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Ernte-Endspurt und Blühmischungen

Zwischen Fermerswalde und Buckau waren Bauern der Agrargenossenschaft Beyern gestern mit dem Vorbereiten des Saatbettes beschäftigt. Heute werden in der Genossenschaft die letzten 20 Hektar mit Wintergetreide bestellt.
Zwischen Fermerswalde und Buckau waren Bauern der Agrargenossenschaft Beyern gestern mit dem Vorbereiten des Saatbettes beschäftigt. Heute werden in der Genossenschaft die letzten 20 Hektar mit Wintergetreide bestellt. FOTO: Dieter Mülller / dmu1
Elbe-Elster. Die Erntearbeiten in den Agrargenossenschaften in Elbe-Elster gehen dieser Tage ins Finale. Die Weichen für die Ernte des nächsten Jahres werden gestellt. Im Aufwärtstrend befinden sich Felder mit bunten Blühmischungen. Die RUNDSCHAU hörte sich unter Landwirten in Elbe-Elster um. Gabi Böttcher

So gut wie eingefahren sind auch die letzten Kulturen des Jahres. In den Agrargenossenschaften Sonnewalde und Mühlberg werden dieser Tage noch Reste der Körnermaisernte eingebracht. In Mühlberg sind noch etwa 70 von insgesamt rund 300 Hektar abzuernten. Siegfried Lange, stellvertretender Geschäftsführer: "Wir werden damit noch bis zur nächsten Woche, einschließlich des Wochenendes, zu tun haben." Der gewünschte Regen hätte besser im August und nicht jetzt einsetzen sollen, erklärt Siegfried Lange. Die Aussaat habe sich um etwa 14 Tage verzögert. Auf etwa 200 Hektar ist noch Winterweizen auszubringen. Die Feuchtigkeit im Boden führe zum Verkleben der Technik. Da müsse öfter eine Pause eingelegt werden. In Mühlberg steht nach einer ersten Runde der Zuckerrübenernte ab etwa 21. November das Finale auf noch einmal 120 Hektar ins Haus. Die Anbaustruktur bleibe gleich. Roggen, Weizen, Gerste stehen auf dem Plan.

Im Wesentlichen ist das auch bei der Agrargenossenschaft Züllsdorf so. Dorsten Höhne, stellvertretender Vorstandsvorsitzender: "Wir haben etwas mehr Gerste, etwas weniger Triticale, ein bisschen mehr Raps. Mit der Herbstbestellung sind wir so gut wie durch." Höhne, der gleichzeitig Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Elbe-Elster ist, kommt nicht umhin, auf die nach wie vor "insgesamt unbefriedigende, ungewisse Marktlage" für die Bauern hinzuweisen. "Das legt sich schon aufs Gemüt, wenn man nicht weiß, ob eine Investition von heute morgen verkehrt sein könnte. Immerhin ist ganz hinten am Ende des Tunnels etwas Licht zu erkennen durch den leicht gestiegenen Milchpreis." Kostendeckend sei der aber noch immer nicht.

Markus Uthe, Pflanzenbauleiter bei der Agrargenossenschaft Dollenchen/Lieskau: "Mit der Körnermaisernte sind wir fertig. Jetzt läuft die restliche Bodenbearbeitung und das Drillen der Saat." Zum breit gefächerten Anbauprogramm gehören neben Weizen, Roggen und Gerste auch Ackerbohnen und Erbsen.

In der Agrargenossenschaft Beyern wird heute auf 20 Hektar das letzte Wintergetreide bestellt. Die Ernte ist komplett eingebracht.

An eine erfolgreiche, in der Region gewachsene Kooperation knüpft die Agrargenossenschaft Sonnewalde an. Geschäftsführer Thomas Jülke freut sich, dass der für die Bäckerei Bubner auf etwa 60 Hektar angebaute Roggen gut aufgegangen ist. Die Ernte in diesem Jahr sei sehr gut gewesen und für die Ernte 2017 sind die Weichen gestellt. Vom Feld zur Mühle, von der Mühle zum Bäcker und von dort zu den Kunden - nach erfolgreichem Test 2014 geht dieser regionale Kreislauf nunmehr ins dritte Jahr.

An einem jetzt zunehmend auf den Feldern zu beobachtenden Trend haben die Sonnewalder auch ihren Anteil: Blühmischungen in verschiedenen Zusammensetzungen, zum Beispiel aus Sonnenblumen, Phazelia und Wicke, dienen als Nährstoffspeicher und werden im Frühjahr in den Boden eingearbeitet. Heute unter dem Begriff Greening gefördert, schwören auch die Landwirte in Dollenchen, Mühlberg und Beyern schon seit Jahren auf den Effekt der Zwischenfrüchte. Siegfried Lange: "Die Nährstoffe werden organisch festgelegt, können nicht ausgewaschen werden und kommen der Folgefrucht zugute." Außerdem würden sie als Wasserspeicher fungieren. In Dollenchen setzt man auf kleesaatenbetonte Zwischenfrüchte.