern. Von Gabi Zahn

Mit der Strecke von der Einmündung der Bahnhofsstraße in Richtung der Bahnschienen sind sie seit Mitte September beschäftigt. Es ist der 3. Bauabschnitt innerhalb der Dorferneuerung, die in Polzen im Jahr 2002 begonnen hat. Das Projekt wechselte mit der Gemeindegebietsreform auf mehrheitlichen Wunsch der Einwohner zum Amt Schlieben. Vor allem heimatgeschichtliche Hintergründe waren dafür ausschlaggebend, denn über mangelnde Unterstützung aus Herzberg haben die Einwohner nicht geklagt.

Nahtlos von Herzberg nach Schlieben
Im Gegenteil: „Wenn Ulrich Har-
tenstein und Reinhard Neupert die Anträge zur Dorferneuerung nicht so gut vorbereitet hätten, wäre es schwierig geworden, Fördermittel zu bekommen“ , ist Ortsbürgermeister Wolfgang Haase noch heute dankbar für die Zusammenarbeit.
Und die Polzener hatten auch mit dem Amt Schlieben Glück. Auch von dieser Seite her blieben Amtsdirektorin Iris Schülzke und Bauamtsleiter Harald Kutscher fest am Ball, so dass die Dorferneuerung Zug um Zug realisiert werden konnte.
Heute schmunzelt mancher noch über anfängliche Diskrepanzen, die aus unterschiedlichen Ansichten der Einwohner zu den Planungen herrührten. So ist der in der RUNDSCHAU damals als „Heckenkrieg“ benannte Streit zwar nicht vergessen, doch zweifelt heute angesichts des schmucken Dorfangers und der sanierten Gehwege kaum jemand daran, dass der Beschluss, die schier überdimensionale Hecke zu beseitigen, richtig war. Grün gibt es dennoch ausreichend im Ort. Und einiges kommt noch hinzu. Wie aus dem Schliebener Bauamt zu erfahren war, werden bald noch einige Ersatzpflanzungen das Dorfbild verschönern. Noch im November, so sieht es die Planung vor, soll der 3. Bauabschnitt beendet sein.
Für das Streubel-Team ist das offensichtlich kein Problem. Selbst wenn es nun doch etwas kälter wird, könne man noch weiterpflastern, meint Jörg Hallbauer aus Großrössen, der von seinen Kollegen angesichts seines früheren Wohnortes in Gera als wettererprobter „Thüringer Spezialist“ vorgestellt wird. Bauarbeiter-Spaß, der halt dazu gehört.
Als die drei Männer gestern Vormittag bis in Höhe des Hauses von Ortrud Hellmund vorangekommen waren und auf Knien die neuen Steine in die vorbereite Stelle einsetzten, erscheint die rüstige Seniorin sogleich zu einem kleinen Schwätzchen und freut sich über den neuen Gehweg. „Sieht sehr gut aus“ , lobt sie die Arbeit. Nur am Friedhof raus draußen könnte noch einiges getan werden.
Das meint auch Wolfgang Haase.
Die Befestigung der dortigen Wendeschleife und auf der anderen Seite des Ortes die Weiterführung des Gehweges über die Bahnschienen hinaus, bis zu den letzten Häusern - das wäre die restlose Erfüllung der Polzener Dorferneuerungspläne. Ob die aber verwirklicht werden können, steht zurzeit noch in den Sternen. Doch Wolfgang Haase hat es noch nicht aufgegeben und will Vertreter das Landesamt für Verbraucherschutz, Landwirtschaft und Flurneuordnung in Luckau als zuständige Fördermittelbewilligungsstelle nach Polzen holen.

Anschauen, was passiert ist
„Es wäre schön, wenn man sich anschauen würde, was mit dem Geld passiert ist, welches das Dorf bekommen hat. Und einiges haben wir ja auch ohne Unterstützung in Angriff genommen“ , fügt er hinzu. Damit meint er die sanierte Feierhalle auf dem Friedhof, die in Eigeninitiative ein würdiges Aussehen bekommen hat.
Und eines soll an dieser Stelle nicht vergessen werden: Im Kremitzauer Gemeindeparlament, zu dem auch Kolochau und Malitschkendorf gehören, haben die Polzener Belange stets eine angemessene Berücksichtigung erhalten.

Hintergrund Fakten und Zahlen
 In das Projekt Dorferneuerung sind in Polzen bis jetzt folgende Mittel geflossen:
Hauptstraße:
82 178 Euro gesamt, davon
57 525 Euro Fördermittel (FM);
Bahnhofstraße:
23 903 Euro, davon 13 386 Euro FM;
Dorfanger: 260 035 Euro,
davon 154 024 Euro FM.
Abzweig Bahnhofstraße in Richtung B 87 (jetziger Abschnitt): 131 501 Euro, dav. 98 625 Euro FM.