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| 12:15 Uhr

Endlich: Wainsdorf bekommt eine neue Straße – Baubeginn im April

2012 hatten Wainsdorfer Bürger die Straße blockiert und Autos zum Schlängelverkehr gezwungen.
2012 hatten Wainsdorfer Bürger die Straße blockiert und Autos zum Schlängelverkehr gezwungen. FOTO: M. Claus
Wainsdorf. Von 6 Uhr morgens bis gegen 20 Uhr scheppern, rasen und knattern die Autos, darunter viele Lkw, die fast 1000 Meter lange Hauptstraße in Wainsdorf entlang. Längst ist nach vielen Bauarbeiten die Spannung raus aus dem Kopfsteinpflaster-Belag. Frank Claus

Die Straße, so schätzen die Wainsdorfer ein, stammt aus der Zeit um 1937. Des Öfteren wurde ihr Belag aufgenommen, um Versorgungsleitungen zu verlegen. Irgendwann war die Spannung der Oberfläche raus, Steine wurden locker, Senken entstanden und Fugen vergrößerten sich. Die Folge: Mehr Lärm, Risse in den Fassaden und wackelndes Geschirr in den Schränken, berichten die Wainsdorfer.

Sie wissen: Die Straße nutzen viele Kraftfahrer als Querverbindung zur Autobahnauffahrt Ortrand. Vor gut einem Jahr erwirkten die Wainsdorfer eine 30 km/h-Begrenzung für Lkw. Daran würden sich oft nur ausländische Fahrer halten. Bei den Anwohnern wächst die Wut über den zunehmenden Lkw-Verkehr und rasende Pkw-Fahrer. "Man traut sich nicht mal mehr als Radfahrer auf die Straße", sagen sie.

Der Text ist noch immer brennend aktuell, stammt aber aus einem RUNDSCHAU-Beitrag im Juni 2012. Damals hatten die Anwohner zum Gegenschlag ausgeholt: Im 20-Meter-Abstand parkten sie ihre Autos auf der Straße vor ihren Grundstücken und zwangen den Durchgangsverkehr so zum Tempodrosseln und Schlängellinienfahren.

Doch erst jetzt kommt wirklich Bewegung in die Sache: Wie aus einer Antwort der Brandenburger Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) auf eine sogenannte "Kleine Anfrage" der CDU-Landtagsabgeordneten Anja Heinrich hervorgeht, soll im April 2018 endlich Baubeginn für den grundhaften Ausbau der Straße sein.

Der Ministerin zufolge werde die Ausführungsplanung im August fertiggestellt. Derzeit würden parallel dazu die Vorbereitungen für die Erstellung der Ausschreibungsunterlagen laufen. "Die Baufreigabe soll voraussichtlich im November 2018 erfolgen. Pflasterarbeiten an den Bushaltestellen und Gehwegen können noch 2019 ausgeführt werden. Die Bauzeit wird maßgeblich durch die archäologischen Untersuchungen bestimmt, da sich der gesamte Abschnitt im Bereich des Bodendenkmals ,Mittelalterlicher Dorfkern Wainsdorf' befindet", so die Ministerin.

Die Erneuerung des Regenwasserkanals und der Fahrbahn soll unter Umleitung des öffentlichen Verkehrs bei einer Vollsperrung umgesetzt werden. Die Umleitung erfolge über die B 101 Elsterwerda/B 169 Kahla und L 591 Plessa Süd. Für den Busverkehr erfolge die Umleitung über Merzdorf zur B 101. Ersatzhaltestellen sollen während der Vollsperrung am Knoten B 101/L59 eingerichtet werden.

Anja Heinrich zufolge ist die nun erfolgte Zusage für den Baubeginn zuallererst ein Erfolg des beharrlichen Ringens der Bürger und von Bürgermeister Markus Terne. Schon Amtsvorgängerin Heiderosel Hubrig hatte sich für den Straßenbau eingesetzt.