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Nachdenkliche Monats- und Jahresbilanz
Enorme Schäden für Mensch und Natur

Ein kapitaler Rothirsch zog gemächlich über die Bruchwiesen.
Ein kapitaler Rothirsch zog gemächlich über die Bruchwiesen. FOTO: Dieter Lehmann
Elbe-Elster. Naturschützer Dieter Lehmann zieht in seinem Wetterrückblick abermals eine nachdenkliche Monats- und Jahresbilanz.

Der letzte und zugleich festlichste Monat in unserem Kalendarium ist der Dezember. Er wird auch oft als „Christmonat“ bezeichnet, was sich natürlich auf Weihnachten bezieht. Aber zum Ende des Monats gibt es alljährlich auch ein Abschieds- und zugleich ein Begrüßungsfest – Silvester und Neujahr, was alljährlich in uns sehr zwiespältige Gefühle hinterlässt.

Wettermäßig mussten wir im diesjährigen Dezember zumeist nasskaltes und wolkenreiches Wetter mit häufigen Niederschlägen über uns ergehen lassen. Doch insgesamt war der Monat wieder einmal zu mild. Seine Durchschnittstemperatur in Deutschland betrug 2,6 Grad Celsius und lag damit um 1,8 Grad über der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990.

Am 21. Dezember, genau 17.27 Uhr MEZ, erlebten wir die Wintersonnenwende. Die Sonne stand zu dieser Zeit genau über dem Wendekreis des Steinbocks am südlichen Breitengrad. Dieser Tag ist auf der Nordhalbkugel der kürzeste im Jahr, die Nacht ist die längste. Von da an ging es also wieder bergauf mit dem Tageslicht. Doch nur die wenigsten Menschen werden das bemerkt haben. Ich selbst saß zu dieser Zeit auf meinem Hochsitz in den Kiebitzer Bruchwiesen und hatte ein besonderes Erlebnis. Ein kapitaler Hirsch trat aus einem Waldstück, zog gemächlich über die Wiesen und verschwand im nahe gelegenen Rohrbestand.

Das Jahr 2017 war nach Angaben des Deutsche Wetterdienstes (DWD) abermals wieder deutlich wärmer im Vergleich zum vieljährigen Klimawert. 2017 gehörte zu den acht wärmsten Jahren seit Beginn der wissenschaftlichen Messungen im Jahr 1881.
Das Wettergeschehen bescherte uns mehrfach extreme Ereignisse. Es waren Stürme, die uns mit selten erlebter Gewalt in Schrecken versetzten! Am 22. Juni fegte das Sturmtief „Paul“ mit Orkanböen von bis zu 120 Stundenkilometer über uns hinweg. Im Oktober waren es zwei Stürme mit Namen „Xavier“ und „Herwart“, die in unseren Regionen erneut für bisher ungeahnte Unwetterschäden sorgten. Noch niemals zuvor wurden so viele Bäume in unseren Wäldern durch Stürme gefällt wie in diesem Jahr. Es waren enorme Schäden, nicht nur für die betreffenden Flächenbesitzer, sondern auch für die uns umgebende Natur!

Wird uns das Wetter in den kommenden Jahren – auch mit Blick auf den fortschreitenden Klimawandel – weitere Extremereignisse bringen? Als Wetter bezeichnet man den spürbaren, kurzfristigen Zustand der Atmosphäre an einem bestimmten Ort der Erdoberfläche, der unter anderem als Regen, Wind, Hitze oder Kälte in Erscheinung tritt. Auch der Sonnenschein gehört dazu. Dazu abschließend ein paar Zeilen: Ich sitze in der Sonne und träume, von bess‘ren Zeiten und wie es werden wird. Ich sitze in der Sonne und vergaß, die Gegenwart, die gut ist und vergehen wird.