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Erfolg, der auf Spiel und Spaß basiert

Der "Nachwuchs" der Hohenbuckoer Feuerwehr. Freitags ist großer Trainingstag. Der startet mit den Jüngsten und beschäftigt im weiteren Verlauf auch die Jugendlichen.
Der "Nachwuchs" der Hohenbuckoer Feuerwehr. Freitags ist großer Trainingstag. Der startet mit den Jüngsten und beschäftigt im weiteren Verlauf auch die Jugendlichen. FOTO: sk
Hohenbucko. Bei mehr als 40 Kindern und Jugendlichen, die die Hohenbuckoer Jugendfeuerwehr derzeit zählt, liegt auf der Hand: Es gibt nur wenige Kinder aus der Gemeinde, die nicht zu den Mitgliedern der Jugendfeuerwehr des Ortes gehören. "Der Großteil der Truppe kommt wirklich aus dem Ort", versichert Jugendwart Mareike Jahl. Sylvia Kunze

"Aber auch aus den Nachbarorten haben einige Mädchen und Jungen den Weg zu uns gefunden", schickt sie erklärend hinterher.

Das ist auch kein Wunder, denn zumindest die Kinder werden sozusagen "eingesammelt", wie es leichter nicht geht. "Los geht unser Übungstag um 14.30 Uhr, wenn wir die ersten drei Gruppen aus dem Hort abholen", berichtet die für die Kinder- und Jugendarbeit in der Feuerwehr Verantwortliche. Praktischer Nebeneffekt: Der Hort befindet sich gleich in der Hohenbuckoer Schule, in der auch die Kindertagesstätte ihren Platz gefunden hat. Und ebenso praktisch: Das Übungsgelände für die Jugendfeuerwehr grenzt gleich an die Turnhalle an. Auf der großen Wiese ist Platz für alle, für die Jüngsten, die ab einem Alter von fünf Jahren mitmachen können, ebenso wie für die Schulkinder und Jugendlichen, die über die Jahre so mit der Jugendfeuerwehr verbunden sind, dass sie auch noch dabei sein wollen, selbst wenn sie inzwischen Schulen in anderen Orten des Kreises besuchen. Am Freitagnachmittag kommt sozusagen alles zusammen. Zwischen 14.30 Uhr und 19 Uhr läuft nacheinander der gesamte Feuerwehrnachwuchs in spe auf.

Dabei ist das Hallo groß, wenn man sich bei Freiluftwetter auf der Wiese trifft. Mareike Jahl kann als Betreuerin der Truppe dabei auf die Hilfe ihres Mannes Andreas, jetzt der Chef der Hohenbuckoer Feuerwehr, über viele Jahre selbst für die Jugendarbeit verantwortlich, sowie von André Lehmann, Andrea Jahn und anderen Helfern bauen, die ihr zur Seite stehen, wenn es die Zeit erlaubt. "Es funktioniert einfach super", freut sich die Nachwuchsbeauftragte. "Wir machen hier ganz wenig Theorie. Im Vordergrund stehen Spiel und Spaß. Lediglich vor anstehenden Wettkämpfen wird etwas konzentrierter trainiert", erzählt sie, während eine Gruppe von Kindern und eine andere Gruppe von Jugendlichen die Stafette üben. Dass sie den Löschangriff nass ganz gut beherrschen, haben sie erst vor wenigen Tagen beim Ausscheid der Feuerwehren des Amtes Schlieben mit mehreren vorderen Plätzen bewiesen.

Der Start der Hohenbuckoer lässt vor allem aber auch immer wieder wegen ihrer Mannschaftszahl aufhorchen. Beim zurückliegenden Amtsausscheid waren sieben Teams am Start. "Aktuell formiert sich Mannschaft Nummer acht", verrät Mareike Jahl, denn die Nachwuchstruppe wächst nach wie vor.

Unter anderem auch deshalb, weil Dazugehören irgendwie dazugehört. Johann Wilhelms ist ein gutes Beispiel dafür. Der Elfjährige hat seine drei Brüder nach und nach überzeugt, wie toll das bei der Jugendfeuerwehr ist. Inzwischen ist auch der Jüngste schon heiß darauf, ab nächstem Jahr mitmachen zu können. "Das ist hier so abwechslungsreich", schwärmt Johann. Zudem hat der Junge, der erst seit einiger Zeit in Hohenbucko wohnt, sofort Anschluss gefunden. "Hier in der Jugendfeuerwehr werden viele Freundschaften geknüpft, die über den Freitagtermin hinausreichen", freuen sich die Erwachsenen. Neben ersten feuerwehrtechnischen Handgriffen und Kenntnissen geht es vielmehr um Sozialverhalten, was beim Guten-Tag-Sagen anfängt und nicht zuletzt damit endet, dass man notfalls auch mal mit den Konsequenzen seines Handelns leben muss. Wer zum Beispiel an einem heißen Tag wie diesem, an dem die RUNDSCHAU vorbeischaut, andere immer wieder mit Wasser bespritzt, kann dann schon mal im Wasserbottich landen. "Ein Spiel- und Tobetag mit Wasserschlacht muss pro Sommer mindestens sein", weiß die Betreuerin.

Hinzu kommen über die Freiluftsaison aber auch andere Höhepunkte, wie ein Besuch im Kletterpark, ein Zeltlager oder das Baden im Körbaer Teich. Im Herbst, nach den letzten Wettkämpfen, zu denen die Pokalläufe in Stechau und Herzberg gehören, ist Ende der Saison. Erst im Frühjahr geht es dann für den Nachwuchs der Hohenbuckoer Kameraden weiter.

Der darf auch wirklich als solcher gesehen werden, denn "die meisten Jugendlichen wechseln später in den aktiven Dienst, wenn sie in der weiteren Schul- und Lehrausbildung vor Ort bleiben", ergänzt Mareike Jahl mit einem ganz wichtigen Aspekt.