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| 02:37 Uhr

Erste Flüchtlinge seit Montag im neuen Heim in Herzberg

Herzberg. Die ersten 26 Asylbewerber aus Afghanistan und Syrien sind am Montag in der neuen Asylbewerberunterkunft in der Lugstraße in Herzberg eingetroffen. Ende vergangener Woche gab es hier einen Tag der offenen Tür für die Bevölkerung. pm/ru

Mehrere Hundert Anwohner, darunter auch Vertreter von Initiativgruppen und Integrationsakteure sowie interessierte Mitarbeiter anderer Behörden waren kurz vor dem Einzug der ersten Asylbewerber zur Besichtigung in das neue Übergangswohnheim für Flüchtlinge in die Lugstraße 3a nach Herzberg gekommen. Das teilt die Kreisverwaltung mit. Gekommen waren auch ehemalige Schüler und Lehrer, die sehen wollten, wie die ehemaligen Klassenräume durch Trockenbauwände in ihrer ehemaligen Oberschule zur Gemeinschaftsunterkunft umgebaut wurden.

Dezernent Roland Neumann, Sozialamtsleiterin Marina Beyer, Integrationsbeauftragter Jürgen Brückner sowie Mitarbeiter der Stabsstelle Asyl des Landkreises führten die Besucher durch das viergeschossige Gebäude und standen für viele Fragen zum Objekt aber auch für fachliche Anfragen zum Thema Asyl zur Verfügung.

Bis zu 150 Plätze möglich

Bis auf Restarbeiten an den Außenanlagen ist der Umbau der ehemaligen Schule abgeschlossen. Er hatte Mitte April begonnen. Die neue Unterkunft bietet mit 43 Bewohnerzimmern Platz für rund 120 Flüchtlinge. Je nach Zuweisung in den Landkreis Elbe-Elster ist eine Aufstockung auf 150 Plätze möglich. Hauptamtlich werden hier zwei Sozialarbeiter und ein Hausmeister beschäftigt sein. Für Sicherheit sorgen abends und an den Wochenenden Mitarbeiter eines Wachschutzdienstes, so die Kreisverwaltung. Durch das Reinigungspersonal wird die Hygiene der sanitären Anlagen gesichert. Für die Sauberkeit in den einzelnen Zimmern sind die neuen Nutzer selbst verantwortlich. Die gesamte ehemalige Oberschule bietet mehrere Gemeinschaftsräume, Kochinseln, Waschräume, Spiel- und Schlafzimmer und einen Gebetsraum. Das Erdgeschoss ist behindertengerecht ausgestattet, an beiden Giebeln wurden außen Fluchttreppen angebaut. Eine Zufahrt zur Leipziger Straße wurde geschaffen und die Einzäunung erneuert. Die Kosten für den Umbau belaufen sich auf etwa zwei Millionen Euro.

Bisher 1158 Aufnahmen

Per 11. Dezember hat der Landkreis 1158 Asylbewerber seit Jahresbeginn aufgenommen. Aufgrund der hohen Flüchtlingszahl in diesem Jahr arbeitet die Stabsstelle Asyl beim Landkreis mit Hochdruck an der Akquise von Unterbringungsmöglichkeiten. Dies betreffe Gemeinschaftsunterkünfte, Notunterkünfte, Wohnungen und Pensionen ebenso wie Wohnungen in größeren Wohnverbünden, heißt es seitens des Landkreises.

Bisher können die wöchentlichen Zuweisungen von Asylbewerbern durch vorhandene Plätze in den größeren Unterkünften, aber auch durch neu akquirierte Plätze in Wohnungen, realisiert werden. Jedoch werden weitere Plätze in Wohnungen nach wie vor dringend benötigt, vor allem auch in den Kommunen, wo bisher noch keine oder vergleichsweise wenig Asylbewerber untergebracht sind, wird in der Kreisverwaltung eingeschätzt.

Vergleicht man die bisherige Verteilung nach Kommunen, kommt die Stadt Finsterwalde aktuell auf 319 Personen in Übergangswohnheimen und Wohnungen, gefolgt vom Amt Kleine Elster (193), dem Amt Plessa (161) und der Stadt Elsterwerda mit 153 Asylbewerbern. In Herzberg wird sich die Zahl von 99 Asylbewerbern erhöhen, wenn das neue Asylbewerberheim zunehmend belegt wird. Um die Unterbringung der Flüchtlinge auch in Zukunft gewährleisten zu können, schaut der Landkreis bereits in das Jahr 2016. Kurzfristig müssen weitere Wohnungen in den Kommunen erschlossen werden.

Zuletzt lag die wöchentliche Zuweisung in den Landkreis Elbe-Elster bei 50 bis 70 Flüchtlingen. Bleibt es dabei, kann der Kreis durch die fortlaufende Wohnungsakquise die Unterbringung für 2015 bewältigen. Die bestätigte Quote liegt seit dem 4. November bei 1690 Antragstellern in diesem Jahr. Auch 2016 rechnet die Kreisverwaltung mit 1500 bis 1700 Asylbewerbern.