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| 12:52 Uhr

Schönewalde
Erst gar nicht, dann doppelt

Schönewalde. Der Breitbandausbau in Knippelsdorf soll beginnen. Von Birgit Rudow

Schon lange warten die Bewohner des Schönewalder Ortsteils Knippelsdorf samt Knippelsdorf-Siedlung auf einen vernünftigen Breitbandausbau. Bisher hat sich trotz vieler Versprechungen noch nichts getan. Das könnte sich schnell ändern. Und es könnte sogar passieren, dass Knippelsdorf doppelt erschlossen wird.

Die Schönewalder Stadtverordnetenversammlung kommt am Donnerstag (19 Uhr Rathaus) zusammen. Ein Tagesordnungspunkt betrifft die Nutzungsvereinbarung zwischen der Stadt und der Antennen Schulze OHG in Dahme für den Bau und den Betrieb eines Telekommunikationsnetzes in Knippelsdorf und Knippelsdorf-Siedlung. Im Fachausschuss vor einer Woche gab es dazu noch einige Fragen. Denn Knippelsdorf ist Bestandteil des Förderprogramms des Bundes für den Breitbandausbau in Elbe-Elster. Dafür hatte der Kreis in einem Markterkundungsverfahren die „weißen Flecken“ in der Versorgung ermitteln lassen, für die keine Ausbauerklärungen von privaten Anbietern vorlagen. 3,8 Millionen Euro Investitionszuschuss stellt der Bund für Elbe-Elster zur Verfügung, um diese Gebiete anzuschließen. Ein Anbieter, der das übernimmt, steht bereit. „Wir haben im Zuge des Markterkundungsverfahrens alle Firmen kontaktiert, die in unserem Landkreis in Sachen Breitbandausbau Geschäftsbeziehungen pflegen. Für Knippelsdorf liegt uns keine Information darüber vor, dass ein privater Anbieter dort erschließen will. Somit ist dieser Bereich in unserer Ausschreibung für das Bundesprogramm mit drin“, sagt Matthias Schneller, Leiter der Stabsstelle Kreisentwicklung.

Marcel Schulze, Chef der Antennen Schulze OHG Dahme, sagte zur RUNDSCHAU, dass er nicht wüsste, vom Landkreis informiert worden zu sein. Er habe bei der Bundesnetzagentur im Januar ordnungsgemäß angezeigt, dass seine Firma Knippelsdorf und Knippelsdorf Siedlung jetzt erschließen möchte. Und da er ohne Förderung baue, gebe es damit auch kein Problem. Zumal sein Unternehmen den Kunden ein Glasfaserkabel direkt von der Leitung Dahme bis ins Haus und somit eine bedeutend höhere Leistungsfähigkeit anbiete, als der Partner für das Bundesprogramm. Seine Gebühren seien in einer Preisliste festgelegt, die von der Bundesnetzagentur abgesichert ist, so Marcel Schulze.

Auch Matthias Schneller geht davon aus, dass das Unternehmen den Ort ohne weiteres erschließen kann. Für ihn stellte sich nur die Frage, ob das Auswirkungen auf den Förderbescheid hat, den der Kreis vom Bund bekommen hat und der Knippelsdorf einschließt. Er hat dazu eine Anfrage gestellt. In dieser Woche kam die Antwort vom Fördermittelgeber. Der teilt mit, dass der nunmehr erklärte Eigenausbau der Ortsteile Knippelsdorf und Knippelsdorf Siedlung keine Nachteile für das Fördervorhaben des Landkreises bringe. Das Fördergebiet beider Ortsteile bleibe bestehen.

Sieht alles danach aus, als würden in Knippelsdorf zwei Anbieter bauen. Aber das gab es in Finsterwalde zum Beispiel auch schon.