Von Sylvia Kunze

Bürgermeisteralltag. Von einem Termin zum nächsten eilen. Hoffen, dass nichts vergessen wird und sich für alle Probleme und Alltagsvorgänge ausreichend Zeit finden lässt, um sie ausreichend zu besprechen und zu einem ordentlichen Ende zu bringen. Die Tage sind lang. „Aber das ist für mich nichts Neues“, sagt Delf Gerlach. Der FDP-Mann sitzt seit drei Wochen auf dem Stuhl des Bürgermeisters von Uebigau-Wahrenbrück. Wobei: So oft sitzt er gar nicht darauf. Einarbeiten ist angesagt. Und das heißt für Gerlach in erster Linie, mit Partnern reden, die das jeweilige Metier kennen, fragen und hinterfragen.

„Es kommt jeden Tag was Neues dazu“, berichtet er und meint damit nicht nur den gut gefüllten Terminkalender, sondern das noch tiefere Eintauchen in die städtische Kommunalpolitik, als es ihm die Jahre zuvor als Abgeordneten abverlangt worden ist. Doch auch da war schon seine Maxime, sich ordentlich zu informieren. Und sein Anspruch: ordentlich von der Stadtspitze informiert zu werden.

Viele Gespräche mit Verwaltungsmitarbeitern

Er hat sich deshalb auf die Fahnen geschrieben, sowohl mit den Mitarbeitern der Verwaltung als auch mit den Abgeordneten einen engen Informationsaustausch zu pflegen. Im Rathaus hat er damit schon begonnen. Bei regelmäßigen Amtsleitersitzungen sollen die Hauptentscheidungsträger der Verwaltungsspitze gemeinsam die kommunale Arbeit voranbringen. „Bei den Treffen soll auf den Tisch, wo der Schuh drückt, wo die Prioritäten liegen bzw. gesetzt werden müssen“, sagt Gerlach. Verwaltungsarbeit, kommunale Arbeit ist seiner Ansicht nach in erster Linie Gemeinschaftsarbeit und keine Spielwiese für Entscheidungen von Einzelpersonen.

Und wenn der Schuh ganz besonders drückt oder ein Thema nicht warten kann, dann gibt es solche Runden auch mal außer der Reihe. „Zum Beispiel gibt es bei anstehenden Sanierungsmaßnahmen an der Schule in Wahrenbrück noch Klärungsbedarf hinsichtlich der Bildung der Verbandsgemeinde. Da muss man jetzt genau draufschauen. Die Schulen sind später Sache der Verbandsgemeinde. Wem gehören sie dann? Wer kümmert sich darum? Diese Fragen gilt es schnell zu klären, damit die Aufträge ausgelöst werden können“, erläutert der Stadtchef von Uebigau-Wahrenbrück.

Er habe in den vergangenen Arbeitstagen viel Input erhalten, viele Gespräche mit den Mitarbeitern der einzelnen Amtsbereiche geführt. „Wir wollen alle zu besprechenden Fragen und Details zeitnah klären und genauso zeitnah die Abgeordneten informieren“, hat Delf Gerlach sich vorgenommen.

Konstruktive erste Sitzungsrunde

Die erste Sitzungsrunde der Stadtverordneten in seiner Ära als neuer Bürgermeister der Stadt wertet er als „sehr konstruktiv“. Es freut ihn, dass jeder mitmache und bemüht sei, sich vorab zu informieren. „Die Verwaltungsmitarbeiter stehen immer bereit, anstehende Fragen, die im Zusammenhang mit Beschlussfassungen oder dem ganz alltäglichen Leben in den Ortsteilen stehen, zu beantworten“, lädt Gerlach zum Dialog ein, der sich nicht auf die Sitzungstermine beschränken soll.

Nicht nur die Abgeordneten, sondern alle Einwohner der Stadt. Jede Beratung beginne mit einer Einwohnerfragestunde, erinnert er. Doch was gehört dahin? In der zurückliegenden Sitzung der Stadtverordneten war man sich darin uneinig. Gerlach dazu: „Das, was alle in der Stadt betrifft. Zum Beispiel der fehlende Radweg von Marxdorf nach Lausitz. Weniger so ganz spezielle Details wie Lampe A und Loch B. Für solche Anmerkungen gibt es das Internetportal Märker auf unserer Stadtseite, das wieder aktiviert worden ist und regelmäßig bearbeitet wird, oder den Anruf bzw. das persönliche Gespräch in den Fachämtern im Rathaus.“