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Erdwärme für die "Kellergeister"

Die Mitarbeiter einer Spezialfirma aus Ahrensfelde machen sieben Bohrungen für die Erdwärmegewinnung auf dem Gelände der Kita in Schlieben.
Die Mitarbeiter einer Spezialfirma aus Ahrensfelde machen sieben Bohrungen für die Erdwärmegewinnung auf dem Gelände der Kita in Schlieben. FOTO: ru
Schlieben. Für die Mädchen und Jungen der Kindertagesstätte "Fröhliche Kellergeister" in Schlieben ist der Kita-Alltag in diesen Tagen besonders spannend. Sie können dabei zusehen, wie die Bauarbeiter große Löcher in den Boden eines abgetrennten Teils der Freifläche hinter ihrer Kita bohren. Birgit Rudow

Da macht das bisschen Lärm auch gar nichts aus. "Jetzt in der Ferien- und Urlaubszeit sind eh nicht alle 70 Kinder da. Das ist bei Bauarbeiten günstig", sagt Kita-Leiterin Heike Nauk.

Die Männer von der Firma GSA aus Ahrensfelde bei Berlin sind Spezialisten für Bohrungen zur Erdwärmegewinnung. Für die Wärmeversorgung der Kita soll künftig nämlich Erdwärme genutzt werden. "Die vorhandene Ölheizung ist schon sehr alt nicht mehr zeitgemäß. Sie soll energetisch umweltfreundlich saniert werden. So haben sich die Schliebener Stadtverordneten, es handelt sich um ein Projekt der Stadt, für Erdwärme entschieden. Das Gebäude wird künftig mit einer Sole-Wasser-Wärmepumpe beheizt", sagt Heidemarie Weithaas vom Bauamt des Amtes Schlieben. Sieben Bohrungen sind dafür auf dem Kita-Gelände notwendig. Zusätzlich wird die Kita "Kellergeister" noch mit einem neuen Ölkessel ausgestattet, der zugeschaltet wird, wenn es mal arg kalt ist, und mehr Wärme benötigt wird, als die Pumpe liefern kann.

Für die neue Heizungsanlage der Kita wurden im Vorfeld mehrere Varianten ins Auge gefasst. In der Diskussion waren auch Gas- und Pelletheizungen. "Wenn man auf nachhaltige Energieressourcen setzen will, ist in diesem Fall die Nutzung von Erdwärme die beste Variante", so Heidemarie Weithaas. Die wasserrechtliche Genehmigung der unteren Wasserbehörde des Landkreises Elbe-Elster hat die Stadt dafür bekommen.

Die Heizungssanierung kostet etwa 110 000 Euro. Das Projekt wird zu 75 Prozent über das Leaderprogramm zur Entwicklung der ländlichen Region gefördert. Den kommunalen Anteil von 25 Prozent bekommt die Stadt über den Ausgleichsfonds des Landes, ist aus dem Bauamt zu erfahren.

Jetzt in der Ferienzeit wird aber nicht nur bei den "Kellergeistern" gebaut. Das Amt Schlieben nutzt Kita-Schließzeiten wie in Naundorf bzw. die kurzzeitig geringeren Kinderzahlen für Modernisierungsarbeiten in fast allen Kindertagesstätten des Amtes. Mit Geld aus dem Kommunalinvestitionsförderungsgesetz wird an der Kita Naundorf gerade die Fassade gedämmt. Weitere Mittel stehen den Gemeinden des Amtes aus dem Programm "Kita plus" zur Verfügung. So sind die Maler und die Fußbodenleger in diesem Sommer in den Kindertagesstätten Lebusa und Hohenbucko im Einsatz. Auch in der Kolochauer Einrichtung wird ein Gruppenraum gemalert. "Das sind alles keine großen Projekte, die die Kindertagesstätten bei laufendem Betrieb hinbekommen", so Heidemarie Weithaas.