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| 15:12 Uhr

Ein wundervolles musikalisches Erlebnis
Erstmals „Carmina Burana“ bei Brandenburger Sommerkonzerten

Fast 2000 Musikliebhaber erleben einen großen Konzertgenuss vor einem Schlossambiente, das mit der Dunkelheit in Lichteffekte getaucht wurde.
Fast 2000 Musikliebhaber erleben einen großen Konzertgenuss vor einem Schlossambiente, das mit der Dunkelheit in Lichteffekte getaucht wurde. FOTO: Jürgen Weser
Stechau. Orffs Werk feiert vor fast 2000 Besuchern beim Open Air im Stechauer Schlosspark Premiere. Von Jürgen Weser

Prager Musiker fühlen sich bei den Brandenburgischen Sommerkonzerten im idyllischen Schlosspark-Ambiente in Stechau besonders wohl. Fast einhundert Musiker und Sänger aus der „goldenen Stadt“ bereiteten auch diesmal den fast 2000 Konzertbesuchern am Sonnabend ein wunderschönes musikalisches Erlebnis. Das Orchester „Symphonie Prag“ und der „Prager Konzertchor“ zauberten mit dem „Boléro“ von Maurice Ravel und Carl Orffs Meisterwerk „Carmina Burana“ ein wundervolles musikalisches Erlebnis in die abendliche Sommeratmosphäre.

Schlossherr Dr. Bardia Khadjavi-Gontard hatte bei der 14. Auflage der Brandenburgischen Sommerkonzerte in seinem Schlosspark wieder für bestes Open-Air-Wetter gesorgt, er habe nur etwas zu heftig an der Temperaturschraube gedreht, schmunzelte er zur Begrüßung. „Phantastisch, dass sie alle gekommen sind“, lobte Sommerkonzerte-Vorstandsvorsitzender Heiwalt Georg Kröner, dass Stechau auch diesmal wieder als Zuschauermagneten der Reihe bewiesen hat. Als Art Dankeschön durften die Sommerkonzertbesucher Orffs „Carmina Burana“ zum ersten Mal bei den Brandenburgischen Sommerkonzerten überhaupt erleben.

Schon Stunden vor Konzertbeginn schlenderten viele Besucher durch das Parkgelände, labten sich beim Picknick, ließen sich mit einer der drei phantasievoll gewandeten Elfen wie Firinna Kütz von der Artistenschule „Konträr“ in Berlin ablichten, nutzten die zahlreichen gastronomischen Angebote und entspannten unter dem schattigen Grün und am Wasser mit sprudelnder Fontäne.

Verstanden sich auf Anhieb: die Sänger Jozef Brindzák und Josef Zednik und die Klassikfans Klaus Rößler und Gerhard Winkler aus Plessa und Döllingen.
Verstanden sich auf Anhieb: die Sänger Jozef Brindzák und Josef Zednik und die Klassikfans Klaus Rößler und Gerhard Winkler aus Plessa und Döllingen. FOTO: Jürgen Weser

Beim Genuss des Schliebener Weines waren die Prager Tenöre Jozef Brindzák und Josef Zednik auf die Klassikfans Klaus Rößler aus Plessa und Gerhard Winkler aus Döllingen getroffen, die beide seit mehreren Jahren die Stechau-Konzerte nicht missen wollen. Gut gehen ließen es sich erwartungsvoll auch Brigitte Palmer und Gisela und Rolf Zimmermann aus Berlin-Köpenick, die mit dem Auto angereist und schon die Kirche in Dahme besichtigt hatten. Zu den Bus-Ausflüglern aus Berlin gehörte auch Karin Wisniewski, die sich mit ihren Freundinnen erst einmal mit dem Park und der Geschichte der Gontards vertraut machte.

Dann der Konzertgenuss für fast 2000 Musikliebhaber mit Blick auf das Schlossambiente, welches mit der Dunkelheit in Lichteffekte getaucht wurde. Ravels Orchesterexperiment von 1928 begeisterte in der Interpretation der „Symphony Prague“ unter Stevan Britvik mit dem Gegensatz vom gleichbleibenden schlichten Rhythmus einer zweiteiligen Melodie und den unterschiedlichsten Klangfarben, die sich im Tanz bis zur Ekstase steigern.

So bereits in beste Stimmung versetzt, erlebten die Zuhörer die „Carmina Burana“ von Carl Orff als musikalisch hervorragend aus dem Frühmittelalter adaptierten „Gedicht“, das neben Angriffen auf die Gesellschaft vor allem die sinnlichen Freuden des Lebens in den Mittelpunkt gerückt hat. Auch die Orffsche Komposition besticht heutige Zuhörer mit ihrem gleichbleibenden musikalischen Aufbau und den daraus gewonnenen orchestralen, choralen und solistischen Glanzpunkten vor allem bei den Tänzen. Von den solistischen Gesangseinlagen erzielte vor allem der variable Bariton von Daniel Blumenschein seine Wirkung.

Das populäre Werk Orffs in der Interpretation der Prager Musiker und Sänger wurde mit lang anhaltendem Beifall gefeiert und fand sein Finale in der künstlerisch-kreativen Lasershow, die Christof Bjarsch und Michael Ziesch von Artcontor Bautzen anstelle des wegen der Trockenheit nicht genehmigten Feuerwerks in den Nachthimmel zauberten.

Elfen waren im Schlosspark-Ambiente ein beliebtes Fotomotiv.
Elfen waren im Schlosspark-Ambiente ein beliebtes Fotomotiv. FOTO: Jürgen Weser